Archiv der Kategorie: General

Von Rüderswil nach Solothurn, ohne Auto

Kann man vom Dorfzentrum in Rüderswil ohne Auto in die Ambassadorenstadt pendeln? Hier die Antwort vorweg: Ja, man kann! Aber eine gehörige Portion Geduld sollte im Reisegepäck dabei sein!

Rüderswil ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen, aber es gibt den Bürgerbus, der Reisende zwischen Zollbrück, Rüderswil, Schwanden und Lützelflüh befördert. Dies allerdings nicht den ganzen Tag. Und auch am Wochenende bleibt der Bus im Depot. Da ich während zwei Tagen kein Auto hatte, wollte ich genau wissen, wie lange der Weg nach Solothurn dauert und wartete an einem verschneiten Wintermorgen vor der Kirche erwartungsvoll auf den Bürgerbus.

Kartenausschnitt
Anzeige der Route (Google Maps)

Dieser kommt mit einer kleinen Verspätung. Die Strasse über das Emmenknie sei verschneit, sagt der Chauffeur, deshalb fahre er zur Sicherheit etwas langsamer. Dann geht die Fahrt los, zuerst zum Gemeindehaus, dann über über die besagte Anhöhe nach Schwanden und zuletzt in den tief verschneiten Nesselgraben. Hier steigen – ohne viel Worte zu machen – einige Schüler ein, auch sie sind unterwegs in Richtung Burgdorf. Es ist mittlerweile schon fast halb Acht und das erste Dämmerlicht des jungen Tages wandert über die Hügel, auf denen frischer Schnee liegt. Es ist ein besonderer Anblick; gerade so, als ob alles verzaubert ist, als ob hier ein Ort ist, wo sich Fabelwesen und Menschen zusammen auf den neuen Tag freuen.

Jetzt fährt der Bus zügig durch Goldbach, dem Bahnhof in Lützelflüh entgegen, denn der Anschlusszug, der um 7:32 Uhr fährt, soll noch erreicht werden. Dies gelingt trotz der Verspätung ohne Probleme und wir können ohne Hast einsteigen, der Pendelwagen der BLS ist soeben im Dorf angekommen. So geht es weiter talabwärts, nach Hasle, Oberburg und Burgdorf, wo wir um 7:45 Uhr eintreffen. Mittlerweile ist es hell geworden. Und der Morgen schreitet in hastigem Tempo voran, alle wollen jetzt rasch zur Arbeit oder zur Schule! Für mich heisst es jetzt erst einmal: warten! Die S44 nach Solothurn fährt nämlich erst um 8:15 Uhr, fast eine halbe Stunde später! Die erste Kaffeepause ist angesagt. Und dann, endlich, der letzte Zug in das breite Aaretal nach Solothurn. Bevor Sie nach Utzenstorf kommen, vergessen Sie nicht, aus dem Fenster zu schauen. Und geniessen Sie den Blick auf die weite Ebene, die sich nun nach beiden Seite der Zugstrecke öffnet.

Doch dies ist nicht das letzte Stück Wegstrecke, weil ich in der Solothurner Weststadt arbeite, die zu Fuss in ca. 20 Minuten zu erreichen ist. Es fährt zwar ein Stadtbus, doch abermals passt der Anschluss nicht! Die Lösung besteht darin, in einen Bus zu steigen, der bis zum Postplatz fährt. Und nun sind es nur noch zehn Fussminuten bis zum Gewerbezentrum Obach! Hier kommen ich um 8:55 Uhr an.

Die Fahrt Rüderswil Dorf nach Solothurn West dauert also eine Stunde und 45 Minuten, wobei 30 Minuten reine Wartezeit sind. Während der Reise muss dreimal umgestiegen werden, zweimal davon gibt es keinen Anschlusszug, resp. Bus. Hier zum Vergleich die Fahrtzeit mit dem PW: 45 Minuten! Meiner Meinung nach ist die ÖV-Variante für einen Pendler nicht praktikabel. Denn obwohl im Zug gemütlich ein schönes Buch gelesen werden kann: Es geht zuviel Zeit verloren, die dann am Abend fehlt. Die Alternative geht so: Mti dem PW nach Hasle-Rüegsau, dann auf den Zug umsteigen. Reisezeit gesamt: 80 Minuten.

Diese Erfahrung wird mich indes nicht davon abhalten, hin und und wieder am Morgen auf den Bürgerbus zu warten. Aus reiner Sympathie zu diesem wirklich guten Projekt!

Kamillentee für die Katz

Plötzlich begann unser Kater laut zu niessen. Und offensichtlich war es nicht einfach eine allergische Reaktion, denn das «Pfipfen» häufte sich und wurde auch nach einem Tag nicht besser. So wurde es zur Gewissheit, dass unsere kleiner Tiger von einem Katzenschnupfen geplagt wurde! Auf einer Seite für Tiermedizin suchten und fanden wir Hausmittel gegen die Infektion und entschlossen uns, diese vor dem Gang zum Tierarzt auszuprobieren: Der Fellnase einen warmen Platz anbieten und Salbei- oder Kamillentee zu trinken geben. Natürlich muss der Tee verdünnt werden, wir mischten ihn im Verhältnis 1:5 mit frischen Wasser und stellten dem Patienten das Trinkgefäss vor dass Liegekissen. Und tatsächlich, Köbi trank davon – eine grosse Menge,

Kater Köbi beim Erholungsschlaf…

Hat der Tee geholfen? Möglicherweise, denn schon nach einem Tag niesste der Stubentiger weniger. Vor allem schlief er jetzt sehr viel! Wurde er wach, verlangte er etwas zu essen und begab sich dann sofort wieder zum Trinkgefäss. Nach einem weitern Tag wurde er auch wieder aktiver, spielte und nahm seine Streifzüge durch dass Quartier weder auf!

Wichtig: Dies ist keine Wegleitung zur Behandlung einer Katzenkrankheit, lediglich ein kurzer Erfahrungsbericht. Wenn Ihre Katze ähnliche Symptome hat (Trockenes Niessen, zeitweise Mühe beim Atmen durch die Nase), dann konsultieren Sie bitte einen Tierarzt, wenn die Hausmittel keine Linderung bringen.

Die eigene Webseite in 90 Minuten

Vielleicht kennen Sie dieses Problem: Es soll in möglichst kurzer Zeit eine Webseite erstellt werden, natürlich muss sie gut aussehen und leicht wartbar sein. Haben wir schon von den Kosten gesprochen? Nun, in der Budgetkasse ist etwa soviel Geld wie im Hut eines Strassenmusikanten, nach einem zehnminütigen Auftritt, an einem Provinzbahnhof. Wie kann dieses Problem gelöst werden? Ganz einfach, mit WordPress! Dieser Blog Beitrag zeigt Ihnen, wie sie in weniger als 90 Minuten eine eigene Website erstellen können, die alle genannten Kriterien erfüllt.

