Archiv der Kategorie: Alphorn

Alphornruf aus dem Internet

Eine interessante Adresse, nicht nur für Alphorn-Enthusiasten: Auf swissalpinemusic.ch gibt es einen leicht zu bedienenden Noteneditor (Composer) für kurze Alphornmelodien:

Und so funktioniert’s: Zuerst wird über die Punkte (1), (2) und (3) die gewünschte Melodie zusammengestellt. Der zur jeweils gewählten Note gehörende Ton wird sofort gespielt, so wird bereits beim Setzen ein Eindruck vermittelt, wie das kleinen Werk klingen wird. Fehler gemacht? Kein Problem. mit [Löschen] kann die zuletzt gesetzt Note wieder gelöscht werden. Falls gewünscht, kann die vollendete Melodie noch um einen Akkord erweitert werden. Dazu muss nur auf die Registerkarte [Akkord] geklickt werden. Nun kann die Melodie um eine zweite Stimme erweitert werden, so dass es zuletzt so richtig «alphornig» tönt!

Hier ist ein Beispiel des Bloggers, der selbst begeisterter Alphornbläser ist.

Und hier noch ein paar Tips, damit es auch klappt, mit dem eigenen Alphornruf: Typische Tonfolgen sind: C2-G-E2-C2. Oder E2-D-G-C2. Beliebt ist auch ein Beginn mit G-G2. Versuchen Sie nicht, eine Ihnen bekannte Melodie zu setzen. Alphörner kennen nur Naturtöne, die Skala der möglichen Töne ist also eingeschränkt. Ebenso gibt es nur eine Tonart: Diese wird durch die Länge des Instrumentes festgelegt.

Ist Ihr Werk fertig? Nun, dann überraschen Sie jemanden damit und versenden Sie Ihren eigenen Alphornruf zusammen mit einem hübschen Alpensujet als Postkarte. Achtung: Alle Melodien werden als Cookie im Browser gespeichert, können also schnell verloren gehen. Wenn Sie eine Melodie behalten wollen, senden Sie per Postkarte an sich selbst.

Geld und Geist bei der SWISS (II)

Volksmusiknet.ch hat meinen Bericht über den Alphorntransport bei der Fluggesellschaft SWISS aufgenommen und einige interessante Erläuterungen beigefügt:

«Wer nächstens mit einem Alphorn (oder auch mit einer grossen Bassgeige) unterwegs ist, soll nicht bei SWISS, sondern bei der Muttergesellschaft LUFTHANSA buchen. Lufthansa nimmt Alphörner und Bassgeigen bei Flügen aus der Schweiz gratis mit. Eine kleine Umfrage hat ergeben: folgende Fluggesellschaften sind bei Alphörnern und Bassgeigen ebenfalls grosszügig und lassen mit sich reden: Thai-Air (gratis mit der Auflage auf dem Flughafen von Bangkok ein kleines Ständchen zu geben), BA (verhandeln), AUA (gratis), American Airlines (gratis, jedoch nur im Frachtraum aus Sicherheitsgründen).»

Geld und Geist bei der SWISS

Wer hin und wieder meinen Blog liest weiss es bereits: Ich bin Alphornbläser. Ein Profi bin ich nicht, aber ich nehme mein Hobby ernst und übe täglich um mein Spiel zu verbessern. Am 2. Dezember reise ich nach Malmö, weil ich dort an einer Barbarafeier eingeladen bin. Gerne hätte ich auch mein Alphorn mitgenommen. Es hätte eine Überraschung werden sollen; nicht nur weil in diesen Regionen kaum je ein Alphorn zu hören ist. Leider sind Alphörner fragil, sie reagieren auf Stösse und Schläge sehr sensibel und sind schnell beschädigt.

Die SWISS teilte mir mit, dass ich das Alphorn in die Passagierkabine mitnehmen kann – aber nur wenn ich dafür einen Sitz reserviere und bezahle. Auch für den Transport im Frachtraum hätte ich gemäss Leisure Sales eine Zusatztaxe bezahlen müssen. Beide Varianten waren für mich zu teuer. Es ging ja nur darum, an einer Feier ein Ständchen zu geben – ohne Gage. Trotz mehrerer Nachfragen und Bitten war Leisure Sales nicht bereit, mir auch nur ein bisschen entgegenzukommen. Alles was der Verantwortliche mir anbot, war der Erlass der Annulationskosten für den Fall, dass ich daheim bleiben will. Eine Sachbearbeiterin meinte, es hätte ja auch Vorteile, wenn ich das Instrument zuhause lasse, dort könne es nicht kaputt gehen.

