Migräneprophylaxe mit dem Fitness Tracker

Activity Tracker sind eine praktische Sache. Die Ärmbänder werden einfach am Handgelenk befestigt und liefern dann verblüffend viele Informationen über die Tagesaktivitäten, aber auch über den Schlaf. Die Gesundheits-Armbänder, Fitness Tracker oder Smart Bands, wie sie auch genannt werden, registrieren den Puls, die zurückgelegte Distanz, aus der sich die Schritte errechnen lassen, die erklommenen Höhenmeter und die verbrannten Kalorien. Nachts kann der Tracker anhand des Pulses und der Bewegungen im Bett die Schlafqualität ermitteln: Tiefschlaf, leichter Schlaf und REM Schlaf (REM steht für Rapid Eye Movement). Am Morgen erstellt die zum Tracker gehörende App ein Diagramm, auf dem die Schlafphasen auf einer Zeitachse zu sehen sind. Das ist schon beeindruckend!

Fitness Tracker: Fitbit Charge 3
Natürlich gehört er in der Praxis nicht hierher, sondern an das Handgelenk: Ein Fibit Charge 3 Tracker

Die gewonnenen Daten können auf vielfältige Weise genutzt werden. Wer sich am Morgen matt und abgespannt fühlt, kann mit verschiedenen Massnahmen die Schlafdauer und -qualität verbessern. Die Messungen zeigen dann an, ob und wie sich das Schlafverhalten ändert. Geschätzt wird der Tracker vor allem aber von Sportlern. Sie können sich wöchentliche Trainingsprogramme zusammenstellen und festhalten, wann und wie lange sie aktiv waren. Statistiken geben Auskunft über die Verbesserung der eigenen Fitness.

Auch im Alltag nützlich
Ist es sinnvoll, den Gesundheits-Armband auch an einem ganz gewöhnlichen Tag zu tragen? Durchaus! Die kleinen Geräte bieten – je nach Hersteller – einige Zusatzfunktionen. Der Fitbit Charge 3 beispielsweise enthält eine App, die das Entspannen mit Atmungsübungen unterstützt. Das Armband lässt sich als Wecker nutzen, es zeigt das aktuelle Wetter an und benachrichtigt den Besitzer, wenn jemand anruft oder per Whatsapp eine Nachricht geschickt hat. Dies geht natürlich nur dann, wenn das Smartphone mit dem Tracker verbunden ist und sich in unmittelbarer Nähe befindet (bis ca. neun Meter).

Vorbeugen gegen Migräne
Fitness Tracker können sich als sehr wichtiges Messinstrument für Migräne-Patienten erweisen. Migräne hat viel (sehr viel) mit der Schlafqualität und dem Schlaf-/Wachrhythmus zu tun. Und natürlich auch mit Stress und Anspannung. Dies alles sind sogenannte Migräne-Trigger: Schlafmangel, Stress und einige weitere Faktoren wie Alkohol oder eine unausgewogene Ernährung können eine Migräne auslösen! Wer gesund und regelmässig isst, genügend schläft, immer wieder während der Arbeit eine Entspannungspause einlegt und Sport treibt hat erwiesenermassen ein deutlich vermindertes Risiko für einen Migräneanfall. Deshalb folgen hier ein paar Tipps, wie ein Activity Tracker helfen kann, die Migräne-Attacken zu reduzieren.

  • Tragen sie den Tracker auch während dem Schlaf, so dass er die Schlafphasen registrieren kann. Erwachsene sollten mindestens sieben bis acht Stunden schlafen. Verbessern Sie Ihre Schlafqualität, im Internet finden Sie dazu viele Tipps zur sogenannten Schlafhygiene, zum Beispiel bei Zeller.
  • Achten Sie auf regelmässige Schlaf- und Aufstehzeiten. Sie sind ein Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Die Regelmässigkeit der vergangenen Tage und Wochen registriert der Tracker automatisch.
  • Legen Sie während der Arbeit regelmässig eine Pause ein und entspannen Sie sich. Während paar Minuten bewegen und ein Spaziergang um das Gebäude sind ein gutes Mittel dazu. Einige Tracker bieten Hilfen zum Entspannen und mit dem Wecker können Sie sich an regelmässige Entspannungspausen erinnern lassen.
  • Achten sie auf die zurückgelegten Schritte: 10’000 Schritte bedeuten, dass sie an diesem Tag aktiv waren; liegt die Schrittzahl am Abend unter 5000, dann sollten Sie auf etwas mehr Bewegung achten. Langes Sitzen und Bewegungsmangel sollten Migränepatienten tunlichst vermeiden!
  • Verwenden sie ein Migräne-Tagebuch. Auf dem Smartphone können Sie beispielsweise «M-Sense» oder den «Migraine Buddy» installieren. Diese Apps sind sehr hilfreich bei der Analyse weil sie schon nach wenigen Tagen das Auftreten von Migräneanfällen mit anderen Faktoren in Verbindung bringen können. Leider können die Apps im Moment noch nicht auf Tracker-Daten zugreifen. Die Schlafdaten müssen Sie also noch manuell eintragen. In aller Regel ist das aber kein Problem: In weniger als zwei Minuten ist das Tagebuch nachgeführt.

Wichtig: Wenn Sie regelmässig an Migräneanfällen oder an Spannungskopfschmerz leiden, gehen Sie bitte zu Ihrem Arzt. Er wird Ihnen helfen, die richtige Diagnose zu stellen und die passenden Verfahren zur Prophylaxe zu finden. Ausserdem testet er mit Ihnen die Medikamente, die Ihnen zur Linderung der Schmerzen helfen.

Fünf Weisheitsbücher, kurz vorgestellt

Blumenbild

Die Geschichte soll sich vor etwa 2500 Jahren in Athen zugetragen haben: Ein Schüler hat sich einen ganzen Stapel mit Weisheitsbüchern gekauft und ist gerade dabei, diese nach Hause zu tragen. Ganz zufällig erblickt ihn dabei sein Philosophielehrer und ruft ihm lachend zu: «Es genügt nicht, viele Bücher zu besitzen. Du musst sie auch lesen, mein Junge!» Wir wissen nicht, ob diese Anekdote eine Fortsetzung hat, interessant an der kurzen Geschichte ist aber immerhin, dass schon im antiken Athen Weisheitsbücher ein begehrtes Gut waren! Und die Athener waren nicht die ersten, die ihre Lebensweisheiten niederschrieben. Das taten schon die Ägypter, gute 1000 Jahre früher! Auch im alten Testament finden wir Weisheitsbücher; die meisten von uns kennen die Sprüche Salomos und Kohelet, den Prediger Salomo. Etwas weniger bekannt, weil nicht in allen Übersetzungen zu finden, sind das Buch der Weisheit und Jesus Sirach. Viele sind zudem der Meinung, dass auch der Jakobusbrief hierhergehört.

Werden wir klüger, wenn wir Weisheitsbücher lesen? Nein, jedenfalls nicht bei einmaliger, flüchtiger Lektüre. Weisheit ist weit mehr, als sich Wissen anzueignen. Weisheit ist Wissen, Erfahrung und unsere eigene Haltung. Die Art und Weise also, wie wir unser Leben führen. Die hier vorgestellten Bücher liefern auch keine fertigen Rezepte. Das, was wir hier lesen, müssen wir letztendlich immer für uns selbst interpretieren. Wenn Epiktet beispielsweise sagt, «Erkenne dass deinige», oder «Schweige zumeist», dann besteht die erste Aufgabe darin, in Ruhe darüber nachdenken, wie wir solche guten Ratschläge gewinnbringend umsetzen können. Wir stehen damit vor einem Tor, über dem die wohl wichtigsten aller Lebensweisheiten eingraviert ist und die den Leser bei der Lektüre von Seite zu Seite begleiten sollte: «Erkenne dich selbst!» Selbsterkenntnis ist die Schule der Weisheit, sagt Baltasar Gracián. Was aber ist Selbsterkenntnis? Es ist unser unvoreingenommener Blick auf uns selbst!