Vorarbeiten
Alles, was Sie für Ihren Auftritt benötigen, ist ein Webserver Abonnement, das die Installation von WordPress ermöglicht. Bei Hosttech gibt es das passende Paket «easyM» bereits ab 2.10 Franken pro Monat, bei SolNet bezahlen Sie 29.90 Franken pro Jahr, für dieses Geld bekommen Sie den Webserver, ein vorinstalliertes WordPress, die Domain ist wie bei Hosttech im Preis inbegriffen. Versteckte Kosten? Diesmal keine – versprochen!

Falls Sie WordPress selber installieren müssen: Es ist keine Hexerei. Grundsätzlich teilt sich die Installation in vier Schritte auf: Herunterladen von WordPress und entpacken des ZIP Archivs. Anschliessend werden alle Dateien mit FTP (File Transfer Protocol) auf den Webserver kopiert. Im dritten Schritt wird eine MySQL Datenbank erstellt. Im vierten und letzten Schritt rufen Sie Ihre neue Seite im Webbrowser auf, WordPress meldet sich dann mit einer freundlichen Installationsseite. Keine Sorge, es genügt, die Zugangsdaten der MySQL Datenbank anzugeben. Dann ist WordPress bereits installiert! Wenn Sie Probleme oder Fragen haben, kontaktieren Sie den Kundendienst Ihres Providers. Freundliche Hosting Anbieter helfen Ihnen bei der Installation gerne oder erledigen diesen Schritt für Sie!

Falls der letzte Absatz Ihnen nicht ganz verständlich vorkommt: Tut mir leid! Hier finden Sie eine detaillierte Installationsbeschreibung. Ich hoffe, dass Ihnen diese weiterhilft.

Warum gerade WordPress?
Es gibt viele gute CMS (Content Management System), keine Frage! Da sind Joomla!, Drupal, E107, Typo3 und hundert weitere. Und damit haben wir nur die bekanntesten erwähnt. WordPress ist aber mit Abstand das populärste CMS von allen, was gute Gründe hat. Zählen wir hier nur die wichtigsten auf: WordPress ist leicht zu installieren und zu warten, das Erstellen neuer Seiten oder Blogbeiträge geht leicht von der Hand, die Auswahl an Themes (Gestaltungsvorlagen) und Plugins ist riesig! Wie sieht es mit den Kosten aus? WordPress kostet – nichts! Auch die meisten Plugins und Themes sind gratis! Die Anbieter verdienen ihr Geld mit Support und mit sogenannten «Pro» Versionen. Wenn Sie beispielsweise ein schönes Theme wie «Hestia» verwenden, kostet es sie in der Basisversion nichts. Wenn Sie aber alle Funktionen von Hestia verwenden wollen, müssen Sie zur Kreditkarte greifen! Die meisten Themes kosten zwischen 30 und 70 Franken pro Jahr! Dies ist das übliche Geschäftsmodell in der WordPress Welt. Und es funktioniert hervorragend, wie die Praxis zeigt. Rund um WordPress ist in den letzten Jahren eine gigantische Softwareindustrie entstanden.

WordPress DashboardWordPress Dashboard

Rein ins Dashboard!
Nun ist WordPress also installiert und Sie haben das Administrator Login für das Dashboard erhalten – oder es selbst definiert. Sie können Ihre Seite im Webbrowser jetzt auch wie folgt aufrufen, ich werde von nun an die Domain hockey-masters.ch als Beispiel verwenden:

Seite aufrufen: http://www.hockey-masters.ch
Dashboard: http://www.hockey-masters.ch/wp-admin

Der Begriff «Dashboard» sagt Ihnen noch nichts? Bei WordPress ist das Dashboard der Admin Bereich. Also der Ort, an dem Sie Ihre Webseite verwalten, Texte schreiben, Bilder hochladen, Themes und Plugins installieren, und so weiter. Kurz: Alles, was benötigt wird, um eine Webseite von A-Z zu erstellen und zu warten.

Falls Sie WordPress noch nicht so gut kennen, empfehle ich Ihnen, sich etwas Zeit für den «Codex» zu nehmen, die Seite also, auf der Sie alles wissenswerte rund um WordPress schnell finden werden. Hier geht’s zum WordPress Codex.

Ein Theme auswählen
Sie haben sich etwas eingelesen? Prima! Weiter geht’s. Das erste, was nun folgt, ist die Installation eines Themes. Hier noch etwas zur Terminologie: Themes sind Gestaltungsvorlagen. Themes legen fest, wie Ihre Seite aussehen wird. Das gute daran ist, dass Themes jederzeit ausgetauscht werden können, ohne dass die Inhalte Ihrer Seite verloren gehen. Zudem können Themes recht einfach an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Aber welches ist das richtige Theme für mich, werden Sie vielleicht jetzt fragen. Zur Beantwortung dieser Frage sind ganze Bücher geschrieben worden. Deshalb hier um der Kürze willen das Ernüchternde vorweg: Es gibt kein Allgemeinrezept, um in vernünftiger Zeit das «passende» Theme zu finden. Warum nicht? Weil die Wahl stets von der Aufgabe, dem persönlichen Geschmack und davon abhängt, was ein Theme alles können muss.

Machen Sie es zu Beginn so: Wählen Sie im Menu Design > Themes. Nun sehen Sie alle Gestaltungsvorlagen, die bereits installiert sind. Vermutlich werden Sie Twenty Nineteen, Twenty Seventeen und einige weitere sehen.

Info: die Twenty-Themes. Seit rund 10 Jahren veröffentlicht WordPress regelmässig neue Standard Themes, die mit WordPress mitgeliefert werden. Twenty Ten war das erste, das aktuelle heisst Twenty Nineteen. Diese Standard Themes sind in bezug auf das Aussehen meist neutral gehalten, aber so flexibel, dass sie problemlos an individuelle Bedürfnisse angepasst werden können.

Auswahl eines neuen Themes

Klicken Sie als nächstes auf die Schaltfläche Hinzufügen, um neue Themes zu installieren. Wählen Sie im darauf folgenden Schritt die Sortieroption Populär. Jetzt sehen sie die Themes, die zurzeit beliebt sind. Und nun nehmen Sie sich etwas Zeit und schauen sich mindestens zehn Themes in aller Ruhe an. Themes können mit einem Klick auf Vorschau angezeigt werden, damit wird an Ihrer Seite selbst nichts verändert! Prima, nicht? Die meisten Themes, die Sie hier sehen, können Sie kostenlos installieren und in aller Ruhe testen. Wenn Sie genaue Vorstellungen über das Aussehen haben, können Sie die Themes auch filtern mit der Option Nach Funktionen filtern.