Ich reise nun ohne mein Alphorn. Und ich bin vom Kundendienst «unserer» Fluggesellschaft tief enttäuscht; die Erfahrung, dass mein Anliegen kein Gehör fand, stimmt mich traurig. Sollte ich wieder einmal mit dem Flugzeug reisen, werde ich trotzdem mit derselben Gesellschaft fliegen. Die SWISS hat für mich den Nimbus der nationalen Airline und der damit verbundenen Werte nicht verloren. Aber ich hoffe beim diesem nächsten Mal auf etwas mehr Kundenfreundlichkeit und auf eine Chance, dass ich mein Alphorn gegen eine vertretbare Gebühr mitnehmen darf.

Update: Ein Postbrief an die Beschwerdestelle der SWISS in Basel ist nie beantwortet worden.

Der letscht Alphornruef

«I ma das donners Züg nümm!» Mit dene Wort het Hannes sini Charte us der Hand gleit, isch uufgstange, het no mutz es «Guet Nacht!» hintedrii bängglet und isch denn zur Tüür us. Die andere Manne vo der Jassrundi hei ihm ganz verdutzt nachegluegt, bis är hinter der Tüüre vo der Wirtsstube isch verschwunde gsi. Druuf hei si afa ratiburgere, was äch jetz dä Hannes so schnäll däwä toube gmacht het. Ja gwüss, es het Diskussione gäh, wäge de Spilregle, das Wiise isch halt nid immer eifach u schnäll git es Frage, wo niemer am Tisch mit Sicherheit cha beantworte. U wo Res em Hannes widersproche het, het dä grade eso der Bäggu häregschosse. Item, so het me halt die Charte la Charte si und sich öppis anderm zuegwändet.

Unterdesse isch Hannes dür d’Nacht sim Heimet zue und het derbi vor sich häre brummlet. Sis Huus isch e gueti Halbstund Fuesswäg oberhalb em Dorf gläge. Hannes hebt d’Händ i d’Hoseseck u marschiert los, sis Gmüet het sich no nid beruhigt. E Stei am Wägrand chunt das z’gspüre über, Hannes git ihm e chreftige Tritt und der Chemp flügt mit eme wiite Boge dervo, rollt druf i Saagibach und landet dert mit eme Platsch im dunkle Bachbett. «Was het jetz dä mir dri z’rede? Weiss i de jetz nümm wie gwiiset wird, he? Jasse i de nid länger als dä Res?» So si i Hannes Chopf die Gedanke hin und här, ohni dass är gmerkt het, wie schnäll är ds Bord uuf isch cho und glii druf scho d’Tüüre vo sim eifache Hüüsli ufgmacht het. Hannes geit ine und mir chöi nid behoupte, dass är die alti Fichtetüre zärtlich zuegmacht hätt. Druf isch es wider still worde uf der Egg. Nume e Bärgbach, wo in der Nächi gsi isch, het heimelig plätscheret, vo Zyt zu Zyt isch es Chüzli z’ghöre gsi und vom Dorf här isch liis u verschwumme der Stundeschlag vo de Chileglogge z’ghöre gsi. E stilli, fridlichi Herbschtnacht isch es gsi.

Im Wirtshuus isch unterdesse no immer brattiget worde. Näbe Res si o Chlous, e eltere Buur und der Peter ghocket, der jung Chäser, wo erscht vor wenige Jahr d’Chäsi im Dorf übernoh het. Wo-n-är fragt, ob dä Hannes immer so mugglig sig, chunt är vo Chlous Bscheid über. «Nenei, dä Hannes isch albigs gar e uufgstellte, fröhliche Kärli, gsi. E glückliche Ma, het e liebi Frou und zwöi Chind gha. Und am Abe, wenn är mit wärche fertig worde isch, het är gärn sis Alphorn füregnoh. Druf hei die schönschte Alphornweise über d’Breitenegg abe gäg em Dorf zue tönt, so dass es e wahri Fröid gsi isch. Ja weisch, Hannes het drum ds Horne scho als Bueb glehrt», het der Buur witer z’brichte gwüsst. U tatsächlich, wenn Hannes dernoh gsi isch, het är no immer sis Hirtehorn füregnoh u vor sim Huus mängs schöns Cheerli gspilt. Aber nume no für sich sälber. E jedi Bitt, doch bi disem oder eim Feschtli mitzmache, het är churz puckt uusgschlage. Früecher isch das no anders gsi. Hannes isch gärn bi de Lüt gsi und isch o sälber wäg sim gsellige Wäse zäntume gärn gseh worde.

