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Das Eidgenössische vor der Haustüre!
Dieser Spruch fiel im letzten Herbst an der Sängersitzung,
als es darum ging, die Teilnahme am Eidgenössischen Jodlerfest in Interlaken zu
beschliessen. Einstimmig war der Verein für den Besuch in Interlaken. Bei der
Auswahl des Liedes zeigte sich eine Zweiteilung im Chörli. Die einen waren
dafür, dass ein Lied von Komponist Stadelmann vorgetragen wird, die andern,
dass das äusserst schwierige Lied "Bhüet di Gott, mi liebi Heimat"
von August Wirz vorgetragen wird. Die Ausmarchung fiel sehr knapp, aber für das
Wagnis aus. Vor allem für uns Jodler war das von Anfang an die grösste Herausforderung,
da Erika und ich den Jutz nur auf ausgeklügelte Art und Weise perfekt über die
Runden bringen konnten. Keines von uns hätte den Jutz alleine so geschafft -
man wird doch älter! Aber bei den Proben zeigte sich "nadisnah", dass
da ein Kunstwerk entstehen wird.
Als Reiseleiter liess sich der Frutigtaler - Hänsel Wampfler - gewinnen. Ihm
gelang es, in Interlaken noch eine Gaststätte zu finden, die uns am
Samstagabend zum Nachtessen aufnahm.
So reisten die Eisernen bereits am Freitag an und der Rest vom Chörli im
Verlauf des Samstags. Ein erster Treffpunkt war am Samstagnachmittag der
spontane Auftritt beim Fernsehen. Ein Lied live gesungen, veröffentlicht im
Internet. Das war doch noch etwas Spezielles. Franz sein Lied "Häb Freud
am Läbe" kam ziemlich gut herüber und die Aufnahme liess sie sehen.
Anschliessend ging's ins Einsinglokal. Franz liess noch einmal alle Kniffe
spielen und es wuchs eine gute Motivation heran. Mit gutem Mut ging’s in die
Turnhalle ins Vortragslokal. Die Akustik war für uns nicht überschwänglich aber
doch passabel. Der Einstig ins Lied sowie die Strophe gelang gut - und
der Jutz sehr gut. An den strahlenden Gesichtern unserer Fans in den
ersten Reihen und dem aufhellenden Blick von Franz, der sich einen Platz unter
dem Jurypodest erkämpfen konnte, gewannen wir für die zweite und dritte Strophe
noch mehr Mut. Erika und mir gelang der Jutz makellos und die gegenseitige Übernahme
so gut, dass nur noch jene, die uns persönlich kennen, das Wechselspiel
realisierten. Auch Erich lief mit seiner Stimme im zweiten Jutz zu vollem und
einmaligem Können auf. Mit dem Wissen, dass wir kaum mehr jemals ein so
anspruchsvolle Jodellied vortragen werden können, konnten wir das
Vortraglokal stolz verlassen. Draussen genossen wird die sicherlich verdienten
Komplimente - auch von Jodlern und Zuhörern, die uns bis dato nicht kannten.
Schade, dass es Petrus am Freitag stark und am Samstag öfters regnen liess. So
kam draussen nur hier und dort an einem sicheren Schärmeplatz die gewohnte
Feststimmung auf. Der Grossteil musste sich dezentralisiert in den grossen
Zelten einen Platz erkämpfen. So suchten viele Chörler den Heimweg etwas
früher, als das gedacht war.
Am Sonntag hellte der Himmel dann auf und es wurde noch hurtig heiss. Das frohe
Trachtenmeer war Balsam für die Seele! So kam endlich noch ausgelassene
Feststimmung auf und ein prächtiger Umzug krönte das Fest. Für Erika und mich
war dieser noch speziell. Konnten wir doch als Vertreter auf dem Wagen des OKs
vom nächsten Bernisch Kantonalen Jodlerfest 2012 in Schwarzenburg mitfahren. An
den zich Zehntausend Leuten vorbeizufahren, die beide Strassenseiten säumten,
war ein einmaliges Erlebnis.
Mit diesen Worten möchte ich den Reisebricht beenden. Es
gäbe da noch einiges zu erzählen, aber . . .
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