Haben Sie ein Theme gefunden? Dann klicken Sie jetzt auf Installieren und aktivieren Sie es. Ich habe in der Zwischenzeit ebenfalls eines ausgewählt, es heisst Lighthouse, ich werde dieses Theme im folgenden als Beispiel verwenden.

WordPress DashboardSo sieht das Lighthouse Theme aus

Schön, dass Sie reinschauen!
Was wir als nächstes benötigen, ist eine Seite, die den Besucher mit einem freundlichen «Willkommen» begrüsst. WordPress hat bereits so eine Seite erstellt, vermutlich mit dem vielverheissenden Titel «Hallo Welt!». Wir könnten nun diese Seite anpassen und als neue Startseite verwenden. Es ist aber besser, wenn Sie eine neue Seite erstellen, ohne jede Altlast! Das geht ganz einfach über Seiten > Erstellen. Wichtig: Erstellen Sie auch wirklich eine Seite, nicht einen Beitrag! Falls Sie dies jetzt verwirrt, ich werde es im nächsten Abschnitt klären…

Hockey Masters Startseite

Hockey Masters Startseite

Ändern Sie Ihre neue Seite und schreiben Sie zuerst einen einladenden Titel, «Willkommen» zum Beispiel. Und dann den Text, mit dem Sie Ihre neugierigen Besucher begrüssen wollen. Wie so oft im Leben gilt auch hier: Weniger ist mehr. Der Text soll korrekt, gut verständlich, angenehm zu lesen und interessant sein! Ich habe diese Aufgabe auf meiner Beispielseite bereits erledigt, das Ergebnis können Sie im Kasten rechts sehen.

Sobald Sie mit der Startseite fertig sind, wählen Sie im Menu noch einmal Seiten und erstellen Sie mindestens zwei neue Seiten. Geben Sie diesen passende Titel wie zum Beispiel Über mich und Kontakt. Ich werde gleich darauf zurückkommen!

Ein paar Worte zum Gutenberg Editor
Hatten Sie beim Erstellen der Texte etwelche Mühe? Nun, dann geht es Ihnen wie zig tausend anderen WordPress Benutzern. Seit Version 5.0 wird WordPress mit einem Block Editor ausgeliefert, der auf den gefälligen Namen «Gutenberg» hört! Sie können hier nicht einfach drauflos tippen, weil alle Inhalte in Blöcken organisiert werden. Und das hat seine guten Gründe. Durch das Anordnen in Blocks sind die Seiteninhalte strukturiert, es ist deshalb viel einfacher, das Layout der einzelnen Elemente zu beeinflussen. Ausserdem kann Gutenberg vieles, was der alte, klassische Editor nicht konnte. Mehrspaltige Bereiche zum Beispiel, die sich an jede Bildschirmgrösse anpassen (Stichwort: responsive design).

Mein Vorschlag: Geben Sie Gutenberg eine Chance, Ändern Sie den Titel, dann den ersten Textblock. Wenn Sie damit fertig sind, klicken Sie auf das Plus-Symbol mit Kreis, um weitere Blöcke zu erstellen. Um einen Block vertikal zu verschieben, klicken Sie auf die Pfeilsymbole links neben dem Block. Sobald Sie einen Block markiert haben, wird darüber eine Symbolleiste angezeigt, bei Textblöcken werden hier grundlegende Textauszeichnungen angeboten. Für die Eigenschaften des ganzen Blocks ist das Blockmenu zuständig. Dieses sehen Sie am rechten Fensterrand.

Darauf müssen Sie achten: Gutenberg konvertiert jeden (!) Absatz in einen Block. Zwar kann der Cursor mit den Pfeiltasten über die Blockgrenzen bewegt werden, auch die Seitenlauftasten funktionieren wie erwartet. Abschalten lässt sich dieses Aufteilen in Blocks aber nicht! Was zudem fehlt, ist ein Modus zum störungsfreien Schreiben (englisch: distract free writing). Hierbei werden alle Kontrollelemente ausgeblendet, so dass das ganze Fenster nur noch den Text anzeigt. Das ist etwa so wie mit dem Smartphone am Sandstrand während den Ferien. Wirklich entspannen können Sie sich erst, wenn Sie das verflixte Ding ausschalten!

Info: Gutenberg für Vielschreiber. Wenn Sie längere Texte schreiben wollen, blenden Sie als erstes mit einem Klick auf das [x] Symbol (oben rechts im Fenster) die Einstellungen aus. Ein weiterer Klick auf das Zahnradsymbol blendet den Dialog wieder ein. Als letztes klicken Sie auf das Piktogramm für die Einstellungen, drei vertikal angeordnete Punkte [⋮] und markieren Sie dies: Vollbild Modus, Spotlight Modus und Obere Werkzeugleiste.

Noch ganz kurz etwas zu den Bildern: Damit der Text um ein eingefügtes Bild fliessen kann, muss der Block mit dem Bild vor dem Textblock eingefügt werden. Dann wird bei den Bildeigenschaften der Modus zum Umfliessen gewählt. Das klappt solange gut, bis der Text überarbeitet wird und das Bild plötzlich woanders stehen soll. Hier hilft nur eines: Den Block mit dem Bild an die gewünschte Stelle verschieben.

Den Schalter umlegen!
WordPress entstand vor fast 20 Jahren als Software für Blogger; diese Herkunft ist bis heute gut zu erkennen. Denn wenn sie WordPress installieren, befindet es sich im Blogger Modus. Auf der Startseite werden die neuesten Blog Beiträge angezeigt, nicht eine statischer Inhalt. WordPress unterscheidet strikte zwischen Beiträgen und Seiten. Beiträge werden von Bloggern verfasst und in chronologischer Folge angezeigt, die neusten zuerst, die ältesten weiter unten. Wenn Sie wollen, dass sich WordPress nicht wie eine Bloggerseite verhält, sondern wie eine Webseite mit stets gleichbleibender Startseite und Seitenstruktur, dann müssen Sie den Hebel umlegen. Wir werden dies sogleich tun. Da dies möglicherweise ein nicht ganz leicht zu verdauender Brocken ist, hier noch einmal eine Zusammenfassung der beiden WordPress Modi:

Blogger Modus: Auf der Startseite werden Ihre letzten Blogbeiträge angezeigt. Blogger, aber auch die Betreiber von Nachrichtenseiten verwenden gerne diesen Modus. Ein typischer Blog ist in bezug auf das Design schlicht gehalten, Beiträge werden absteigend nach Datum sortiert von oben nach unten angezeigt, Besucher können meistens auch Kommentare verfassen. Es ist möglich, statische Seiten über ein Menu anzubieten.

Statische Startseite: Beim öffnen der Webseite wird immer dieselbe Seite angezeigt. Dies ist die Startseite, die Sie vor wenigen Minuten erstellt haben. Weitere statische Seiten wie zum Beispiel Kontakt, Über mich oder Meine Katzen können erzeugt und über ein Menu verlinkt werden. Selbstverständlich können Sie in diesem Modus auch Blogbeiträge einbinden. Diese erscheinen dann unter einer Rubrik wie zu Beispiel «News».