Das het jetz o Rese afa interessiere. O är isch Buur u bewirtschaftet scho mängs Jahr es schöns Heimet am Dorfrand. O är kennt Hannes no nid lang, isch ob Chlouses Bricht gwundrig worde u het welle wüsse, wie sich denn das zuetreit het, dass dä Hannes eso worde isch und so ganz elei läbt. «Ja, das erzelle i öich gärn», antwortet druuf Chlous, «i ha ja dä Hannes scho als Bueb kennt!» Und denn hett der alt Buur afa brichte:

BergeHannes isch hie im Dorf uf d’Wält cho, si Vater het gschrineret, isch aber kere eigete Wärchstatt vorgstande, er het im Nachbardorf e Astellig gha. Der chli Hannes isch gar e ufgweckte Bürschtel gsi, wenn är nid deheim i Huus u Garte het müesse hälfe, isch är mit de andere Buebe us em Dorf looszoge! Nüt als Flouse hei die Schlingel dennzumal im Chopf gha. Einisch, es isch e schöne Summertag gsi, hei si am Morge wie immer unter der Wuche Schuel gha – e längwiligi Sach, wenn me so Stund für Stund muess d’Bei stillha und em Schuelmeister ablose. Wo-n-es äntlich isch Mittag worde, hei si abgmacht, dass am Namittag im Wald gröiberlet wird. U genau so hei es die Buebe du o gmacht. Dass es zum räubere zerscht e tolli Räuberhütte bruucht, das versteit sich vo sälber u so hei die Buebe afa Escht vo de Bäum schnide, Stämm zämesueche und hei afa boue. E stattlichi Hütte isch es worde. U was jetz? Es Füür! Schliesslich chöme Röiber o einisch Hunger über und i der Nacht chönt es de no chalt wärde. Eine vo de Buebe hett sogar Zündhölzer derbi gha und so isch e Fürstell igrichtet und Brönnholz gsammlet worde. Aber ohä, wil das Holz nid trochne isch gsi, het es meh e Mutthufe als es Füür gäh und der Förster, wo ganz i der Nechi gwärchet het, het dä Rouch gseh! Wo-n-är druf zu der Räuberhütte mit der Fürstell chunt, setzt es es Donnerwätter ab! «Sid dir no bi Troscht, es Füür z’mache, wo-n-es doch so sit Wuche nid rächt grägnet het! U de no ga Escht ab de Bäum schnide – Buebe, heit Dir nid gwüsst, dass das verbote isch?»

Das het druf e Strafarbeit abgsetzt für die jungi Bandi: Im Dorf het es e alte Schopf gha, wo het müesse abgrisse wärde. Drinn het es vom letschte Bsitzer e Huufe Grümpel gha und es isch entschide worde, dass die Malifikante bim Ruume vo däm Schopf müesse mithälfe. Aber was als Strafarbeit dänkt gsi isch, het sich gli druf als Abentür usegstellt, wo no vil spannender gsi isch als die Sach im Wald. Het es doch i däm Ghütt unter em verstoubte Grümpel e Huufe Sache z’entdecke gäh. So isch zum Bispil e alte Sekretär uuftoucht. U dir wärdit’s nid gloube! I all dene chliine Schublade, het es allerlei Gschrifte gha, alti Briefmärggli und sogar alti Fädrehalter! Alles isch sorgfältig erläse worde und untersuecht, was es ächt uf em Schuelplatz für-n-e Tuuschwärt het. Und denn het Hannes bim uuserume plötzlich under de Räschte vo-m-e alte Ladewage es längs Stück Holz gfunde, wo am eim Ändi e Chrumb gha het. Was isch jetz das? Gwundrig hei Hannes u siner Kamerade das Fundstück, wo us zwöi Rohr bestande isch, us em Egge fürezoge und a ds’Tagesliecht bracht. Und was isch es? Es alts Alphorn! Jetz het de Buebe der Weize blüeiht! «Juhui, es Alphorn! Cha me ächt das no schpile?» Notdürftig isch das alte Instrumänt abgstoubet worde und denn untersuecht, ob es ächt no Tön vo sich git. Aber das isch eifacher gseit als gmacht. Zerscht het es Fritz probiert, aber es isch nume es armseligs Gigse u chratze us em Schallbächer cho, so dass Fritzes Gspane ihri hälli Fröid hei gha dranne. Druf isch der Simon a d’Reihe cho, aber o ihm isch das Meisterstück abverheit und wider het alles müesse lache. So isch das witergange und am Schluss isch o Hannes a d’Reihe cho. Zerscht het o ihm das Horn der Dienscht verweigeret und nume es paar verschnuufeti Sagigrüsch vo sich gäh. Aber plötzlich isch doch so öppis wie-n-e Ton usecho und het la ahne, wie schön das Instrumänt cha töne.