Weisheit erfahren stellt eine wichtige Forderung an uns: Nachdenken! Und beim Nachdenken Vorurteile erkennen, die es zu überwinden gilt. Denn freies und folgerichtiges Denken erträgt keine Vorurteile. Und keine Ideologie, welche uns Denkschablonen aufzwingen will. Ideologie baut stets krumme und schiefe Modelle der Welt, die nicht verändert werden dürfen und die letztendlich an der Wirklichkeit zerschellen müssen!

Die Weisheitsbücher, die ich im folgenden kurz vorstellen möchte, haben mehrere Gemeinsamkeiten. Sie sind anschaulich und leicht verständlich. Ihre Lebensweisheiten sind alltagstauglich, sie sind also praktisch und sofort anwendbar! Und sie stammen alle aus früheren Jahrhunderten, keines ist ein Kind der Gegenwart. Dies ist nicht als Absage an zeitgenössische Literatur zu verstehen, es ist einfach nur das Ergebnis meiner persönlicher Vorlieben.

Epikur – Der philosophische Garten

Die Lehre des Epikur war (und ist) wohl eine der am meisten missverstandenen. Der Begriff «Lust» lässt sich eben ganz unterschiedlich interpretieren! Aber alles schön der Reihe nach. Epikur, der grosse Weise von der ägäischen Insel Samos lebte von ca. 341 bis 271 vor Christus. Der wissbegierige Grieche kam schon mit 18 Jahren nach Athen, das Zentrum der Gelehrsamkeit der damaligen Welt, eine Universitätsstadt wie es sie sonst nirgendwo gab!

Epikur muss schon damals viel über das Leben nachgedacht haben, denn schon im Jahr 306 kaufte er in Athen ein Grundstück und baute seinen philosophischen Garten. Dort pflegten er und seine Schüler, die Epikureer, ein stilles Leben: Gute Gespräche, bescheidenes Essen und die Wissenschaft standen im Zentrum des Lebens. Epikur lehrte: Lustvoll und damit glücklich leben kann man dann, wenn man sich von den Pflichten des Staates zurückzieht und im Kreis guter Freunde ein ruhiges Leben führt! Daraus wurde die Philosophie der Lust. Natürlich gab es Neider, die argwöhnten, er, Epikur, wolle sich nur vor der Verantwortung drücken! Und, monierten sie weiter, der Garten des Epikur sei zum Zentrum der Völlerei geworden. Nichts davon war wahr! Epikur lehrte ja gerade, dass auch das exklusivste und teuerste Mahl nicht mehr Lust bietet als Brot und Käse! Ja alles, was über die natürlichen Bedürfnisse hinaus gehe, sei von Übel, so der Samier. Epikur ist mit seiner Lehre erstaunlich zeitgemäss. Sie ist ein Plädoyer dafür, sich im Leben mit weniger zufrieden zu geben.

Epikur’s gesammelte Schriften sind heute in verschiedenen Verlagen erhältlich. Zum Beispiel bei dtv/Artmis, wo das Buch den Titel «Von der Überwindung der Furcht» trägt. Es enthält die gesammelten Texte des Meisters sowie einzelne Schriften seiner Schüler und Nachfolger. Der Insel Verlag hat ein Taschenbuch von und über Epikur unter einem sehr passenden Titel veröffentlicht: Philosophie der Freude!

Epiktet – Handbüchlein der Moral

Selbst aufgeschrieben hat Epiktet, der zwischen 50 und 130 in Rom und Nikopolis lebte, vermutlich keine Zeile. Dass seine Lehre zu unserem grossen Glück erhalten geblieben ist, verdanken wir seinem Schüler Arrian. In zwei philosophischen Büchern hat der Schriftsteller Epiktets Denken festgehalten. Unter ganz verschiedenen Titeln sind diese im Buchhandel heute erhältlich. Im Insel Verlag beispielsweise gibt es eine Ausgabe mit dem Titel «Wege zum glücklichen Handeln»; bei Diogenes heisst das kleine Werk «Handbüchlein der Moral». Auf der ersten Seite stehen Sätze, die das ganze folgende Buch prägen, es geht darum dass wir erkennen, was in unserer Macht steht. Und was nicht. Denken, Handeln, Meiden und Verlangen sind Dinge in uns, sie stehen in unserer Macht. Ganz anders sieht es bei unserem Körper, Besitz und Ansehen aus. Das sind Werte, die wir nicht oder bestenfalls indirekt kontrollieren können. «Und jetzt merke auf», fährt der antike Weise fort: Wenn Du das, was in deiner Macht steht mit dem verwechselst, was nicht in deiner Macht steht, dann wirst du unglücklich werden.

Epiktets Ratschläge sind geprägt von faszinierender Klarheit und Prägnanz. Wer sich fürchtet, dem rät Epiktet, genau zu betrachten, was ihm Furcht einflösst. Könnte es sein, dass wir uns nicht von der Sache selbst fürchten, sondern nur von Vorstellung davon? Wer Pläne macht, dem gib Epiktet den Rat, auch an die Probleme zu denken, die sich dem Vorhaben in den Weg stellen könnten! Der Menschenfreund Epiktet stand mitten im Leben, er war viele Jahre Sklave. Leid, Schmerz und Entbehrung waren ihm nicht fremd. Das ist spürbar! Aber auch die Zuversicht, dass wir, wenn auch nicht alles, so doch vieles, was unser Leben zum Besseren wenden kann, in unseren eigenen Händen halten!

Baltasar Graciàn – Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit

«Wer es gelesen oder auch nur darin geblättert hat, [wird] es besitzen wollen», sagte Arthur Schopenhauer, der das Buch der berühmten Spaniers im 19. Jahrhundert in die deutsche Sprache übersetzt hat. Seine Übersetzung ist so gut, dass bis heute keine neuere deutsche Fassung des «Oraculo manual y arte de prudencia» entstanden ist. Aber warum gerade Orakel? Diesen Begriff bringen wir heute eher mit einem Wahrsager in Verbindung und damit hat dieses überaus kluge Buch überhaupt nichts zu tun. Früher war ein Orakel eben auch ein Ratgeber! Ein weiser, dürfen wir anfügen. Baltasar Graciàn lebte von 1601 bis 1658, er war Schriftsteller, Professor und Jesuit.

Um ihn und sein Werk besser verstehen zu können, müssen wir uns in die höfische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts in Spanien begeben. Hier entstand das Hand-Orakel, das aus 300 gesammelten Aphorismen zur klugen Lebensführung besteht. Das Buch richtete sich an eine gebildete und belesene Gesellschaft der Oberschicht. Dies darf aber nicht als Einschränkung verstanden werden, denn Graciàns Weisheiten sind letztendlich doch für alle Menschen von grossem Wert. Wenn der Jesuit beispielsweise sagt, dass behutsames Schweigen das Heiligtum der Klugheit sei, dann ist das universell und zeitlos gültig. Ebenso die Erkenntnis, dass alles Vortreffliche stets wenig und selten ist. Gracian wird aber auch zum geerdeten Praktiker, wenn er fordert, dass man stets mit Überlegung zu Werke gehen soll.

Graciàn war ein Mann von Welt, Höflichkeit, gutes Betragen und Freundschaft waren ihm wichtig: «Ein schönes Benehmen ist der Schmuck des Lebens.» Unzugänglichkeit hält Graciàn für einen Fehler, er warnt aber auch davor, sich bei anderen gemein zu machen. Und: «So sehr darf man nicht allen angehören, dass man nicht mehr sich selbst angehörte.»

Arthur Schopenhauer – Aphorismen zur Lebensweisheit

Der Philosoph aus Frankfurt darf mit Fug und recht als einer der grössten Denker der Menschheitsgeschichte bezeichnet werden. Sein schriftstellerisches Werk fasziniert seine Anhänger bis heute! Jede Kritik prallte an ihm ab wie ein Gummiball an einem ehernen Schild. Er war ein Sprachgenie und verfasste Traktate zur Stilistik, die auch heute noch gültig sind. Sogar seine äussere Erscheinung muss sehr beeindruckend gewesen sein!