Strtseite einstellen

Startseite einstellen

Und so geht das umstellen: Wählen Sie Design > Customizer und dann Startseiten Einstellungen. Im Dialog, der nun angezeigt wird, wählen Sie eine statische Seite als Startseite, dies öffnet eine Auswahlliste, in der die gewünschte Seite ausgewählt werden kann. Zum zweiten kann hier bestimmt werden, mit welcher statischen Seite die Blogbeiträge angezeigt werden. Wir lassen dies für den Moment aussen vor!

Seitenstruktur und Menus
Richten Sie nun bitte Ihr Augenmerk wieder auf die beiden Seiten, die Sie zusätzlich erstellt haben, ich habe sie im Beispiel Kontakt und Über mich genannt. Natürlich können Sie diese Seiten benennen, wie Sie möchten und Sie können auch weitere verfassen, Sie können sogar bestimmen, dass einzelnen Seiten anderen untergeordnet sind – willkommen in der Welt der Seiten-Hierarchie und -Navigation! Bitte geben Sie diesen beiden Seite einen sprechenden Titel und schon jetzt auch etwas Inhalt. Im folgenden Schritt werden wir die drei bisher erstellten Seiten in einer Navigation anzeigen. Wir benötigen dazu allerdings ein Menu. Keine Sorge, in WordPress können Menus mit wenigen Schritten generiert werden:

WordPress MenuEin Menu entsteht

  1. Wählen Sie Design > Menus. Schon sind Sie mitten im Dialog zum Verwalten der Menus. Standardmässig erstellt WordPress bei der Installation kein Menu, Sie müssen als als erstes eines erstellen.
  2. Klicken Sie in das Eingabefeld Name des Menus und geben Sie Ihrem neuen Menu einen sprechenden Namen, zum Beispiel «Hockey Masters Menu».
  3. Unter dem Menunamen sollten Sie bereits jetzt Ihre Seiten sehen, Sie können durch Ziehen/Ablegen die Reihenfolge ändern, Einträge löschen oder neu hinzufügen. Zum ändern klicken Sie einfach auf den kleinen Pfeil am rechten Rand des zu bearbeitenden Eintrages. Um einen weiteren Punkt zu ergänzen, wählen Sie im linken Bereich des Dialoges die Seite aus und klicken Sie den Button Zum Menu hinzufügen.
  4. Vergessen Sie nicht, zuletzt die Schaltfläche Menu speichern zu wählen, sonst war die ganze Mühe umsonst!

Ihr Menu ist nun fertig. Aber wenn Sie Ihre Seite neu laden, sehen Sie, dass es nirgendwo angezeigt wird. Warum das? Die Antwort wird Ihnen gerne der Entwickler des von Ihnen gewählten Themes geben: Menus müssen einer «Menuposition» zugewiesen werden, Menupositionen sind Bereiche auf der Seite, die der Themedesigner zur Anzeige von Menus vorgesehen hat. Viele Themes haben nur eine Menuposition, diese befindet sich meist oben im Header Bereich. Das in diesem Tutorial verwendete Lighthouse ist so ein Theme. Andere Themes haben drei oder sogar mehr Positionen. Das bedeutet auch, dass Sie verschiedene Menus erstellen und diese für ganz unterschiedliche Aufgaben verwenden können. Aber genug der Theorie, so aktivieren Sie das Menu:

Menuposition wählen

Das neue Menu einer Theme-Position zuweisen

  1. Wählen Sie Design > Customizer, dies öffnet den Dialog, mit dem Sie Ihr Menu einem Slot zuweisen können.
  2. Klicken Sie als nächstes auf Positionen anzeigen. Nun können Sie sehen, welche Menupositionen es gibt. Zu jeder Position können Sie ein Menu wählen, das hier angezeigt wird.
  3. Weisen Sie Ihr neues Menu einer Position zu und klicken Sie dann auf Veröffentlichen.  

Wenn alles geklappt hat, sollten Sie im Header Bereich die Navigation sehen. Wenn Sie nichts sehen, kontrollieren Sie bitte dies: A. Haben Sie das richtige Menu zugewiesen? B. Haben Sie die Änderung bei der Zuweisung publiziert? C. Wenn Sie ein Caching Plugin verwenden, löschen Sie bitte den Cache. Aktualisieren Sie dann die Seite.

Wir sind zum Thema Menu noch nicht ganz am Ende angelangt. Wie ich schon angedeutet habe, können Menus verschachtelt werden. Sobald Ihre Seite umfangreicher wird, ist dies ein wichtiger Aspekt. Ziehen Sie einfach einen Eintrag Ihres Menus im Menu Editor etwas nach rechts. Der Eintrag bleibt dann eingerückt und wird ab sofort als Untermenu angezeigt. Allerdings nur dann, wenn der Designer des Themes dies auch vorgesehen hat! Im Zweifelsfall einfach ausprobieren.

Neue Kleider für den Kaiser
Es freut mich, dass Sie bis hierher durchgehalten haben. Nun haben wir schon ein schönes Stück der Wegstrecke zurückgelegt. Viel fehlt nicht mehr! Im nächsten Schritt sollten Sie der Seite ein individuelles Gepräge geben. Ersetzen Sie dazu das Header Bild und passen Sie die Farben an. Beides können Sie sehr einfach im Customize Menu. Bevor Sie dies tun, stellen Sie bitte ein passendes Bild bereit. Am besten ist es, wenn Sie dieses selber gemacht haben oder die Erlaubnis haben, es zu verwenden.

Header festlegenEin Header Bild zuschneiden

Wählen Sie Design > Customizer und anschliessend die Option Header-Bild. Fast alle Themes bieten ein Header Bild oder wenigstens eine Grafik, die prominent auf der Seite angezeigt werden kann. Achten Sie bitte auf die geforderte Grösse des Bildes, die im Dialog angezeigt wird und verwenden Sie ein Grafikprogramm, um das Bild zuzuschneiden. Falls das jetzt gerade nicht geht: Laden Sie Ihr Photo hoch, so wie es ist. Im zweiten Schritt können Sie es auch in WordPress auf die passende Grösse verkleinern.

Sobald das Header Bild Ihren Vorstellungen entspricht, widmen Sie bitte Ihre Aufmerksamkeit der Farbgebung. Welches ist die dominante Farbe des Headerbildes? Versuchen Sie diese als Theme-Farbe einzustellen. Viel ist dazu nicht nötig: Wählen Sie Design > Customizer > Farben. Wenn es nun einen Eintrag Theme-Farbe gibt, stellen Sie hier die ermittelte Farben ein. Die Theme-Farbauswahl ist sehr unterschiedlich. Manche Themes erlauben nur das Bestimmen der Textfarbe, andere bieten bis zu 100 verschiedene Farbeinstellungen. Auch hier gilt: Ausprobieren, bis es passt!