Gli druuf isch ds Interässe a däm Alphorn schwecher worde, öpe so wie d’Ufmerksamkeit i der Schuel, wenn es am Mittag zue geit… U derzue het es ja no Arbeit gäh z’erledige. Usegrumt wärde het die Schür müesse, Alphorn hin, Sekretär u Schribruschtig här.

Wo-n-es Abe worde und die Schüür isch läärgrumt gsi, het Hannes das Alphorn no einisch gründlich inspiziert – es het ihn fasziniert! Obwohl es mängs Jahr desumegläge isch, isch es doch no spilbar gsi und wo Hannes das alte Holz abwäscht, chunt uf em Schallbächer sogar no e Malerei mit Alpeblueme füre. Isch es ächt erloubt das mitznäh, wott druf Hannes vom Förster wüsse. «Wohl darfsch du das ha», meint dä, «es würd ja süsch nume no als Brönnholz diene.» So het Hannes das urchige Rohr heitreit, pflegt und flisig güebt. Und es isch chum es Jahr vergange, si vom Waldrand schöni Alphorntön z’ghöre gsi. Wo Hannes us der Schuel cho isch, het är sich ere Alphorngruppe agschlosse und isch sogar a de Jodlerfescht ufträtte.

«U dir hättet dä Hannes sölle gseh, wenn är losmarschiert isch im wisse Hemmli und em schwarze Sametmutz – e hübschere Burscht hett es zäntume nid gäh!» So isch Chlous i sim Bricht witergfahre und d’Zuhörer hei gmerkt, wie läbhaft Chlous sich erinneret het. Es isch gsi, als wär die Zyt grad wider gägewärtig und Chlouses Ouge hei glüchtet. He ja, o är isch einisch jung gsi, o är erinneret sich gärn a die Zyt, wo zwar hert, aber vellicht grad wäge däm so schön gsi isch.

BlumenJetz isch Hannes scho us der Lehr use, het e Astellig als Dachdecker u verdient sis erschte Gäld. Und wie es bi junge Lüt chum anders cha gah, isch o bi Hannes die erschti Liebi erwachet. Mit de andere junge Dörfler isch är am Samschtig ga runde, het bi mängem hübsche Meitschi um es Kafi bättlet und het sälte es Nei übercho. Aber Hannes isch trotz sim fröhliche Wäse chli schüch gsi und wo-n-är d’Annalies het lehre kenne, isch es bim runde blibe, ga fänschterle het Hannes sich no nid getrout. Annalies het wie Hannes es heiters Gmüet gha, isch aber stiller gsi, het e fiini u sinnerichi Art gha. Isch es ächt grad das gsi, wo die zwöi so zunenand zoge het? Uf all Fäll isch zwüsche Annalies u Hannes d’Liebi gwachse, grade eso wie-n-es Blüemli unter der Früehligssunne. Hannes het immer e Grund gfunde, bi Annalies Vater öppis z’verrichte und Annalies het der Muetter alli Bsorgige abgnoh, wo im Dorf hei müesse gmacht wärde. Der Wäg derthi het drum a Hannes Elterehus verbi gfüehrt.