Was können wir von Schopenhauer lernen? Natürlich ist da sein Hauptwerk, «Die Welt als Wille und Vorstellung» in zwei Bänden. In diesen erkenntnistheoretischen Büchern befasst sich der in Danzig geborene Genuis mit einer Lehre, die sich in einem kurzen Satz zusammenfassen lässt: Die Welt ist meine Vorstellung. Es soll nun aber hier von einem anderen Buch Schopenhauers die Rede sein, einem Spätwerk mit dem Titel «Aphorismen zur Lebensweisheit» Und das Buch hält, was der Titel verspricht. Schopenhauer schafft dabei gleich auch eine neue Gliederung: Von dem was einer ist, von dem was einer hat, von dem, was einer vorstellt. Besonderes Gewicht legt der Philosoph auf das, was wir sind. Ein heiteres Gemüt und ein fröhlicher Sinn betrachtet Schopenhauer als sehr wichtig. Deshalb rät er, alles zu tun, was zu unserer Heiterkeit beiträgt. Da wäre vor allem die Gesundheit, deren Blüte die Heiterkeit sei! Der Mann mit dem Backenbart rät sogar zu Diäten, kalten Bädern und zur Meidung von allem, was der Gesundheit abträglich ist.

Wer alles hat, ist trotzdem arm, wenn er an sich selbst nicht genug hat! Arthur Schopenhauer gewichtet unsere geistigen Fähigkeiten höher als alle anderen Güter. Wer einen wachen Geist und rege Gedanken hat, dem ist nie langweilig! Er hat auch weniger äussere Bedürfnisse, da er an sich selbst genug hat. Das klingt asketisch, war Schopenhauer bescheiden? Überhaupt nicht! Die Bescheidenheit erschien ihm immer irgendwie verdächtig, weil sie in seinen Ohren nach Gleichmacherei klang, im Geiste war Schopenhauer Aristokrat. Er war wohlhabend und schätzte dies, dank seinem Wohlstand konnte er sich voll und ganz der Philosophie widmen. Im Original tönt das so: «Ich glaube keineswegs etwas meiner Feder unwürdiges zu tun, indem ich hier die Sorge für Erhaltung des erworbenen und des ererbten Vermögens anempfehle.»

Die Aphorismen zur Lebensweisheit sind grossartig! Sie enthalten tiefsinniges, wie die Betrachtung der Lebensalter, aber auch ganz praktische Ratschläge für den Alltag. Wie etwa diesen hier: «Der Morgen ist die Jugend des Tages: Alles ist heiter, frisch und leicht: wir fühlen uns kräftig und haben alle unsere Fähigkeiten zu völliger Disposition. Man soll ihn nicht durch spätes Aufstehen verkürzen…»

Die Sprüche Salomos (Sprichwörter)

Im alten Testament finden wir eine Sammlung alter jüdischer Weisheiten, ungeordnet, teils sich wiederholend, in jedem Fall aber hochinteressant. Und alle Aspekte des Lebens kommen zur Sprache. Besonders beliebt ist der letzte Abschnitt, der die Tugenden der Frau lobt! Der wichtigste Spruch aber steht aber ganz am Beginn, im siebten Vers: «Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis.» Jakobus, der Bruder von Jesus, muss diesen Spruch gekannt haben. Denn in seinem Brief gibt er denjenigen, die nach Weisheit streben, diesen Rat: Bittet Gott darum, denn er gibt gerne! Nur eines darf man laut Jakobus nicht: Zweifeln.

Aber zurück zu den Sprüchen. Wer sie liest, sollte nicht zuviele  auf einmal vornehmen. Am meisten Gewinn dürften diejenigen haben, die regelmässig ein paar der Verse auf ein Blatt Papier schreiben und dieses im Verlauf eines Tages immer wieder hervorholen. Dann kann sich erfüllen, was die Sprüche prophezeien: «Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein. Besonnenheit wird dich bewahren, und Einsicht dich behüten.»

Verwendet Quellen: Epikur, Von der Überwindung der Furcht, dtv/Artemis. Epiktet, Handbüchlein der Moral, Diogenes Verlag. Baltasar Graciàn, Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit. Arthur Schopenhauer, Werke in fünf Bänden, Haffmans Ausgabe. Luther Bibel, Fassung von 1984.

Schreiben in der Wolke (Teil 6)

Texte verändern sich, das ist etwas völlig normales. Beim Redigieren werden Passagen oft mehrmals komplett umgestellt, manches wird verworfen, anderes kommt hinzu. Eine Versionsverwaltung schafft Übersicht über alle diese Veränderungen.

Sie kennen nun die elementaren Funktionen von Google Docs: Dokumente erstellen, bearbeiten, formatieren, Rechtschreibkorrektur. Ist Ihr Text fertig, können Sie ihn auf Tastendruck zu Papier bringen, so wie es bei einer Textverarbeitung üblich ist. Apropos Papier, hier noch ein kleiner Tipp: Ist Ihr Text dazu bestimmt, von vielen Menschen gelesen zu werden, dann redigieren Sie ihn gründlich und mehrmals, mit Pausen dazwischen. Und dies geht am besten, wenn der Text auf dem Papier steht. Denn hier werden Unebenheiten und Stilfehler eher entdeckt als auf dem Bildschirm.

Teil 1: Einleitung und Rückblick
Teil 2: Konto erstellen und erste Schritte mit Google Docs
Teil 3: Sicherheit und Backup
Teil 4: Häufig gemachte Fehler
Teil 5: Grundlegende Funktionen
Teil 6: Versionsverwaltung

Nun gibt es in Google Docs eine Funktion, die sich beim Redigieren als sehr wichtig erweisen kann: Die Versionsverwaltung. Google Docs erstellt nämlich von jeder Etappe bei der Entstehung eines Textes Versionen, ohne unser Zutun! Dazu gehören die verschiedenen Fasssungen bei Niederschreiben und dann die redigierten Versionen. Google Docs erkennt mit erstaunlicher Genauigkeit, welches die einzelnen Schritte bei der Entstehung eines fertigen Textes sind. Die Versionsverwaltung kann jederzeit im Dateimenu aufgerufen werden, es gibt auch eine Tastenkombination: Alt+Ctrl+Shift+h. Die Versionsverwaltung ist erfreulicherweise weitgehend selbsterklärend. Auf dem Bildschirm öffnet sich ein Dialog, auf dem rechts die Versionen zu sehen sind, die erstellt worden sind. chronologisch sortiert und mit Datum versehen. Wenn Sie auf eine Version klicken, sehen Sie den Text dieser Version, alle Aenderungen gegenüber der Vorversion sind farblich hervorgehoben. Hier ist ein Screenshot der Versionsverwaltung, der die letzten Aenderungen eines kleinen Zeitungsartikels zeigt:

Versionsverwaltung in Google Docs

Das Wiederherstellen einer älteren Version ist denkbar einfach: Klicken Sie zuerst auf die Version, die Sie wieder als aktuelle Fassung haben möchten, kontrollieren Sie, ob es wirklich der gewünschte Text ist und klicken Sie dann oben auf die Schaltfläche Diese Version wiederherstellen. Dieser Arbeitsschritt kann auch rückgängig gemacht werden: Die gewählte Version wird kopiert und zur aktuellen Fassung gemacht, der zuvor gültige Text bleibt natürlich im Versionsverlauf erhalten.

Sie planen, mit Google Docs einen längeren Text zu erstellen? Dann benennen Sie die verschiednen Versionen. Dies kann später beim Auffinden einer älteren Fassung sehr hilfreich sein. Um Ihrer aktuellen Fassung eine Versionsbezeichnung zu geben, wählen Sie einfach im Dateimenu folgendes: Versionsverlauf > Aktuelle Version benennen.

16 Jahre @SolNet

Irgendwann an einem Herbsttag im Jahr 1994 setzte ich mich zusammen mit einem Arbeitskollegen vor den PC. Er hatte soeben einen Internetzugang bestellt, der Mosaic Browser war gestartet und wir gaben das erste Mal eine Webadresse ein: www.nasa.gov! Warum gerade die NASA? Weil wir uns für aktuelle Photos aus dem Weltraum interessierten! Doch die Enttäuschung folgte auf den Fuss, weil wir gute 30 Sekunden warten mussten, bis ein Bild endlich angezeigt wurde. Und es war kaum grösser als eine Briefmarke!

