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Reisebericht
15. - 17. Juni 2007 in Huttwil


Verfasser: Andreas Stauffenegger
Schnappschüsse

Wetterlage - anfänglich gewitterhaft am Freitagabend, Samstags immer schöner und während des ganzen Sonntags Sonnenstrahlen im Überfluss . . .
Dies war für mich das Versöhnungsangebot von Petrus auf die schreckliche Gewitternacht, welche die Festregion eine Woche zuvor heimgesucht hatte, in der zwei Menschen in den Überschwemmungsfluten ihr Leben lassen mussten.

Das Chörli hat sich unter der profunden Leitung von Ueli Kämpfer im Vorfeld sehr gut vorbereitet. Und doch war etwas anders bzw. neu: Erika bestritt den 1. Jutz und ich den 2., beide ohne Wechsel.

Individuell reisten ein paar Chörler bereits am Freitagabend an - nicht zuletzt deshalb, da wir doch den Vortrag des Jodlerklubs Huttwil, ebenso unter Leitung von Ueli Kämpfer, punkt 19.00 Uhr in der Stadtkirche geniessen wollten. - Ein sehr guter Eröffnungsvortrag ist ihnen gelungen. Schon in dieser ersten Nacht wurde trotz einzelnen Gewitterspritzern im ganzen Städtli gjutzet und ghornet. 

Am Samstagmittag trafen wir uns in der Aula der Sekundarschule zum Einstimmen und Ansingen. Ersteres gelang beim obligaten "Znüniplättli" und "Tonöl". Das Zweite fand draussen im Schatten des schönsten Sommertages statt. Im Freien Singen ist nicht jedermanns Sache, man hört sich schlecht und muss sich äusserst auf die andern Register konzentrieren - um so gewaltiger war dann das Erlebnis kurz danach in der kath. Kirche - ein wahres Tonerlebnis - auch für uns Sänger! Ich bin mir sicher, genau dieses Rezept ist es, welches das Chörli braucht! Obschon in der 1. Strophe noch hie und da eine kleine Unsicherheit vorhanden war, vor allem bei uns zwei Jutzern, kam die 2. voll zum Tragen. In der 3. konnten wir sogar noch mit einem phantastischen "piano" zulegen, Das Publikum war begeistert, es zeigte dies mit einem kaum enden wollenden Applaus. Vor der Kirche durften wir viele Gratulationen entgegennehmen. Jetzt war das Herz erleichtert und das Fest konnte beginnen. So genehmigten wir uns dann einen kurzen "Siegestrunk".

Den späteren Nachmittag und Abend verbrachten wir individuell mit Anhören weiterer Vorträge. Zwischendurch auch draussen in einem Beizli bei einem guten Gespräch mit manch einem Jodler oder Jodlerin, die man schon länger nicht mehr gesehen hatte. Dies gibt einem dann immer das Gefühl - mir si haut doch e grossi Familie!

Am Abend fand sich das Chörli nach den Vorträgen 22.00 Uhr zum gemeinsamen Nachtessen im Rest. Rössli. Wie das unser Festleiter, Mike Jordi, fertig brachte, dass das Sääli für uns alleine frei war, ist mir rätselhaft. . . Das Essen war exzellent. Gut genährt traten wir dann kurz vor Mitternacht in die Stadtkirche von Huttwil. Es war beeindruckend, so viele Leute in der Kirche zu sehen, die teilweise über 2 Std. dort auf den "Mitternachtsjutz" gewartet hatten - und wer durfte dort auf Wunsch des Komitees mitwirken? Das Chörli der Kantonspolizei! Man kann es drehen wie man will - aber dieser Mitternachtsjutz mit unserem speziell dafür einstudierten Lied "üse Vater", das Unser Vater von Peter Roth, war das Höchste, was ich bis jetzt erleben durfte! Auf all die anerkennenden Worte danach konnte die Freinacht beginnen. Es war ein Städtlifest, wie man es sich nur wünschen kann. Viele suchten gar keine Übernachtungsmöglichkeit und hielten durch. 

Am Sonntag morgen traf sich die offizielle Festgemeinde auf dem "Dornacher", um der Fahne des BKJV die Ehre zu geben. Es war unter diesem Sonnenschein ein ergreifendes Zeremoniell. Kaum war es zu Ende, wurden die Verkäufer der Ranglisten völlig überrannt. Derweil vergass der eine oder die andere sogar, dass ja das Jodlerapéro bereit stand. Wie viele herzhafte Jutzer ertönten nun - Freudentränen zu hauf. Aber es konnten auch ein paar beobachtet werden, die etwas enttäuscht den Weg ins Städtli hinunter suchten. . . 

Der Umzug am Nachmittag war eine Augenweide - bravo dem Komitee, welches die Bilder ausgesucht hatte und eine grosse Ankerkennung all denen, die in grosser Hitze ausharrten. Prächtige Sugets - nichts "Sturmes" wie im Vorjahr!

Alles in allem - ein von A - Z gelungenes Fest, bei dem jeder Besucher das Gefühl vermittelt bekam, dass das Blumenstädtchen erfreut über sein Erscheinen war. . . .