Wie gärn hätt Hannes sire Annelis es Liebesgeständnis gmacht. Aber wie mache? Es hett chum einisch e Momänt gäh, wo die zwöi elei si gsi und wenn es de doch einisch e Glägeheit het gäh, de het Hannes der Muet verlah und är het vo öppis anderem afa brichte. Aber denn hett Hannes e Plan gha! Är het sis Horn scho e Chehr nümm deheim gspilt, isch halt verliebt gsi u hett lieber es stills Plätzli gsuecht, wo-n-är het chönne elei si zum ungstört a si liebi Annalies dänke. Ob der Egg am Waldrand isch es schöns Plätzli gsi, es hett sogar es Bänkli gha und em Betrachter het sich es wits Fäld uuftah, är hett wit über ds Dorf use gäg de Alpe zue gseh. Dert isch Hannes a eim schöne Abe ghöcklet und het glost, i de Böim hei drum d’Amsle grad so schön gliedet und vom Bärg här het e milde Luft blaset, so das es i de Böim fiin gruuschet het. U denn hett Hannes si Idee gha!

Wald

Am folgende Abe het öpper fiin a ds’Gadefäischter töpperlet un wo Annalies wott ga luege wär da isch, isch niene öpper z’gseh gsi. Aber uf em Fäischtersims het si es Briefli gfunde. Adrässe isch e keni druffe gstande, aber öpper het ganz sorgfältig und mit exakte Buechstabe «A-n-n-a-l-i-e-s» uf das Couvert gschribe. Es mit rotem Farbstift zeichnets Härzli het der Namenszug no verziert. Das mues vom Hannes si, dänkt Annalies und macht ganz uufgreft das Briefli uf. Füre chunt e Brief mit de folgende Zyle:

Liebe Annalies, Was ich für Dich empfinde und wie gern ich Dich habe, vermag ich nicht in Worte zu fassen. Die Töne, die Du jetzt hörst, sollen meine Liebeserklärung an Dich sein, wollen Dir sagen, dass ich immer bei Dir sein möchte. Hannes

Und wo Annalies das Briefli no i de Händ hett und list, ertöne vom Bärg här die erschte Alphorntön. So innig und schön, wie se gwüss no nie öpper ghört het. Zerscht langsam un fiin, voller Sehnsucht und grosser Higab, denn fröhlich und heiter, wie e springende, glitzernde Bärgbach nach der Schneeschmelzi. Denn wider ganz liis und melancholisch, so zart, dass die Tön chum meh z’ghöre si gsi, so fiin, dass eim tüecht het, si sige ganz verwobe mit der Luft vom warme Summerabe.

Es isch Herbst worde und Winter. Und wo der Früehlig wider i ds’Land cho isch, hei die zwöi ghüratet. Gli druf isch ds erschte Chind cho u wenigi Jahr speter hei Annalies und Hannes ob em Dorf es chlis Hüsli chöne erwärbe. Dert hei si sich uf es längs, glücklichs Familieläbe igrichtet.

Bi däm Teil vo der Erzellig het sich Chlouses Blick afa verfischtere. Är het e Pouse gmacht, si Pfife wider azündet und gwartet, grad so als ob das, was jetz chunt, nid agnähm isch zum brichte. «Ja, das isch der schön Teil vo Hannes Gschicht», fahrt der Buur jetz witer. «Was jetz chunt, isch nümm gfröit, ds Schicksal het Hannes es paar Jahr speter hert troffe.»

Es isch e verrägnete Spätherbschttag gsi, wo das Unglück passiert isch. Annelis isch mit em jüngschte wo glich gheisse het wie d’Mueter deheim gsi. Hannes het bis i Abe ine gwärchet und die elteri Tochter, d’Johanna, isch i ds’Dorf zum Musigunterricht. Sit Tage scho het es grägnet und der Bode isch ob all däm Wasser scho ganz ufgweicht gsi u het a telne Stelle am Hang scho afa rütsche. Dass aber e grosse Teil vom Hang ob em Dorf der Halt verlürt und i-m-e böse Ärdrutsch mündet, wo vier Hüser mit sich risst, mit däm het niemer grächnet! Unter de Hüser wo vo de Schlammmasse verschüttet worde si, isch o ds’Heimet vom Hannes gsi. Für Mueter u Tochter isch jedi Hilf z’spät cho, sie hei am zwöite Tag nume no tod us de Trümmer chönne borge wärde. Hannes het sich fasch hintersinnet, d’Schuldgfühl, dass är zur Unglücksstund nid deheim gsi isch, hei ihn nie meh verlah. Är isch chum z’tröschte gsi und het mängi Wuche nid möge schaffe. Es wird erzellt, är sig mänge Abe bi däm Plätzli am Waldrand gseh worde, wo är scho als Bueb gärn gsi isch. Dert isch är ghocket, het i d’Witi gluegt, het nid chönne verstah, was passiert isch.