Höhere Geschwindigkeiten waren damals mit einem Modem kaum zu erzielen, 2400 Kilobits per Sekunde übertrug das Gerät, das wir verwendeten; wir gaben damals die Bandbreite noch in Baud an. Natürlich hatte der Wettlauf um die höchste Geschwindigkeit damals schon begonnen, Provider verbesserten die Bandbreite kontinuierlich, bis das Ende der Fahnenstange mit den sogenannten 56K Modems erreicht war. Und dann – noch vor der Jahrtausendwende – kam die DSL Technik. Mit DSL waren nicht nur deutlich höhere Bandbreiten möglich, die Verbindung war ständig verfügbar und hatte keinen Einfluss auf das Telefon, das bei einem aktiven 56K Modem gesperrt war!

Eine Webseite, die bis zur Anzeige 30 Sekunden oder noch mehr Zeit benötigt? Das wäre heute kaum mehr denkbar. Zurecht! Die meisten Internet Nutzer verfügen über eine hohe Bandbreite und erwarten, dass die angesurfte Seite sofort zu sehen ist. Die Toleranzgrenze liegt irgendwo zwischen einer und drei Sekunden. Auch Google mag es nicht, wenn eine Seite mehr Zeit benötigt. Webseiten, die bis zur vollständigen Anzeige mehr als fünf Sekunden einfordern, werden vom Suchmaschinenprimus abgestraft. Heisst: Sie bekommen ein schlechteres Ranking und werden bei der Anzeige der Suchergebnisse auf die hinteren Plätze verwiesen. Wir haben deshalb im vergangen Jahr einige Massnahmen eingeleitet, um die Antwortzeiten für Webseiten zu verbessern. Gerne will ich sie hier kurz vorstellen:

Inflate. Wir komprimieren alle Inhalte einer Seite, bevor sie zum Browser übertragen wird. Gerade bei mobilen Geräten kann dies zu einer spärbar besseren «Lieferzeit» führen, da Smartphones bei schlechtem Empfang die Übertragungsgeschwindigkeit drosseln müssen.
http/2. Von dieser Neuerung profitieren vor allem Seiten, die aus vielen Einzeldateien zusammengesetzt sind. Mit http/2 werden die Dateien zu Blöcken zusammengefasst und dann in einem Zug übertragen. Und es kommt noch besser: Da der Server weiss, welche Dateien gehören, kann er sie eigenständig mit dem «Push Verfahren» an den Browser senden.
php 7.2. Populäre CMS wie WordPress oder Joomla bieten mit der neuen PHP Version deutlich bessere Antwortzeiten! Heute bestehen CMS aus einigen 100’000 Zeilen Programmcode (wenn nicht mehr), je schneller diese Scripts abgearbeitet werden, desto besser!
https. Das verwenden der Verschlüsselung beim Übertragen verbessert zwar nicht die Antwortzeit, ist aber enorm wichtig! Die Verschlüsselung garantiert nicht nur, dass Dritte mitlesen, sie stellt auch sicher, dass die übertragenen Daten nicht verändert werden können. Wichtig zu wissen ist ferner, dass Google Seiten mit aktivem HTTPS im Suchindex bevorzugt.

Das Sirren, rauschen und piepsen der alten Akkustikkoppler und Faxmaschinen ist verstummt. Das Internet ist heute in jedem Moment da. So kann ich das Google Home hier auf dem Schreibtisch einfach nach dem Wetter oder einem Sportergebnis fragen. Die Antwort kommt prompt! Und seit wenigen Tagen kann das «Nähkästchen» sogar simultan übersetzen! Google Home mit dem Assistant, Amazon’s Echo mit Alexa und der Apple Homepod. Sie gehören in vielen Haushaltungen schon heute zur Grundausstattung und dürften im diesem Jahr für einige Überraschungen sorgen.

Ich arbeite nun 16 Jahre bei SolNet. An meinem ersten Arbeitstag waren Kunden mit analogem Internetzugang noch etwas Alltägliches, das Produkt «Dialup Internet» wurde auch im Jahr 2003 noch rege verkauft. Vor wenigen Jahren verabschiedete sich das Unternehmen von der Dialup-Technik.

Von Rüderswil nach Solothurn, ohne Auto

Kann man vom Dorfzentrum in Rüderswil ohne Auto in die Ambassadorenstadt pendeln? Hier die Antwort vorweg: Ja, man kann! Aber eine gehörige Portion Geduld sollte im Reisegepäck dabei sein!

Rüderswil ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen, aber es gibt den Bürgerbus, der Reisende zwischen Zollbrück, Rüderswil, Schwanden und Lützelflüh befördert. Dies allerdings nicht den ganzen Tag. Und auch am Wochenende bleibt der Bus im Depot. Da ich während zwei Tagen kein Auto hatte, wollte ich genau wissen, wie lange der Weg nach Solothurn dauert und wartete an einem verschneiten Wintermorgen vor der Kirche erwartungsvoll auf den Bürgerbus.

Kartenausschnitt
Anzeige der Route (Screenshot Google Maps)

Dieser kommt mit einer kleinen Verspätung. Die Strasse über das Emmenknie sei verschneit, sagt der Chauffeur, deshalb fahre er zur Sicherheit etwas langsamer. Dann geht die Fahrt los, zuerst zum Gemeindehaus, dann über über die besagte Anhöhe nach Schwanden und zuletzt in den tief verschneiten Nesselgraben. Hier steigen – ohne viel Worte zu machen – einige Schüler ein, auch sie sind unterwegs in Richtung Burgdorf. Es ist mittlerweile schon fast halb Acht und das erste Dämmerlicht des jungen Tages wandert über die Hügel, auf denen frischer Schnee liegt. Es ist ein besonderer Anblick; gerade so, als ob alles verzaubert ist, als ob hier ein Ort ist, wo sich Fabelwesen und Menschen zusammen auf den neuen Tag freuen.

Jetzt fährt der Bus zügig durch Goldbach, dem Bahnhof in Lützelflüh entgegen, denn der Anschlusszug, der um 7:32 Uhr fährt, soll noch erreicht werden. Dies gelingt trotz der Verspätung ohne Probleme und wir können ohne Hast einsteigen, der Pendelwagen der BLS ist soeben im Dorf angekommen. So geht es weiter talabwärts, nach Hasle, Oberburg und Burgdorf, wo wir um 7:45 Uhr eintreffen. Mittlerweile ist es hell geworden. Und der Morgen schreitet in hastigem Tempo voran, alle wollen jetzt rasch zur Arbeit oder zur Schule! Für mich heisst es jetzt erst einmal: warten! Die S44 nach Solothurn fährt nämlich erst um 8:15 Uhr, fast eine halbe Stunde später! Die erste Kaffeepause ist angesagt. Und dann, endlich, der letzte Zug in das breite Aaretal nach Solothurn. Bevor Sie nach Utzenstorf kommen, vergessen Sie nicht, aus dem Fenster zu schauen. Und geniessen Sie den Blick auf die weite Ebene, die sich nun nach beiden Seite der Zugstrecke öffnet.

Doch dies ist nicht das letzte Stück Wegstrecke, weil ich in der Solothurner Weststadt arbeite, die zu Fuss in ca. 20 Minuten zu erreichen ist. Es fährt zwar ein Stadtbus, doch abermals passt der Anschluss nicht! Die Lösung besteht darin, in einen Bus zu steigen, der bis zum Postplatz fährt. Und nun sind es nur noch zehn Fussminuten bis zum Gewerbezentrum Obach! Hier kommen ich um 8:55 Uhr an.

Die Fahrt Rüderswil Dorf nach Solothurn West dauert also eine Stunde und 45 Minuten, wobei 30 Minuten reine Wartezeit sind. Während der Reise muss dreimal umgestiegen werden, zweimal davon gibt es keinen Anschlusszug, resp. Bus. Hier zum Vergleich die Fahrtzeit mit dem PW: 45 Minuten! Meiner Meinung nach ist die ÖV-Variante für einen Pendler nicht praktikabel. Denn obwohl im Zug gemütlich ein schönes Buch gelesen werden kann: Es geht zuviel Zeit verloren, die dann am Abend fehlt. Die Alternative geht so: Mti dem PW nach Hasle-Rüegsau, dann auf den Zug umsteigen. Reisezeit gesamt: 80 Minuten.

Diese Erfahrung wird mich indes nicht davon abhalten, hin und und wieder am Morgen auf den Bürgerbus zu warten. Aus reiner Sympathie zu diesem wirklich guten Projekt!

