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Reisebericht
16. - 18. Juni 2006 in Biel


Verfasser: Andreas Stauffenegger
Schnappschüsse

Der Wetterbericht verhiess warm, teilweise sonnig mit strichweiser Gewitterlage!

Da wir im Vorfeld doch an der Herausforderung unseres Liedes etwas zu kauen hatten, war die Gemütslage bei einigen Chörlimitgliedern auch eher auf Gewitterlage ausgerichtet.

Individuell reisten wir am Samstagmorgen - für einige war das "in aller Herrgottsfrühe" - mit den Autos nach Biel. Hier war der erste Eindruck etwas "kühl". Man sah kaum irgendwo einen Wegweiser, der einem das Finden der Parkplätze erleichtert hätte. Auch auf die Shuttelbusse hielten wir um 07.15 Uhr vergebens Ausschau. Offensichtlich setzte ihr Betrieb erst ein, als wir uns 08.00 Uhr bereits beim Ansinglokal einfanden. Nicht besser erging es denjenigen, die per Bahn anreisten. Wenn man allerdings einmal die Nähe der Altstadt erreichte, mangelte es an nichts mehr. Stände in allen Variationen waren aufgestellt, kunterbunt, traditionell und zahlreich eben auch fremdländisch. Gelbe und schwarze allesamt freundliche Gesichter lächelten einem zuhauf entgegen. Rustig gab es da zu betrachten, die ein Jodler noch kaum zu sehen bekommen hatte. Also konnten wir auch unser Allgemeinwissen etwas updaten....

In gekonnter Manier gelang es Ueli, uns die Nervosität zu nehmen und uns auf den Wettvortrag einzustimmen. Dabei fanden wir auch im Tee und dem "Späck", welcher Hans Lehmann organisiert hatte, das nötige Mittel, unsere Stimmen einzuwärmen und zu salben.
09.30 Uhr - das Juryglöcklein ertönt in der grossen Stadtkirche. Mit etwas Respekt betreten wir  die Kirche und stellen uns in Formation auf. Beinahe voll ist die Kirche von Besuchern. Wo die um diese Zeit schon alle herkamen? Der Auftakt und die 1. Strophe gelingen gut. Hie und da kann ich einen bewundernden, aufmunternden Blick erhaschen, als der Jutz zu Ende geht. Der 1. Tenor hinter mir macht sich mit dem Solo alle Ehre. Aufgrund des guten Gefühls gelingt es Erika, Ruedi und mir in der 2. und 3. Strophe noch etwas zuzulegen. Der Schlusston verhallt - und wie ein Gewitterregen erschallt der überaus kräftige Applaus vom Publikum. Kurze Kontrolle beim Abgang - Tonart genau gehalten - die erste Hoffnung, eigentlich könnte es für Klasse 1 reichen. Vor der Kirche dürfen wir viele Gratulationen entgegennehmen. Jetzt ist das Herz erleichtert und das Fest kann beginnen. So genehmigten wir uns einen kurzen "Siegestrunk".

Vollzählig verschiebt sich unser Chörli anschliessend in die Juravorstadtkirche. Hier kommen wir erleichtert an und es fällt uns schwer, mucksmüseli still in den Bänken Platz zu nehmen, wo wir den Vortrag unserer Huttwiler Leidensgenossen (auch hier "regäntet" Ueli) kritisch miterleben wollen. Ein gewaltiger Vortrag gelingt ihnen, die zwei jungen Jutzerbuben überzeugen, auch Wälteli gelingt der Jutz gut. Aber die Zuschauerschar ist überwältigt vom Basssolo von Reiti & Co. Auch sie dürfen sich eines Supervortrages erfreuen. - Und jetzt, jetzt ging das Fest wirklich und endgültig los. Huttwiler wie Chörler waren erleichtert und durften tatsächlich auf ihre Vorträge stolz sein. Gegenseitig versicherten wir uns, wie gut wir wären! Und zuoberst durfte Ueli von beiden Klubs unsere Gratulationen und Anerkennung für sein Wirken in Empfang nehmen. - Bravo Ueli -

Nach dem Mittagessen verbrachten wir den Tag individuell mit Anhören weiterer Vorträge. Zwischendurch auch draussen in einem Beizli bei einem guten Gespräch mit manch einem Jodler oder Jodlerin, die man schon länger nicht mehr gesehen hatte. Dies gibt einem dann immer das Gefühl - mir si haut doch e grossi Familie!

Am Abend fand sich das Chörli auf dem grossen Platz zusammen, wo wir uns zuerst "Schärmeplatz" unter der Laube erkämpfen mussten. Regnete es doch hie und da ziemlich stark. Gegen Mitternacht zu machten sich die Meisten auf den Heimweg. Aber auch der Regen hörte auf. Der harte Kern der Chörler und der Huttwiler fanden sich nun wieder im Freien zusammen und liedeten bis weit in den Morgen. . . unvergesslich bleibt's . . .

Am Morgen nach ein, zwei Stunden Schlaf auf irgend einer zweckentfremdeten Liege im Freien oder im Auto fand der offizielle Festakt im Kongresshaus statt. Ein würdiges Zeremoniell, in der Tat. Beim anschliessenden Apéro wurden die guten Gespräche plötzlich jäh unterbrochen - Rangliste, Rangliste . . . und ein Run ging los. Jeder musste das begehrte Ding haben, nicht nur eine, sondern Dutzendweise musste man sie Einkaufen, eben auch für die Daheimgebliebenen. Schnell durchblättern und - die glückliche Erleichterung - wir haben es tatsächlich noch einmal geschafft - Klasse 1. Nun noch schnell ein paar SMS verschicken und die gute Kunde in der Welt verbreiten. . .

Den Nachmittag verbringen wir im Schatten und geniessen den Umzug. Auch hier zeigt Biel einmal etwas Neues. Fremdländische Bilder laufen mit - zwischendurch auch Bilder, die lediglich Reklame für einen andern Anlass machen - Sache gits. . .

Am Abend finden wir uns im Rest. Bahnhof in Lengnau ein. Hier hat der Wirt mit seinem Team eine wunderschöne Tafel eingerichtet, an der uns das hervorragende Essen noch besser schmeckt. Nicht nur dass Hans Lehmann als Organisator das 1. Glas Weisswein spendierte, sondern dass uns noch der treue Chörlifan und Gönner, Marcel Pauli mit Blanca, die Ehre mit seiner Aufwartung machte, krönte den Ausklang in besonderem Masse. Ein Dankeschön gebührt an dieser Stelle. Mit etwas Wehmut machten wir uns anschliessend auf den Heimweg - äs isch wider einisch verby!.

Aber alles in allem kann doch gesagt werden, das Jodlerfest in Biel war ein gutes Erlebnis, das dem Chörli wieder einmal gut tat. . . .