Der Johanna aber isch Hannes e Vater gsi, wie sich es Chind e Vater nume cha wünsche. Voller Liebi u Güeti het är immer Zyt gha und wenn der Johanna öppis gfählt het, isch Hannes immer da gsi zum hälfe oder zum tröschte. D’Johanna het vil vo ihrer Muetter gerbt gha, si het Hannes a si liebi Annalies erinneret, wie mängisch het är ihre das gseit.

So si d’Jahr vergange und wo d’Johanna ghüratet het und furtzoge isch vo deheim, het o Hannes ds’Huus verlah und sich die Hütte kouft, wo mir scho drüber brichtet hei. Aber eigentlich isch das es wüeschts Wort für das chline, bescheidene Awäse, denn Hannes het das Hüsli pflegt u putzt, schöner nützti nüt. Und mänge Abe isch är elei vor sim Heimet ghocket, het em Tal zue gluegt und gsinnet. Är het elei welle blibe, isch de Lüt us em Dorf meh und meh us em Wäg. U dür das vile Eleisi isch är halt o mit de Jahre chli eigesinnig worde. So het Chlous si Bricht gschlosse.

Wider si es paar Jahr i ds Land gange u wo sich einisch Hannes es paar Tag im Dorf nid het la blicke, het das doch für Gsprächsstoff gsorgt. Gli druf isch uscho, dass Hannes chrank isch und es paar Wuche speter het der Dokter entschide, dass der alt Dachdecker i Spittel mues. Eigentlich wär Hannes nid schwär chrank gsi, d’Ärzt hei ihm Muet gmacht und Bscheid gäh, dass är gli wider chönt gsund si. Aber Hannes het nümm möge akämpfe gäge siner Beschwärde, het sich fridlich i Tod ergäh und isch im folgende Spätwinter gstorbe.

I der Wuche druf isch Hannes im Dorf beärdiget worde. Wo die ganzi Trurgmeind bim Grab gstande und de Wort vom Pfarrer glost hei, isch es plötzlich still worde und alles het em Bärg zue gluegt. Vo dert isch uf einisch e Alphornruef z’ghöre gsi, ganz wehmüetig und klagend het es vo der Egg über ds Dorf ine tönt. Denn aber si die Kläng chürzer und häller worde, wie es heiters Ständeli im Walzertakt het es plötzlich tönt. Und denn, bevor der letscht Ton z’vernäh isch gsi, het d’Melodie no einisch e Chehr gmacht u isch wider wehmüetig worde, voller Sehnsucht, wo aber doch o Hoffnig i sich treit. Denn isch es ganz still worde und der Alphornruef isch verhallt.

No i der gliche Stund si es paar Dörfler der Egg zue zum ga luege, wär ächt dert während der Grebd ghornet het. Gfunde hei si aber niemer, d’Mitglider vo der Alphorngruppe si ja am Grab gsi. Und alli Lüt wo gfragt worde si, hei versicheret, dass si der ganz Tag nie e Alphornbläser hei gseh.

Alphorn Suchdienst

Traditionelle Alphörner sind aus kurzjährigem Fichten- oder Arvenholz gefertigte Kostbarkeiten. Jedes Alphorn wird von Hand gebaut und erfordert bis zur Fertigstellung nicht weniger als 100 Arbeitsstunden. Jedes Alphorn ist ein unverwechselbares Einzelstück, das mit den Jahren einen eigenen Klang und ein eigenes Blasverhalten entwickelt. Gerald Pot, der bekannte Alphornbauer aus Choex sagt es so: Alphörner sind wie Wein: Sind sie gut, werden sie mit dem Alter besser. Sind sie schlecht, ist es genau umgekehrt.