Kamillentee für die Katz

Plötzlich begann unser Kater laut zu niessen. Und offensichtlich war es nicht einfach eine allergische Reaktion, denn das «Pfipfen» häufte sich und wurde auch nach einem Tag nicht besser. So wurde es zur Gewissheit, dass unsere kleiner Tiger von einem Katzenschnupfen geplagt wurde! Auf einer Seite für Tiermedizin suchten und fanden wir Hausmittel gegen die Infektion und entschlossen uns, diese vor dem Gang zum Tierarzt auszuprobieren: Der Fellnase einen warmen Platz anbieten und Salbei- oder Kamillentee zu trinken geben. Natürlich muss der Tee verdünnt werden, wir mischten ihn im Verhältnis 1:5 mit frischen Wasser und stellten dem Patienten das Trinkgefäss vor dass Liegekissen. Und tatsächlich, Köbi trank davon – eine grosse Menge,

Kater Köbi beim Erholungsschlaf…

Hat der Tee geholfen? Möglicherweise, denn schon nach einem Tag niesste der Stubentiger weniger. Vor allem schlief er jetzt sehr viel! Wurde er wach, verlangte er etwas zu essen und begab sich dann sofort wieder zum Trinkgefäss. Nach einem weitern Tag wurde er auch wieder aktiver, spielte und nahm seine Streifzüge durch dass Quartier weder auf!

Wichtig: Dies ist keine Wegleitung zur Behandlung einer Katzenkrankheit, lediglich ein kurzer Erfahrungsbericht. Wenn Ihre Katze ähnliche Symptome hat (Trockenes Niessen, zeitweise Mühe beim Atmen durch die Nase), dann konsultieren Sie bitte einen Tierarzt, wenn die Hausmittel keine Linderung bringen.

Ein Verkehrskreisel, der das Auge erfreut

Seit wenigen Tagen steht auf dem Verkehrskreisel beim Dorfeingang Zollbrück das Modell einer Holzbrücke. Im Ort ist man sich über den neu gestalteten Kreisel einig: Er sieht grossartig aus!

Wer von Burgdorf her auf der Hauptstrasse nach Zollbrück fährt, wird seit seit kurzem am Dorfeingang von einem einzigartigen Blickfang begrüsst: Mitten auf dem Verkehrskreisel bei der Landi steht das schmucke Modell einer alten Holzbrücke. Sie erinnert an die Holzbrücke, die dem Dorf den Namen gab und in der Nacht vom 1. August 1947 niederbrannte. Der Brückenkreisel entstand auf Initiative der Gemeinde Rüderswil, für die Umsetzung wurden Unternehmen aus der Region berücksichtigt. Beflanzt wurde der Kreisel vom Landschaftsgärtner Elias Finkam, die Hirsbrunner Holzbau AG baute die Brücke. An der Realisierung beteiligt war ferner Hans Muralt mit Unterstützung der Krähenbühl AG.

Blick auf den neu gestalteten Kreisel in Zollbrück

Den Naturgewalten zum Opfer gefallen
Blicken wir in die Vergangeheit. Das Emmentaler Dorf ist untrennbar mit den alten Zollbrücken verbunden, die erste entstand im Jahr 1552, es war eine Jochbrücke die schräg über die Emme gebaut wurde und auf vier Pfeilern stand. Zollbrücke wurde sie genannt, weil für die Benutzung der Brücke eine Gebühr zu entrichten war. Alte Zolltafeln verraten, wie hoch die Preise waren: Einzelpersonen bezahlten einen Pfennig; tiefer in die Tasche greifen musste ein Reiter, zwei Pfennige verlangte der Zöllner von ihm! Was geschah mit diesem Geld? Die eine Hälfte musste an die Stadt Bern abgeliefert werden. Den Rest behielten die Brückenbaugemeinden, sie verwendeten das Geld für den unterhalt und entlöhnten den Zöllner. Apropos, ab 1565 durfte dieser auch wirten! Wie die ersten Brücke genau ausgesehen hat, wissen wir leider nicht; gewiss ist nur, dass sie im Jahr 1837 bei der grossen Wassernot zerstört wurde.

1839 wurde eine neue Holzbrücke fertiggestellt, sie entstand nach den Plänen von Johann Rudolf Gatschet, eines Ingenieurs und Offiziers, der später Genie-Chef der eidgenössischen Truppen wurde und sich am Sonderbundskrieg beteiligte. Vieles war neu an dieser Bogenbrücke, sie benötigte keine Joche mehr und bot damit weniger Angriffsfläche für die Wassermassen Emme.

Niemand weiss, wer das Feuer gelegt hat
«Mit der vom Feuer verzehrten Zollbrücke bei Lauperswil ist nicht allein ein treffliches Beispiel alter Zimmermannskunst, sondern auch ein Wahrzeichen gutschweizerischer Eigenart vernichtet worden.» So berichtete der «Bund» vom Brand der Brücke im August 1947. Aus bis heute ungeklärten Gründen brannte sie vollständig nieder. Nur noch Reste der gemauerten Sockel sind am Emmeufer neben der neuen Brücke zu erkennen. Diese neue Brücke ist ein reiner Zweckbau, eine Betonbrücke mit Fussweg, auf dem Passanten gerne stehen bleiben, um sich an der malerischen Emmelandschaft zu erfreuen.

Buchempfehlung: Hanspeter Buholzer und Daniel Fuchs (Bilder): «Holzbrücken im Emmental» (214 Seiten, ISBN 978-3-905980-30-1). Das Buch kostet 48 Franken und ist im Buchhandel, im Regionalmuseum Langnau oder online unterwww.holzbrueckenimemmental.ch erhältlich.

Wiehnachtsgruess

I cha mi not guet dra erinnere, wie mir vor wenige Tage e schöne Wiehnachtsmärit bsuecht hei. Es het fein nach Öpfelpunsch u Glüehwy gschmöckt, ir Mitti vom Platz het es Füür inere schmidisige Schale brönnt,  Bsuecher hei die stiife Finger dran chönne werme. D Ständ si mit vil Liebi und Fantasie dekoriert gsy, mängs schöns Gschänkli het’s dert z’entdecke gäh: Feins Gebäck, Sache us Holz, Schmuck us Glas, wo im Liecht vom Füür farbig glüchtet het, sälber glismeti Händsche u Chappe, wo o am cheltischte Wintertag warm gäh. U no mängs, mängs meh! U de isch da ja no öppis: A Wiehnachtsmärit geit Alt u Jung ja nid nume zum kömerle. O d Stimmig, wo erfüllt isch vo der Fröid uf ds Wiehnachtsfescht, zieht Mönsch vo nah u färn a! I möcht itz aber no vo öppis angerem rede, nämlich vo dene Mönsche vo jedes Jahr vil Zyt häregäh zum das alles müglich z’mache. Mängs mues vorbereitet wärde, z Ufstelle vo de Ständ, ds Dekoriere, der Verchehr mues greglet wärde u d Bsuecher mit em Outo möchte gärn wüsse, won es no e freie Parkplatz het. Hinger all däm steckt e Huufe Arbeit! U wär im Advänt villicht lieber ir warme Stube wet blybe u es Cherzli aazünte, git si Zyt häre, hilft mit u steit mängi Stund am Märitstand oder i der Feschtwirtschaft. Das isch sehr asträngend! I möcht drum hüt all dene danke säge, wo sich Jahr um Jahr ehreamtlich für ne Wiehnachtsmärit engagiere. Dank Eurer Hilf dörfe mit eifach härecho, verwyle u gniesse. Danke!

Laterne am Weihnachtsmarkt
«…Am Wägrand lüchte Latärne»

U we de der Aabe chunt, de wird der Wiehnachtsmärit erfüllt mit Liecht, a jedem Stand het es e Liechterchetti, am Wägrand lüchte Latärne. Lampe, Cherzli u ds Füür spände Heiteri u Wermi uf em ganze Platz.

Wiehnachte isch es Sinnbild für ds Liecht. Scho i der heilige Nacht het e hälle Stärn am Himmel glüchtet, als Zeiche für alli Mönsche, dass Jesus isch uf d Ärde cho. «I bi ds Liecht vo der Wält», het Jesus zu sine Jünger gseit, «wär mit mir chunt, louft nid i der Fyschteri desume, nei, er het ds Liecht für ds Läbe.» (Joh. 8, 12 – Ds nöie Teschtamänt, bärndütsch). Gott isch Liecht, het si Jünger, der Johannes, i sim erschte Brief gseit.