Was ist eigentlich ein Widget?
Wir sind schon fast fertig! Ganz zum Schluss werfen Sie bitte noch einen Blick auf die Widgets. Widgets? Schlagen wird im Wörterbuch nach, erfahren wir, dass ein Widget ein «Dingsbums» ist – und damit sind wir nicht wirklich klüger! Komponente einer Benutzeroberfläche ist eine wesentlich bessere Übersetzung. In WordPress können Widgets so ziemlich alles sein: Ein Eingabefeld für die Suche, ein Kalender, eine Auflistung der Ihrer neuesten Twitterbeiträge, eine Sprachauswahl, ein Audiogerät usf. WordPress bringt bereits eine Myriade an Widgets mit, weitere können nachinstalliert werden. Und Widgets können fast überall auf der Seite platziert werden: Überall dort, wo der Theme Designer es vorgesehen hat, oder in Beitrag selbst, wenn Sie Gutenberg verwenden.

Widgets platzieren

Widgets auf der Seite platzieren

Wählen Sie bitte noch einmal Design > Customizer, dann Widgets. Nun sehen Sie eine Liste von Bereichen, in denen Sie Widgets platzieren können. Schön übersichtlich, nicht? Wählen Sie nun einen Bereich aus, zum Beispiel Sidebar. Diesen Bereich gibt es auf allen Themes mit Seitenleiste. In der nächsten Ansicht werden alle Widgets aufgelistet, die es in diesem Bereich bereits gibt. Sie können hier Widgets löschen, hinzufügen und die Reihenfolge verändern. Und in aller Regel werden Sie hier auch etwas ändern wollen! Besonders das Widget zum Einloggen in das Dashboard gehört weg! Auf das Meta Widget wollen Sie vermutlich löschen. Beliebt sind hingegen Widgets zur Anbindung an soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter.

Fertige SeiteDie fertige Seite

Und nun sind wir tatsächlich am Ende. Sie haben mit WordPress eine Seite erstellt, die Ihren gewünschten Inhalt anzeigt und – wenn auch nicht bis in alle Details – so aussieht, wie Sie es gerne haben möchten. Ist die Seite damit wirklich fertig. Mit einer Webseite verhält es sich etwa so mit einer alten Lokomotive. Sie fährt zwar, aber es gibt immer etwas zu flicken. Sie stehen also am Beginn eines Prozesses, bei dem sich die Seite ständig verändern und erneuern wird. Und das ist gut so. Pflegen Sie die Inhalte, passen Sie das Design an oder erstellen Sie ihr eigenes Theme (ist keine Raketenwissenschaft). Kümmern Sie sich um die Suchmaschinenoptimierung (Stichwort: SEO), verfolgen Sie die Zugriffsstatistik und optimieren Sie die Sichtbarkeit mit dem Yoast Plugin.

Und König Wenzel ging durch den verschneiten Wald

König Wenzel und sein Page

Alice Englander / Jean Richardson: König Wenzel und sein Page

Die Zeit vor Weihnachten ist die Zeit zum Erzählen schöner Geschichten. Gewiss, jede Zeit im Jahr ist gut, um eine spannende Geschichte zu hören, denn Geschichten für die wir uns Zeit nehmen, sind wie die Sterne am Himmel eines Menschenlebens. Ein Himmel ohne Sterne? Eine Nacht ohne Träume? Ein Frühling ohne Blütenzauber? Wie traurig wäre das! Vor einigen Tagen habe ich ein schönes Bilderbuch entdeckt, das eine berühmte Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte von König Wenzel, der mit Brennholz und einem Korb voller Köstlichkeiten durch den verschneiten Wald stapft. Alles, was der gute König trägt, ist für eine arme Bauernfamilie bestimmt, die auf einer kleinen Waldlichtung in einer bescheidenen Holzhütte lebt.

Und Wenzel ist nicht alleine, er wird vom jungen Pagen Stefan begleitet, der in dieser Nacht hautnah erlebt, was menschliche Güte und Nächstenliebe vermögen. In der einfachen Waldhütte wird nach der Ankunft der beiden ein Fest gefeiert, von dem alle noch nach vielen Jahren gerne erzählten. Stefan schliesst mit den Bauernkindern Freunschaft. Mit dem ältesten Sohn, der etwa so alt war wie er ist, sitzt Stefan lange vor dem wärmenden Feuer. Dabei zeigt er ihm auch sein hübsch verziertes Jagdmesser, auf das er besonders stolz ist. Sein neu gewonnener Freund betrachtet es mit grossen Augen und staunt, denn so etwas Kostbares wird er wohl nie besitzen.

Am anderen Morgen verlassen Stefan und König Wenzel die Bauernfamilie und kehren zurück zum Schloss. Doch dann bleibt Stefan stehen und überlegt. Und im nächsten Moment macht er Kehrt und legt das Messer neben seinen Freund, der noch tief und fest schläft. Sein Herz wird «licht und warm», so steht es in der Geschichte. Stefan hat gelernt, wieviel Freude das Schenken bereiten kann.

Im Vorsatz dieses hübsch gestalteten Buches ist zudem das englische Weihnachtslied «Good King Wenceslas» mit Text und Noten zu finden. Das Buch aus dem Jahr 1991 ist leider vergriffen. Einige antiquariasche Exemplage gibt es aber auf Amazon zu kaufen.

«Dieser Vorschlag macht in keinster Weise Sinn!»

Reiners, Ludwig: Stilfibel

Reiners, Ludwig: Stilfibel1

Niemand ist davon gefeit – leider! Ist der Text auch noch so kurz, es schleichen sich doch Fehler ein; hier einer, da einer und dort auch noch einer. Im günstigsten Fall sind es nur harmlose Tippfehler. Peinlicher wird es, wenn man Stilschnitzer übersieht, was gerne und oft passiert. Denn kleinere, zuweilen auch gröbere Stilgebrechen können sich gut im Text tarnen und trotz mehrmaligem Durchlesen übersehen werden. Hier ein Beispiel vorweg: In Interviews erklären Politiker gerne, dass sie von einer Sache «restlos überzeugt» sind. Und das ist eine gut getarnte Tautologie, denn eine Überzeugung wird zur Meinung, solange sich ein kleiner Zweifel an sie heftet!2
Ein fehlerfreier und guter Schreibstil ist heute wieder gefragt, zumal er nicht erst beim Einstieg in das Berufsleben hilfreich ist. Ein guter Stil fördert das Denken, wer sich schriftlich verständlich und treffend ausdrücken kann, verbessert auch seine Sprache. Warum das? Weil bewusstes und sorgfältiges Schreiben den aktiven Wortschatz vergrössert. Dies ist der Wortschatz, den ein Mensch versteht und bei der Sprache auch tatsächlich nutzt. Der passive Wortschatz besteht aus den Wörtern, die wir zwar verstehen, aber verbal nicht nutzen.