Auf den Foren der Schweizer Alphorn- und Verbandsseiten wird mit schöner Regelmässigkeit dieselbe Frage gestellt: Wo bekomme ich ein günstiges (Occasion-) Alphorn? Idealerweise wird ein Alphorn direkt beim Alphornbauer oder in einem Atelier gekauft, das mehrere Hörner zum ausprobieren bereithält. Denn auch Alphörner sind nicht wartungsfrei und wer den Erbauer seines Horns bei Fragen oder Problemen kontaktieren kann, hat nebst der Pflege die besten Voraussetzungen geschaffen, damit das Horn viele Jahre einwandfrei klingt.

Nun tauchen hin und wieder gute Occasionen zu günstigen Preisen im Internet auf, vor allem bei Ricardo und Musik Hug, aber auch bei Ebay Schweiz. Bei der Beachtung einiger wichtiger Punkte (siehe unten) kann für so ein Instrument geboten werden.

Ich habe ein kleines Programm erstellt, welches diese Seiten täglich durchsucht und Interessierte benachrichtigt, sobald sich die Trefferzahl erhöht. Das Funktionsprinzip ist denkbar simpel: Jede Nacht werden die drei oben genannten Seiten an den passenden Stellen auf das Vorhandensein des Literals «Alphorn» überprüft. Ist die Trefferzahl höher als beim letzten Test, bedeutet dies, dass es ein neues Angebot gibt. Alle, die sich im Verteiler registriert haben, bekommen nun ein E-Mail mit einem entsprechenden Hinweis. Eine Fundstelle bedeutet indes nicht, dass tatsächlich ein Alphorn angeboten wird, dies gilt insbesondere für Ricardo und Ebay.

Wer sich mit Alphörnern nicht auskennt, sollte ein Occasion-Alphorn nur dann kaufen, wenn es zuvor von einem Fachmann geprüft worden ist. Hörner, die nicht sachgemäss behandelt werden, lange nicht geblasen worden sind oder gar falsch gelagert wurden, haben nicht selten Schäden, die nicht leicht zu erkennen sind. Es empfiehlt sich also, das Horn vor dem Kauf von einem versierten Bläser prüfen zu lassen.

Fotos von der Alphornwoche

Eine wunderschöne und lehrreiche Woche auf dem Sörenberg ist leider schon wieder zu Ende. Während fünf Tagen wurden wir in der Kunst des Alphornblasens unterrichtet und erhielten viele wichtige Hinweise und Tipps, um unser Spiel zu verbessern. Selbstverständlich genossen wir auch die Alpenwelt des Waldemmentals und gaben einige Platzkonzerte, unter anderem auf der Rossweid und auf dem Rothorn. Der folgende Link führt zu einigen Fotos, die ich während dem Kurses gemacht habe: Fotos Alphornwoche Sörenberg.

Wie ich ein Alphornbläser wurde

Mit 40 Jahren habe ich begonnen, das Alphornspiel zu erlernen. Doch schon auf meinem früheren Lebensweg ist mir dieses Instrument immer wieder begegnet. Die Erinnerungen reichen sogar bis in die Kindheit zurück. Schon damals hat mich dieses fast vier Meter lange Holzhorn mit seinem «urchigen» Ton fasziniert. Aber das Alphornspiel erlernen, das war eine ganz andere Sache. Zuerst dachte ich nicht einmal daran, vielmehr lernte ich mit 14 Jahren die Klarinette zu spielen und trat sogar in einer Jugendmusik auf. Als ich mit 17 Jahren in das kath. Knabeninternat in St. Gingolph eintrat, legte ich die Klarnette weg. Dann kamen die Ausbildung und der Beruf. Musikinstrumente interessierten mich nicht mehr.

Das blieb so, bis ich eines Tages im Fernseher eine Alphorn-Dokumentation sah. Zu dieser Zeit war ich knapp dreissig Jahre alt. Ich sass also vor dem Bildschirm und sah diese Sendung, die auch den Bericht über einen Alphorn-Kurs enthielt. Einige der Teilnehmer wurden interviewt. Ich kann mich noch genau daran erinnern, was einer dieser Teilnehmer sagte: «Wir füllen unser Leben aus mit Geschäftigkeiten aller Art, dabei vergessen wir fast, auch etwas für unsere Seele zu tun.»