I wünsche Euch es Wiehnachtsfescht wo erfüllt isch mit Liecht. Mit Liecht a de Cherze u Latärne wo üs iiladt zum e Ougeblick still z’sy und Bsinnig z’finde. Es Liecht wo d Familie im Advänt und am heilige Aabe zämebringt. I wünsche Euch offeni Türe für liebi Mönsche u es offnigs Härz für das Liecht, wo nie verlöscht.

Die eigene Webseite in 90 Minuten

Vielleicht kennen Sie dieses Problem: Es soll in möglichst kurzer Zeit eine Webseite erstellt werden, natürlich muss sie gut aussehen und leicht wartbar sein. Haben wir schon von den Kosten gesprochen? Nun, in der Budgetkasse ist etwa soviel Geld wie im Hut eines Strassenmusikanten, nach einem zehnminütigen Auftritt, an einem Provinzbahnhof. Wie kann dieses Problem gelöst werden? Ganz einfach, mit WordPress! Dieser Blog Beitrag zeigt Ihnen, wie sie in weniger als 90 Minuten eine eigene Website erstellen können, die alle genannten Kriterien erfüllt.

Vorarbeiten
Alles, was Sie für Ihren Auftritt benötigen, ist ein Webserver Abonnement, das die Installation von WordPress ermöglicht. Bei Hosttech gibt es das passende Paket «easyM» bereits ab 2.10 Franken pro Monat, bei SolNet bezahlen Sie 29.90 Franken pro Jahr, für dieses Geld bekommen Sie den Webserver, ein vorinstalliertes WordPress, die Domain ist wie bei Hosttech im Preis inbegriffen. Versteckte Kosten? Diesmal keine – versprochen!

Falls Sie WordPress selber installieren müssen: Es ist keine Hexerei. Grundsätzlich teilt sich die Installation in vier Schritte auf: Herunterladen von WordPress und entpacken des ZIP Archivs. Anschliessend werden alle Dateien mit FTP (File Transfer Protocol) auf den Webserver kopiert. Im dritten Schritt wird eine MySQL Datenbank erstellt. Im vierten und letzten Schritt rufen Sie Ihre neue Seite im Webbrowser auf, WordPress meldet sich dann mit einer freundlichen Installationsseite. Keine Sorge, es genügt, die Zugangsdaten der MySQL Datenbank anzugeben. Dann ist WordPress bereits installiert! Wenn Sie Probleme oder Fragen haben, kontaktieren Sie den Kundendienst Ihres Providers. Freundliche Hosting Anbieter helfen Ihnen bei der Installation gerne oder erledigen diesen Schritt für Sie!

Falls der letzte Absatz Ihnen nicht ganz verständlich vorkommt: Tut mir leid! Hier finden Sie eine detaillierte Installationsbeschreibung. Ich hoffe, dass Ihnen diese weiterhilft.

Warum gerade WordPress?
Es gibt viele gute CMS (Content Management System), keine Frage! Da sind Joomla!, Drupal, E107, Typo3 und hundert weitere. Und damit haben wir nur die bekanntesten erwähnt. WordPress ist aber mit Abstand das populärste CMS von allen, was gute Gründe hat. Zählen wir hier nur die wichtigsten auf: WordPress ist leicht zu installieren und zu warten, das Erstellen neuer Seiten oder Blogbeiträge geht leicht von der Hand, die Auswahl an Themes (Gestaltungsvorlagen) und Plugins ist riesig! Wie sieht es mit den Kosten aus? WordPress kostet – nichts! Auch die meisten Plugins und Themes sind gratis! Die Anbieter verdienen ihr Geld mit Support und mit sogenannten «Pro» Versionen. Wenn Sie beispielsweise ein schönes Theme wie «Hestia» verwenden, kostet es sie in der Basisversion nichts. Wenn Sie aber alle Funktionen von Hestia verwenden wollen, müssen Sie zur Kreditkarte greifen! Die meisten Themes kosten zwischen 30 und 70 Franken pro Jahr! Dies ist das übliche Geschäftsmodell in der WordPress Welt. Und es funktioniert hervorragend, wie die Praxis zeigt. Rund um WordPress ist in den letzten Jahren eine gigantische Softwareindustrie entstanden.

WordPress DashboardWordPress Dashboard

Rein ins Dashboard!
Nun ist WordPress also installiert und Sie haben das Administrator Login für das Dashboard erhalten – oder es selbst definiert. Sie können Ihre Seite im Webbrowser jetzt auch wie folgt aufrufen, ich werde von nun an die Domain hockey-masters.ch als Beispiel verwenden:

Seite aufrufen: http://www.hockey-masters.ch
Dashboard: http://www.hockey-masters.ch/wp-admin

Der Begriff «Dashboard» sagt Ihnen noch nichts? Bei WordPress ist das Dashboard der Admin Bereich. Also der Ort, an dem Sie Ihre Webseite verwalten, Texte schreiben, Bilder hochladen, Themes und Plugins installieren, und so weiter. Kurz: Alles, was benötigt wird, um eine Webseite von A-Z zu erstellen und zu warten.

Falls Sie WordPress noch nicht so gut kennen, empfehle ich Ihnen, sich etwas Zeit für den «Codex» zu nehmen, die Seite also, auf der Sie alles wissenswerte rund um WordPress schnell finden werden. Hier geht’s zum WordPress Codex.

Ein Theme auswählen
Sie haben sich etwas eingelesen? Prima! Weiter geht’s. Das erste, was nun folgt, ist die Installation eines Themes. Hier noch etwas zur Terminologie: Themes sind Gestaltungsvorlagen. Themes legen fest, wie Ihre Seite aussehen wird. Das gute daran ist, dass Themes jederzeit ausgetauscht werden können, ohne dass die Inhalte Ihrer Seite verloren gehen. Zudem können Themes recht einfach an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Aber welches ist das richtige Theme für mich, werden Sie vielleicht jetzt fragen. Zur Beantwortung dieser Frage sind ganze Bücher geschrieben worden. Deshalb hier um der Kürze willen das Ernüchternde vorweg: Es gibt kein Allgemeinrezept, um in vernünftiger Zeit das «passende» Theme zu finden. Warum nicht? Weil die Wahl stets von der Aufgabe, dem persönlichen Geschmack und davon abhängt, was ein Theme alles können muss.

Machen Sie es zu Beginn so: Wählen Sie im Menu Design > Themes. Nun sehen Sie alle Gestaltungsvorlagen, die bereits installiert sind. Vermutlich werden Sie Twenty Nineteen, Twenty Seventeen und einige weitere sehen.

Info: die Twenty-Themes. Seit rund 10 Jahren veröffentlicht WordPress regelmässig neue Standard Themes, die mit WordPress mitgeliefert werden. Twenty Ten war das erste, das aktuelle heisst Twenty Nineteen. Diese Standard Themes sind in bezug auf das Aussehen meist neutral gehalten, aber so flexibel, dass sie problemlos an individuelle Bedürfnisse angepasst werden können.

Auswahl eines neuen Themes

Klicken Sie als nächstes auf die Schaltfläche Hinzufügen, um neue Themes zu installieren. Wählen Sie im darauf folgenden Schritt die Sortieroption Populär. Jetzt sehen sie die Themes, die zurzeit beliebt sind. Und nun nehmen Sie sich etwas Zeit und schauen sich mindestens zehn Themes in aller Ruhe an. Themes können mit einem Klick auf Vorschau angezeigt werden, damit wird an Ihrer Seite selbst nichts verändert! Prima, nicht? Die meisten Themes, die Sie hier sehen, können Sie kostenlos installieren und in aller Ruhe testen. Wenn Sie genaue Vorstellungen über das Aussehen haben, können Sie die Themes auch filtern mit der Option Nach Funktionen filtern.

Haben Sie ein Theme gefunden? Dann klicken Sie jetzt auf Installieren und aktivieren Sie es. Ich habe in der Zwischenzeit ebenfalls eines ausgewählt, es heisst Lighthouse, ich werde dieses Theme im folgenden als Beispiel verwenden.