Was aber ist ein guter Stil? Es gibt einige Bücher, die auf diese Frage eine Antwort parat haben, sie geben Ratschläge, wie sich der Schreiber stilistisch verbessern kann. Eines davon existiert seit mehr als sechzig Jahren, ist aber immer noch aktuell. Es hat ferner den Vorteil, dass es didaktisch geschickt aufgebaut und sehr unterhaltsam ist. Ich meine die Stilfibel von Ludwig Reiners, die 1951 erstmals erschien und seitdem mehr als 55 Auflagen erlebt hat! Warum ist das Werk des deutschen Geschäftsmannes und Schriftstellers so erfolgreich? Weil es vor allem eines ist: leicht verständlich! Jeder, der seinen Schreibstil verbessern möchte, findet hier in Lektionen aufgeteilte Beispiele und Übungen, die schon nach kurzer Zeit Erfolgserlebnisse versprechen. Ludwig Reiners redet schon im Vorwort wie zu einem aufmerksamen Schüler: Lerne die Lektionen sorgfältig, repetiere sie und arbeite die Übungen gewissenhaft durch, bis du sie verstanden hast – dann bleibt der Erfolg nicht aus! Ludwig Reiners mimt den Lehrer, so wie er in alten deutschen Filmen auftritt: Stets korrekt, etwas knorrig und mit der für das Amt erforderlichen Strenge; aber immer mit einem feinen Sinn für Humor und pointierte Bemerkungen!

Reiners beginnt seine Stilfibel mit einer Grammatik-Schnellbleiche auf nur sechs Seiten. Wer die folgenden Kapitel verstehen will, muss hier durch! In der Rubrik «Der Schüler fragt» kommt dann auch – wie erwartet – der Einwand, dies sei eine Wüste gewesen. Und Reiners verspricht, dass es nie wieder so langweilig werden wird! An den Grammatik Grundkurs schliesst sich ein Kapitel mit 20 Stilverboten an! Das Wort «Verbot» ist hier gewollt, denn es geht darum, sich allerlei kleinere und nicht ganz so kleine Dummheiten beim Schreiben abzugewöhnen. Etwa die falsche Anwendung des Genitiv, der Griff zur unpassenden Zeitform oder Wortwiederholungen, die dem Text jeden Schwung nehmen. Das Stilvergehen «in keinster Weise» kannte Reiners noch nicht (kein lässt sich nicht steigern), aber er hätte es gewiss verurteilt! Es gab etwas, das Ludwig Reiners nicht ausstehen konnte: Den Kanzleistil. Gemeint ist damit die verschnörkelte Schreiberei, die alles in Substantiven ausdrücken will, die Leidform liebt und Texte bis zur Unkenntlichkeit verklemmt und verschachtelt. Reiners Rat: Sofort zerschlagen!

Aber allein mit Verboten wird der Stil nicht besser. Deshalb folgen nun 20 Stilregeln! Sie bilden den Kern des Buches und, wie gesagt, wer von der Lektüre einen Gewinn haben will, darf jetzt nicht nachlässig werden! Das wohl wichtigste Gebot folgt gleich als erstes: die Wahl des besonderen Ausdruckes. Gemeint ist damit, im Text stets das treffende Wort zu finden, spezifische statt allgemeine Begriffe. Also nicht Tier, sondern Schäferwelpe, nicht Blumen in der Natur, sondern Lilien auf dem Felde, Marktplatz von Hameln statt Ortschaft, usw. Wie bei den Verboten gibt es auch hier in jedem Kapitel Zusammenfassungen, Übungen und Aufgaben, die nicht übersprungen werden sollten.

Zum Titel dieses Beitrages: Er enthält noch ein zweiten Stilfehler, der sich leider tief in der deutschen Sprache eingenistet hat! «Sinn machen» ist ein Anglizismus (make sense). Richtigerweise müsste da stehen: Ergibt Sinn. Oder auch: Ist sinnvoll.


1. Das Buch scheint aktuell vergriffen zu sein, Exemplare älterer Auflagen sind auf Amazon erhältlich
2. Siehe Schneider, Wolf: Deutsch für Profis, Kapitel 7.

«Da nützt alles zähmen nichts!»

Interview mit Kater Köbi

Kater Köbi

Köbi, welches ist Deine Lieblingsbeschäftigung?
Mäuse jagen natürlich. Hin und wieder erwische ich auch eine Amsel.

Die armen Tiere!
Katzen sind Jäger, Ihr Menschen vergesst das immer mal wieder. Da nützt auch alles Zähmen nichts! Wir bleiben das, was wir sind und immer waren.

…Aber Du bekommst doch Futter?
Das ist nicht dasselbe. Das Futter, das mir vorgesetzt wird, ist zwar nahrhaft, ansonsten aber eine langweilige Angelegenheit, weil es nicht davonrennt.

Woher kommst Du?
Aus einer alten Bauernkatzenfamilie in Trub. Wir legen Wert auf Unabhängigkeit.

Stimmt es, dass Katzen sieben Leben haben?
Das stimmt. Ihr solltet aber stets annehmen, dass wir uns gerade im letzten Leben befinden.

Hast Du noch andere Namen?
Hier liegt ein Missverständnis vor, wir Katzen finden es eher peinlich, wenn ihr uns Namen gebt. Ich reagiere nicht auf den Namen, sondern auf Gesten und auf die menschliche Stimmlage. Lärm und hastiges Verhalten mag ich übrigens gar nicht.

Und was machst Du nach diesem Interview als nächstes?
Das musst Du schon selbst herausfinden, Du kannst ja versuchen, mir zu folgen.

Schreiben in der Wolke (Teil 4)

Zur Dokumentation einer Textverarbeitung gehören selbstverständlich gut strukturierte Kapitel, die die einzelnen Funktionen erklären. Idealerweise auch mit Beispielen versehen. Ich möchte im folgenden nicht damit beginnen, wie man etwas macht, sondern damit, was beim Schreiben mit einer Textverarbeitung wie GDocs vermieden werden sollte.

Teil 1: Einleitung und Rückblick
Teil 2: Konto erstellen und erste Schritte mit Google Docs
Teil 3: Sicherheit und Backup
Teil 4: Häufig gemachte Fehler
Teil 5: Grundlegende Funktionen

Einrücken mit Leerzeichen. Dies ist eine der «Ursünden», die tunlichst vermieden werden sollte, denn Leerzeichen haben nie eine feste Breite, sie werden anhand der verwendeten Schrift und Formatierung berechnet. Um Text horizontal auszurichten verwenden Sie Tabulatoren oder einen linken Absatzeinzug. Im einfachsten Fall einfach die Tab Taste drücken, damit springt der Text zum nächsten vordefinierten Tab. Eigene Tabulatoren können ganz einfach durch einen Klick an der gewünschten Stelle im Lineal gesetzt werden. Zudem können Tabellen in den Text eingefügt werden, die das Formatieren von Text in Zeilen und Spalten ungemein erleichtern. Zudem können bei Tabellen die Zeilen und Spalten mit Linien und Schattierungen formatiert werden.