In den kommenden Jahren habe ich immer wieder über das Alphorn nachgedacht. Aber nie hat sich der Gedanke für einen Kurs oder für das Zulegen eines Alphorns verfestigt. Ea gab ja auch vieles, was dagegen sprach. Bin ich überhaupt der Typ für so ein Instrument? Und wenn ja, werde ich die Geduld haben, es zu erlernen? Wenn überhaupt! So gingen die Gedanken hin und her. Und offenbar hat es in der Folge eine Verinnerlichung gegeben. Denn ich habe vom Alphorn geträumt. Einmal träumte mir, ich besässe ein Alphorn und sei ein geborenesTalent! Schon nach kürzester Zeit beherschte ich das Spiel dieses langen Horns meisterlich! Als ich aufwachte, hatte ich das Gefühl, das wir immer haben, sobald wir aus einem schönen Traum aufwachen. Wir überschreiten die Schwelle von der Traumwelt in die Realität, würden dann lieber wieder zurückgehen, allein das Tor öffnet sich nicht mehr.

Mit 35 Jahren trat ich in einen Jodlerklub ein. Und das kam so: Schon seit ein paar Jahren spielte ich Theater, das macht wirklich Spass. Ich kann es Dir, lieber Leser, versichern! Und im Jahre 1999 war da diese Anfrage von der Theatergruppe des Jodlerklub Herzogenbuchsee. Ein Theatermann erkrankte und ich wurde – über ca. fünf Instanzen – angefragt, ob ich Lust hätte, einzuspringen. Sicher hatte ich Lust! So kam der Jodlerabend und unser Auftritt. Ich hatte damals noch keinen Kontakt zu den Jodlern. Aber die Lieder, die Atmosphäre und das fröhliche Wesen der Jodler gefielen mir. Kurz und gut, ich wurde Mitglied!

Von nun an hatte ich regelmässig Kontakt zum Alphorn und, was viel wichtiger ist, zu Alphornbläsern. Auch die Vorstellung, selber in das Hirtenhorn zu blasen, nahm mehr und mehr Gestalt an. Im Oktober war ich mit meiner Arbeit nicht sehr glücklich. Nein, schlimmer noch, ich war deprimiert. Mir gelang nichts und wenn etwas gelang, dann war es trotzdem falsch. Was kann da getan werden? Und dann erinnerte ich mich wieder an die Worte des Kursbesuchers: «Etwas für die Seele tun».

Wenige Wochen später hatt ich vom BKJV ein Leihhorn und begann, fleissig zu üben. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Töne im Wald

Es gibt vielerlei Gründe um in den Wald zu gehen, um sich von einer arbeitsreichen Woche zu erholen zum Beispiel. Im Wald finden wir Ruhe, die Begegnung mit Bäumen, Pflanzen und Tieren ist für Körper und Geist in einem ganz bestimmten Sinne heilsam. Dass uns in der Gegenwart von Pflanzen wohler ist, bemerken wir oft erst dann bewusst, wenn wir uns mit diesen Lebewesen aktiv auseinandersetzen. Die Vorzüge eines naturgemässen Lebens war scchon den Altvorderen bekannt. In Rom und Athen priesen die Stoiker ein Leben im Einklang mit der Natur.

Ich bin gerne im Wald. Meist nehme ich mein Horn mit, denn im Wald kann man mich zwar hören, aber nicht sehen… sehr gut ist mein Spiel nämlich nach 17 Monaten noch nicht. Besonders die hohen Töne ab C2 benötigen viel Übung. Manchmal komme ich mir dann vor wie ein Jäger, nur dass ich nicht Tiere, sondern Töne jage, immer häufiger «treffe» ich die Töne, oft kommt aber anstelle des gewüschten Tones ein falscher oder auch gar keiner, oder es «chuderet» nur noch. Da bin ich dann froh, dass die Misstöne nur auf eine kurze Distanz zu hören sind, denn im Wald verhallen die Alphorntöne viel früher als auf offenem Feld, die Bäume wirken wie ein Schalldämpfer.

Bereits nach den ersten Tönen sind in den Bäumen über mir viele Vogelstimmen zu hören. Ob sich die Tiere vom Alphornspiel gestört fühlen? Es gilt, dies noch herauszufinden. Die Enten auf dem See scheinen sich nicht darum zu kümmern, auch während ich am Seeufer blies, schwammen sie bei ihrer Nahrungssuche bis auf wenige Meter heran.