WordPress DashboardSo sieht das Lighthouse Theme aus

Schön, dass Sie reinschauen!
Was wir als nächstes benötigen, ist eine Seite, die den Besucher mit einem freundlichen «Willkommen» begrüsst. WordPress hat bereits so eine Seite erstellt, vermutlich mit dem vielverheissenden Titel «Hallo Welt!». Wir könnten nun diese Seite anpassen und als neue Startseite verwenden. Es ist aber besser, wenn Sie eine neue Seite erstellen, ohne jede Altlast! Das geht ganz einfach über Seiten > Erstellen. Wichtig: Erstellen Sie auch wirklich eine Seite, nicht einen Beitrag! Falls Sie dies jetzt verwirrt, ich werde es im nächsten Abschnitt klären…

Hockey Masters Startseite

Hockey Masters Startseite

Ändern Sie Ihre neue Seite und schreiben Sie zuerst einen einladenden Titel, «Willkommen» zum Beispiel. Und dann den Text, mit dem Sie Ihre neugierigen Besucher begrüssen wollen. Wie so oft im Leben gilt auch hier: Weniger ist mehr. Der Text soll korrekt, gut verständlich, angenehm zu lesen und interessant sein! Ich habe diese Aufgabe auf meiner Beispielseite bereits erledigt, das Ergebnis können Sie im Kasten rechts sehen.

Sobald Sie mit der Startseite fertig sind, wählen Sie im Menu noch einmal Seiten und erstellen Sie mindestens zwei neue Seiten. Geben Sie diesen passende Titel wie zum Beispiel Über mich und Kontakt. Ich werde gleich darauf zurückkommen!

Ein paar Worte zum Gutenberg Editor
Hatten Sie beim Erstellen der Texte etwelche Mühe? Nun, dann geht es Ihnen wie zig tausend anderen WordPress Benutzern. Seit Version 5.0 wird WordPress mit einem Block Editor ausgeliefert, der auf den gefälligen Namen «Gutenberg» hört! Sie können hier nicht einfach drauflos tippen, weil alle Inhalte in Blöcken organisiert werden. Und das hat seine guten Gründe. Durch das Anordnen in Blocks sind die Seiteninhalte strukturiert, es ist deshalb viel einfacher, das Layout der einzelnen Elemente zu beeinflussen. Ausserdem kann Gutenberg vieles, was der alte, klassische Editor nicht konnte. Mehrspaltige Bereiche zum Beispiel, die sich an jede Bildschirmgrösse anpassen (Stichwort: responsive design).

Mein Vorschlag: Geben Sie Gutenberg eine Chance, Ändern Sie den Titel, dann den ersten Textblock. Wenn Sie damit fertig sind, klicken Sie auf das Plus-Symbol mit Kreis, um weitere Blöcke zu erstellen. Um einen Block vertikal zu verschieben, klicken Sie auf die Pfeilsymbole links neben dem Block. Sobald Sie einen Block markiert haben, wird darüber eine Symbolleiste angezeigt, bei Textblöcken werden hier grundlegende Textauszeichnungen angeboten. Für die Eigenschaften des ganzen Blocks ist das Blockmenu zuständig. Dieses sehen Sie am rechten Fensterrand.

Darauf müssen Sie achten: Gutenberg konvertiert jeden (!) Absatz in einen Block. Zwar kann der Cursor mit den Pfeiltasten über die Blockgrenzen bewegt werden, auch die Seitenlauftasten funktionieren wie erwartet. Abschalten lässt sich dieses Aufteilen in Blocks aber nicht! Was zudem fehlt, ist ein Modus zum störungsfreien Schreiben (englisch: distract free writing). Hierbei werden alle Kontrollelemente ausgeblendet, so dass das ganze Fenster nur noch den Text anzeigt. Das ist etwa so wie mit dem Smartphone am Sandstrand während den Ferien. Wirklich entspannen können Sie sich erst, wenn Sie das verflixte Ding ausschalten!

Info: Gutenberg für Vielschreiber. Wenn Sie längere Texte schreiben wollen, blenden Sie als erstes mit einem Klick auf das [x] Symbol (oben rechts im Fenster) die Einstellungen aus. Ein weiterer Klick auf das Zahnradsymbol blendet den Dialog wieder ein. Als letztes klicken Sie auf das Piktogramm für die Einstellungen, drei vertikal angeordnete Punkte [⋮] und markieren Sie dies: Vollbild Modus, Spotlight Modus und Obere Werkzeugleiste.

Noch ganz kurz etwas zu den Bildern: Damit der Text um ein eingefügtes Bild fliessen kann, muss der Block mit dem Bild vor dem Textblock eingefügt werden. Dann wird bei den Bildeigenschaften der Modus zum Umfliessen gewählt. Das klappt solange gut, bis der Text überarbeitet wird und das Bild plötzlich woanders stehen soll. Hier hilft nur eines: Den Block mit dem Bild an die gewünschte Stelle verschieben.

Den Schalter umlegen!
WordPress entstand vor fast 20 Jahren als Software für Blogger; diese Herkunft ist bis heute gut zu erkennen. Denn wenn sie WordPress installieren, befindet es sich im Blogger Modus. Auf der Startseite werden die neuesten Blog Beiträge angezeigt, nicht eine statischer Inhalt. WordPress unterscheidet strikte zwischen Beiträgen und Seiten. Beiträge werden von Bloggern verfasst und in chronologischer Folge angezeigt, die neusten zuerst, die ältesten weiter unten. Wenn Sie wollen, dass sich WordPress nicht wie eine Bloggerseite verhält, sondern wie eine Webseite mit stets gleichbleibender Startseite und Seitenstruktur, dann müssen Sie den Hebel umlegen. Wir werden dies sogleich tun. Da dies möglicherweise ein nicht ganz leicht zu verdauender Brocken ist, hier noch einmal eine Zusammenfassung der beiden WordPress Modi:

Blogger Modus: Auf der Startseite werden Ihre letzten Blogbeiträge angezeigt. Blogger, aber auch die Betreiber von Nachrichtenseiten verwenden gerne diesen Modus. Ein typischer Blog ist in bezug auf das Design schlicht gehalten, Beiträge werden absteigend nach Datum sortiert von oben nach unten angezeigt, Besucher können meistens auch Kommentare verfassen. Es ist möglich, statische Seiten über ein Menu anzubieten.

Statische Startseite: Beim öffnen der Webseite wird immer dieselbe Seite angezeigt. Dies ist die Startseite, die Sie vor wenigen Minuten erstellt haben. Weitere statische Seiten wie zum Beispiel Kontakt, Über mich oder Meine Katzen können erzeugt und über ein Menu verlinkt werden. Selbstverständlich können Sie in diesem Modus auch Blogbeiträge einbinden. Diese erscheinen dann unter einer Rubrik wie zu Beispiel «News».

Strtseite einstellen

Startseite einstellen

Und so geht das umstellen: Wählen Sie Design > Customizer und dann Startseiten Einstellungen. Im Dialog, der nun angezeigt wird, wählen Sie eine statische Seite als Startseite, dies öffnet eine Auswahlliste, in der die gewünschte Seite ausgewählt werden kann. Zum zweiten kann hier bestimmt werden, mit welcher statischen Seite die Blogbeiträge angezeigt werden. Wir lassen dies für den Moment aussen vor!