Zeilenschaltung für mehr Zeilenabstand. Um den Abstand zwischen zwei Zeilen zu vergrössern kann einfach die Enter-Taste (Zeilenschaltung) mehrmals gedrückt werden. Aber eigentlich hat diese Methode nur Nachteile! Werden solche Textteile auf zwei Seiten umgebrochen entstehen hässliche Leerzeilen am Seitenbeginn- oder Ende. Wer dies vermeiden will, formatiert den Zeilen-, resp. Absatzabstand. Als Absatz bezeichnen wir jeweils den Text, der zwischen zwei Zeilenschaltungen steht. Der vertikale Abstand vor und nach dem Absatz kann mit GDocs wie erwartet im Format-Menu festgelegt werden: Zeilenabstand > Benutzerdefinierter Abstand.

Zuviele verschiedene Schriften im Text. Alle Textverarbeitungssysteme bieten heute eine Myriade an verschiedenen Schriften. Die meisten Texte, durchaus auch längere, kommen indes mit zwei bis drei Schriften bestens aus. Zuviele Formatierungen sorgen für ein unruhiges Schriftbild und lenken vom Lesen ab.

Aufzählung falsch formatiert. Die meisten Textsysteme erkennen automatisch, wenn eine Aufzählungsliste oder nummerierte Liste eingetippt wird (1., 2., 3., usw.). Dann wird diesen Absätzen eine passende Formatierung zugewiesen. Wie gesagt, die meisten ‒ nicht alle! Also weisen Sie einer Liste von Beginn an die passende Formatierung zu.

Die falschen Anführungszeichen. In der Schweiz werden zur Kennzeichnung einer direkten Rede oder eines Zitats Guillemets («…») verwendet, nicht die doppelten Anführungszeichen („…“). Gut, aber wie bekommt man diese Satzzeichen in den Text? Am einfachsten vie Einfügen > Sonderzeichen. Eine bewährte Praxis besteht darin, für die Zeichen einen Platzhalter in den Einstellungen zu definieren.

Minuszeichen statt Halbgeviertstrich. Häufig wird das Minuszeichen als Gedankenstrich verwendet, aus einem einfachen Grund, es ist auf der Tastatur gut erreichbar: direkt neben der rechten Shift-Taste oder auf dem Zehnerblock. Aber es ist eigentlich ungeeignet für diesen Job! Verwenden Sie als Gedankenstrich einen Halbgeviertstrich – so wie hier. In der englischen Sprache nennt sich das Zeichen «En-Dash», sie können es wie die Guillemets im Dialog für Sonderzeichen in den Text einsetzen.

«Da ist doch noch genug Platz!» Das Problem ist bekannt, ein Text sollte bitteschön auf einer einzelnen Seite Platz finden. Da gerät man bald einmal in Versuchung, die Seitenränder zu verkleinern, der linke Rand lässt sich auf einen Zentimeter Breite reduzieren, das Blatt muss ja nicht gelocht werden… Dabei sollte nicht vergessen werden, dass ein Blatt, das bis an die Ränder bedruckt wird, schwerfälig wirkt, fehlt es dann auch noch an Zwischenräumen, hat der Leser eine wahre Bleiwüste vor sich! So etwas liest niemand gerne.

Sillerenbühl Panorama

Während einer Wanderung in der Nähe von Adelboden: Die am Vormittag noch dicht liegenden Quellwolken lösten sich zunehmend auf, gaben den Blick frei auf einen leuchtend blauen Himmel, der über dem einzigartigen Alpenpanorama tiefblau leuchtete.

Schreiben in der Wolke (Teil 3)

Nach einer kurzen Einführung in Google Docs ist es angezeigt, einen kurze Pause für eine Zwischenbetrachtung zu machen. Es geht in diesem Einschub darum, wie Dokumente in der Cloud gespeichert werden und was dabei beachtet werden sollte.

Teil 1: Einleitung und Rückblick
Teil 2: Konto erstellen und erste Schritte mit Google Docs
Teil 3: Sicherheit und Backup
Teil 4: Häufig gemachte Fehler

Dokumente in der Cloud sind mehr als Dateien
Ich habe diesen Punkt bereits angesprochen. Dokumente, egal welcher Art, haben einige Eigenschaften, die man bei herkömmlichen Dateien auf der Festplatte oder auf einer Speicherkarte nicht findet. Wird ein GDocs Dokument etwa gelöscht, so verschwindet es nicht sofort, stattdessen wird es während einigen Wochen in einem Papierkorb abgelegt, bevor es endgültig verschwindet. Wer also etwas löscht, hat genügend Zeit, dies wieder rückgängig zu machen. Alle Google Cloud Dienste funktionieren so: Docs, Drive, GMail und Photos.

Wer eine Datei erstellt, ist automatisch deren Besitzer und hat alle Rechte (lesen, schreiben, löschen) für diese Datei. Das ist eine Selbstverständlichkeit und kaum der Erwähnung wert. Auch in der Cloud ist dies nicht anders. Es kommt indes ein wichtiger Aspekt hinzu. Der Besitzer kann jederzeit weitere Personen dazu einladen, ein Dokument oder auch einen ganzen Ordner einzusehen und zu verändern. Dank der Cloudtechnologie können somit mehrere Personen zeitgleich an ein und demselben Dokument arbeiten. Ohne sich gegenseitig Korrekturen zu überschreiben. Und alle Veränderungen werden automatisch protokolliert, niemand kann behaupten: «das war doch nicht ich!». Zudem gibt es eine Versionsverwaltung, so dass alle Veränderungen verfolgt werden können.

Halt, Datenschutz!
Wenn es darum geht, wichtige Dokumente in einer Cloud zu speichern, runzeln manche Zeitgenossen nachdenklich die Stirn. Sofort taucht die Frage nach der Sicherheit auf. Nun ist es tatsächlich so, dass vertrauliche oder sogar geheime Informationen so gespeichert sein müssen, dass ein Zugriff durch Dritte ausgeschlossen ist. Ein Wechseldatenträger der weggesperrt wird, ist eine wirksame Lösung. Oder wenigstens ein PC, der so konfiguriert wird, dass jede Datei stark vom Betriebssystem verschlüsselt wird. Ein Ausbau der Disk nützt also nichts, denn ohne Authentifizierung sind alle Informationen wertlos. Genau so funktionieren beispielsweise Chromebooks.