Seitenstruktur und Menus
Richten Sie nun bitte Ihr Augenmerk wieder auf die beiden Seiten, die Sie zusätzlich erstellt haben, ich habe sie im Beispiel Kontakt und Über mich genannt. Natürlich können Sie diese Seiten benennen, wie Sie möchten und Sie können auch weitere verfassen, Sie können sogar bestimmen, dass einzelnen Seiten anderen untergeordnet sind – willkommen in der Welt der Seiten-Hierarchie und -Navigation! Bitte geben Sie diesen beiden Seite einen sprechenden Titel und schon jetzt auch etwas Inhalt. Im folgenden Schritt werden wir die drei bisher erstellten Seiten in einer Navigation anzeigen. Wir benötigen dazu allerdings ein Menu. Keine Sorge, in WordPress können Menus mit wenigen Schritten generiert werden:

WordPress MenuEin Menu entsteht

  1. Wählen Sie Design > Menus. Schon sind Sie mitten im Dialog zum Verwalten der Menus. Standardmässig erstellt WordPress bei der Installation kein Menu, Sie müssen als als erstes eines erstellen.
  2. Klicken Sie in das Eingabefeld Name des Menus und geben Sie Ihrem neuen Menu einen sprechenden Namen, zum Beispiel «Hockey Masters Menu».
  3. Unter dem Menunamen sollten Sie bereits jetzt Ihre Seiten sehen, Sie können durch Ziehen/Ablegen die Reihenfolge ändern, Einträge löschen oder neu hinzufügen. Zum ändern klicken Sie einfach auf den kleinen Pfeil am rechten Rand des zu bearbeitenden Eintrages. Um einen weiteren Punkt zu ergänzen, wählen Sie im linken Bereich des Dialoges die Seite aus und klicken Sie den Button Zum Menu hinzufügen.
  4. Vergessen Sie nicht, zuletzt die Schaltfläche Menu speichern zu wählen, sonst war die ganze Mühe umsonst!

Ihr Menu ist nun fertig. Aber wenn Sie Ihre Seite neu laden, sehen Sie, dass es nirgendwo angezeigt wird. Warum das? Die Antwort wird Ihnen gerne der Entwickler des von Ihnen gewählten Themes geben: Menus müssen einer «Menuposition» zugewiesen werden, Menupositionen sind Bereiche auf der Seite, die der Themedesigner zur Anzeige von Menus vorgesehen hat. Viele Themes haben nur eine Menuposition, diese befindet sich meist oben im Header Bereich. Das in diesem Tutorial verwendete Lighthouse ist so ein Theme. Andere Themes haben drei oder sogar mehr Positionen. Das bedeutet auch, dass Sie verschiedene Menus erstellen und diese für ganz unterschiedliche Aufgaben verwenden können. Aber genug der Theorie, so aktivieren Sie das Menu:

Menuposition wählen

Das neue Menu einer Theme-Position zuweisen

  1. Wählen Sie Design > Customizer, dies öffnet den Dialog, mit dem Sie Ihr Menu einem Slot zuweisen können.
  2. Klicken Sie als nächstes auf Positionen anzeigen. Nun können Sie sehen, welche Menupositionen es gibt. Zu jeder Position können Sie ein Menu wählen, das hier angezeigt wird.
  3. Weisen Sie Ihr neues Menu einer Position zu und klicken Sie dann auf Veröffentlichen.  

Wenn alles geklappt hat, sollten Sie im Header Bereich die Navigation sehen. Wenn Sie nichts sehen, kontrollieren Sie bitte dies: A. Haben Sie das richtige Menu zugewiesen? B. Haben Sie die Änderung bei der Zuweisung publiziert? C. Wenn Sie ein Caching Plugin verwenden, löschen Sie bitte den Cache. Aktualisieren Sie dann die Seite.

Wir sind zum Thema Menu noch nicht ganz am Ende angelangt. Wie ich schon angedeutet habe, können Menus verschachtelt werden. Sobald Ihre Seite umfangreicher wird, ist dies ein wichtiger Aspekt. Ziehen Sie einfach einen Eintrag Ihres Menus im Menu Editor etwas nach rechts. Der Eintrag bleibt dann eingerückt und wird ab sofort als Untermenu angezeigt. Allerdings nur dann, wenn der Designer des Themes dies auch vorgesehen hat! Im Zweifelsfall einfach ausprobieren.

Neue Kleider für den Kaiser
Es freut mich, dass Sie bis hierher durchgehalten haben. Nun haben wir schon ein schönes Stück der Wegstrecke zurückgelegt. Viel fehlt nicht mehr! Im nächsten Schritt sollten Sie der Seite ein individuelles Gepräge geben. Ersetzen Sie dazu das Header Bild und passen Sie die Farben an. Beides können Sie sehr einfach im Customize Menu. Bevor Sie dies tun, stellen Sie bitte ein passendes Bild bereit. Am besten ist es, wenn Sie dieses selber gemacht haben oder die Erlaubnis haben, es zu verwenden.

Header festlegenEin Header Bild zuschneiden

Wählen Sie Design > Customizer und anschliessend die Option Header-Bild. Fast alle Themes bieten ein Header Bild oder wenigstens eine Grafik, die prominent auf der Seite angezeigt werden kann. Achten Sie bitte auf die geforderte Grösse des Bildes, die im Dialog angezeigt wird und verwenden Sie ein Grafikprogramm, um das Bild zuzuschneiden. Falls das jetzt gerade nicht geht: Laden Sie Ihr Photo hoch, so wie es ist. Im zweiten Schritt können Sie es auch in WordPress auf die passende Grösse verkleinern.

Sobald das Header Bild Ihren Vorstellungen entspricht, widmen Sie bitte Ihre Aufmerksamkeit der Farbgebung. Welches ist die dominante Farbe des Headerbildes? Versuchen Sie diese als Theme-Farbe einzustellen. Viel ist dazu nicht nötig: Wählen Sie Design > Customizer > Farben. Wenn es nun einen Eintrag Theme-Farbe gibt, stellen Sie hier die ermittelte Farben ein. Die Theme-Farbauswahl ist sehr unterschiedlich. Manche Themes erlauben nur das Bestimmen der Textfarbe, andere bieten bis zu 100 verschiedene Farbeinstellungen. Auch hier gilt: Ausprobieren, bis es passt!

Was ist eigentlich ein Widget?
Wir sind schon fast fertig! Ganz zum Schluss werfen Sie bitte noch einen Blick auf die Widgets. Widgets? Schlagen wird im Wörterbuch nach, erfahren wir, dass ein Widget ein «Dingsbums» ist – und damit sind wir nicht wirklich klüger! Komponente einer Benutzeroberfläche ist eine wesentlich bessere Übersetzung. In WordPress können Widgets so ziemlich alles sein: Ein Eingabefeld für die Suche, ein Kalender, eine Auflistung der Ihrer neuesten Twitterbeiträge, eine Sprachauswahl, ein Audiogerät usf. WordPress bringt bereits eine Myriade an Widgets mit, weitere können nachinstalliert werden. Und Widgets können fast überall auf der Seite platziert werden: Überall dort, wo der Theme Designer es vorgesehen hat, oder in Beitrag selbst, wenn Sie Gutenberg verwenden.

Widgets platzieren

Widgets auf der Seite platzieren

Wählen Sie bitte noch einmal Design > Customizer, dann Widgets. Nun sehen Sie eine Liste von Bereichen, in denen Sie Widgets platzieren können. Schön übersichtlich, nicht? Wählen Sie nun einen Bereich aus, zum Beispiel Sidebar. Diesen Bereich gibt es auf allen Themes mit Seitenleiste. In der nächsten Ansicht werden alle Widgets aufgelistet, die es in diesem Bereich bereits gibt. Sie können hier Widgets löschen, hinzufügen und die Reihenfolge verändern. Und in aller Regel werden Sie hier auch etwas ändern wollen! Besonders das Widget zum Einloggen in das Dashboard gehört weg! Auf das Meta Widget wollen Sie vermutlich löschen. Beliebt sind hingegen Widgets zur Anbindung an soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter.

Fertige SeiteDie fertige Seite

Und nun sind wir tatsächlich am Ende. Sie haben mit WordPress eine Seite erstellt, die Ihren gewünschten Inhalt anzeigt und – wenn auch nicht bis in alle Details – so aussieht, wie Sie es gerne haben möchten. Ist die Seite damit wirklich fertig. Mit einer Webseite verhält es sich etwa so mit einer alten Lokomotive. Sie fährt zwar, aber es gibt immer etwas zu flicken. Sie stehen also am Beginn eines Prozesses, bei dem sich die Seite ständig verändern und erneuern wird. Und das ist gut so. Pflegen Sie die Inhalte, passen Sie das Design an oder erstellen Sie ihr eigenes Theme (ist keine Raketenwissenschaft). Kümmern Sie sich um die Suchmaschinenoptimierung (Stichwort: SEO), verfolgen Sie die Zugriffsstatistik und optimieren Sie die Sichtbarkeit mit dem Yoast Plugin.