Natürlich ist in der Cloud gespeichertes Dokument nicht 100% sicher, 100% Sicherheit gibt es nicht! Wer seine Dokumente in der Cloud speichert, ist gute beraten, regelmässig Backups zu machen. Im Falle von Google Drive ist dies ohne grossen Aufwand möglich, ich werde darauf zurückkommen. Dasselbe gilt auch für Informationen auf der lokalen Disk. Wer nicht regelmässig Sicherungen macht, riskiert Datenverlust. Idealerweise werden gleich drei Backup-Sets erstellt und an verschiedenen Orten aufbewahrt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Daten auf der Disk und alle drei Backups verloren gehen, ist sehr klein!

Vorsicht vor der Festplatte
Wie steht es mit dem Schutz der Daten in der Cloud vor unerwünschtem Zugriff? Allzuoft fällt sofort das Stichwort «Datenkrake», wenn von Google die Rede ist. Tatsächlich scannt Google beispielsweise Mails nach Stichworten, um daraus auf den Benutzer zugeschnittene Werbung zu generieren. Aber das machen eigentlich alle (was die Sache zugegebenermassen nicht besser macht)! Dennoch kann keine Rede von «mitlesen» sein, so wie es zuweilen in Fachbeiträgen behauptet wird. Sind Dateien auf einer Festplatte besser geschützt vor Missbrauch? Keineswegs. Gemäss einer Kaspersky Analyse aus dem Jahr 2013 sind rund 5% aller Zuhause genutzten PC’s mit Malware infiziert. Und auf einem infizierten PC ist gar nichts mehr sicher! Es waren zahlreiche Viren im Umlauf, die gezielt Dateien zerstörten, wie etwa der Loveletter aus dem Jahr 2000. Ein aktueller Trend ist Ransomware (Erpresser Software), die Dateien verschlüsselt und diese erst dann wieder freigibt, wenn auf ein anonymes Konto Geld überwiesen wurde. Ein gutes Beispiel dafür ist die Schadsoftware «Bundespolizei» aus dem Jahr 2011. Gegen solche Angriffe sind Dateien in der Cloud besser geschützt.

Nicht erwähnt habe ich bisher die Störungsanfälligkeit von Festplatten, SD Karten und CD-ROM’s. Festplatten können schon nach wenigen Monaten ausfallen, nicht anders ist es bei USB Sticks. Und auch bei einer Compact Disk oder DVD muss nach spätesten 20 Jahren mit Lesefehlern gerechnet werden.

Google Takeout

Googles Takeout Service

Um Ihre Dateien in der Google Cloud zu sichern, gehen Sie wie folgt vor: 1. Öffnen Sie den Google Takeout Dienst. Möglicherweise müssen Sie sich beim Aufruf des Links noch einmal anmelden. 2. Klicken Sie auf die Schaltfläche [Nichts auswählen]. Nun können Sie selber bestimmen, was genau heruntergeladen wird, denn Google bietet hier so gut wie alles an, was von Ihnen als Nutzer gespeichert ist! 3. Geben Sie nun an, welche Daten abgeholt werden sollen, zum Beispiel Drive, Photos und Musik. Klicken Sie dann auf [Weiter].

4. Im letzten Schritt können Sie angeben, ob das Archiv in einzelne Dateien aufgeteilt werden soll, das ist praktisch, wenn die Dateien auf SD Karten mit gegebener Grösse kopiert werden müssen. Zudem können Sie festlegen, ob Sie eine Download Link per Mail erhalten wollen oder ob eine Speicherung bei einem anderen Dienst erfolgen soll, Dropbox oder Microsoft OneDrive.

Mein erstes Digitalphoto

Einr der ersten Photoapparate, mit dem ich unterwegs war, war eine einfache Ricoh Spiegelreflex Kamera. Dazu gehörten drei Objektive mit Festbrennweite, aber kein Blitz! Mann sollte diese Kamera indes nicht mit modernen SLR’s vergleichen, denn auf der Ricoh musste alles noch manuell eingestellt werden. Allem voran den Focus, automatisches Scharfstellen gab es noch nicht. Und dann war da die Sache mit der Belichtung: Eine Nadel im Sucher zeigte die Lichtmenge an und durch das Verstellen der Blende konnte die Belichtung geregelt werden. ISO Wert? Der musste bereits beim Kauf des Filmes bestimmt werden und galt dann natürlich für alle Bilder dieses Streifens! Wissen Sie, was das bedeutet? Wenn die Kamera endlich zur Aufnahme bereit ist, ist der Hirsch längst wieder im Gebüsch verschwunden!
Irgendwann gab die Kamera leider den Geist auf, eine Reparatur wäre zu teuer geworden – schade, denn ich hatte mich während zehn Jahren an das gute Stück gewöhnt. Dann erwarb ich meine erste Digitalkamera, was nur im ersten Moment wie ein Fortschritt klingt. Denn die Kodak DC25, so hiess sie, hatte keine Einstellungsmöglichkeiten. Mit dem Sucher das Sujet wählen, auslösen, fertig! Zudem hatte die Kamera einen internen Speicher von 2MG, je nach gewählter Auflösung konnten damit nur sechs oder zehn Photos gespeichert werden. Die technischen Daten sind auf der digicammuseum Seite zu finden.

Inkwilersee

Doch nun kommt der ganz grosse Vorteil dieses für damalige Zeiten fantastischen Gerätes: Nach der Aufnahme eines Photos wurde dieses sofort auf dem kleinen 1.6 Zoll Display angezeigt. Das war eine ganz neue Erfahrung, vorbei war es mit dem Warten auf die Entwicklung des Filmes und mit der lähmenden Ungewissheit, ob die Aufnahmen überhaupt gelungen waren! Wenn ein Bild nicht passte, konnte es sofort gelöscht werden. Die grosse Freiheit beim photographieren, da war sie endlich! Und zuhause angekommen konnten die Bilder mit einem seriellen (!) Kabel auf den PC übermittelt werden, es dauerte wegen der sequentiellen Übertragung eben ein paar Minuten. Dafür waren mit der mitgelieferten Software «Picture Easy» einige einfache Bildbearbeitungen möglich: Drehen und spiegeln. Die Photos wurden auf der Festplatte abgelegt, auf Diskette oder Stick kopiert und konnten im Fotofachgeschäft belichtet werden. Die Ergebnisse waren trotz der tiefen Auflösung gar nicht so übel.

Es war ein schöner und warmer Sommertag 1997, als ich eines der ersten Bilder mit dieser Kamera aufnahm, es zeigt den idyllischen Inkwilersee mit der kleinen Insel am rechten Bildrand. Die Bildqualität lässt einiges zu wünschen übrig und schon einige Jahre später hatte jedes Handy eine eingebaute Kamera, die mehr leistete! Mich störte dies damals überhaupt nicht. Ich zog los, nahm Bilder auf und freute mich an den Ergebnissen!