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13 Jahre @SolNet

Wer kennt Notepad? Das ist der nette kleine Editor, der zum Lieferumfang von Windows gehört, schon seit Jahren! Und obwohl seine Fähigkeiten äusserst bescheiden sind, wird er geschätzt, wenn es darum geht, kleinere Textdateien zu verändern. Mit Betonung auf «kleinere». Für riesige ASCII-Dateien ist Notepad nicht geeignet. Notepad war es auch, der in den frühen 90er Jahren zum Erstellen von Webseiten gerne genutzt wurde, bis zu Dreamweaver, Frontpage & Co. war es noch ein weiter Weg!

1995 waren HTML und ein Texteditor die wichtigsten Werkzeuge des Entwicklers, noch heute gibt es Seiten zu entdecken, die mittels Button stolz verkünden: «Powered by VI». CSS, Javascript und anderen Technologien waren gerade dabei, sich Schritt für Schritt zu etablieren. Um Seiten aufzupeppen boten sich «Grafikbaukästen» an, die zum Albtraum jedes einigermassen seriös arbeitenden Grafikers wurden. So tummelten sich auf den «Homepages» der 90er Jahre knallbunte Icons, Bars, riesige Buttons und animierte Grafiken ‒ und manchmal auch Java Applets. Es war ein wildes und buntes Durcheinander! Und dass es hinten und vorne nicht zusammenpasste, interessierte kaum. Wer wissen möchte, wie manche Seite aussah, kann sich mit dem «Geocities-izer» eine beliebige Seite umgestalten lassen. Doch das soll jetzt nicht heissen, dass alles so aussah! Viele Seiten der Zeit sahen phantastisch aus und waren das Ergebnis intensiver gestalterischer Vorarbeit.

Kommen wir zurück in die Gegenwart. Und damit in die Zeit, in der den animierten GIF’s und Applets endgültig der Garaus gemacht wird! Es sind andere Qualitäten, die wichtig geworden sind. Allen voran die «Responsivity». Mit anderen Worten: Webseiten, die auch auf mobilen Geräten, also Tablets, Smartphones und Netbooks korrekt und gut leserlich angezeigt werden. Warum ist das so? Weil heute rund 30% aller Benutzer das Web vorwiegend mit mobilen Geräten nutzen, Tendenz stark steigend. Im Gegenzug stagniert die Anzahl der Menschen, die per PC auf das Web zugreift. Vor allem in der Geschäftswelt gilt deshalb: wer ernst genommen werden will, optimiert seine Präsenz auf mobile Geräte.

Aber wie macht man das? Wie so oft gilt auch hier: Viele Wege führen nach Rom. Es gibt CMS mit Templates, die dem Designer wenigstens einen Teil der Arbeit abnehmen. Und es gibt ‒ jetzt wird es spannend ‒ Frameworks wie Bootstrap oder MDL (Google’s Material Design Lite). Diese bieten HTML Elemente, die mit CSS und Javascript responsive werden. Wird beispielsweise eine Navigation erstellt, passt sich diese dynamisch der Grösse des Bildschirmes an: Auf dem Desktop werden alle Menupunkte angezeigt. Auf dem Smartphone erscheint die Auswahl per Popup Menu. Ähnliches gilt für die Inhalte, die per Grid arrangiert werden können. Toll an diesen Frameworks ist zudem, dass die Seite nicht mehrfach erstellt werden muss.

Apropos, Google’s Analyse für die Websuche straft Webseiten, die nicht responsive sind, erbarmungslos ab! Diese erhalten ein schlechteres Rating als Seiten, die sich der Displaygrösse anpassen.

Und jetzt, zum Schluss, komme ich zu unserem eigenen Webauftritt. Dieser ist mittlerweile ebenfalls 13 (!) Jahre alt, entstand also gerade in den Moment, als ich zu SolNet kam. Mit anderen Worten: die Seite sieht auf einem Smartphone nicht wirklich gut aus! Wir wissen das ‒ und geloben Besserung!

12 Jahre @SolNet

Nun, nach 12 zwölf Jahren, ist wohl die Zeit gekommen, um auf die ersten Wochen zurückzublicken, das ich hier erlebt habe. Was war damals anders? Im Jahr 2003 war die Nachfrage nach ADSL Anschlüssen enorm. In Spitzenzeiten wurden bis zu 200 Bestellungen pro Woche verarbeitet. Das muss nicht überraschen, denn viele Privatkunden nutzten immer noch die sehr langsamen Dialup Verbindungen, die eine Maximalleistung von 56 Kilobit eher selten erreichten. Man surfte also nicht, man kroch durch das Internet! Das störte viele auch nicht, denn es gab weder Facebook, noch Youtube, noch Cloud Dienste. Das kostengünstigste Angebot hiess ADSL Home, bot eine Bandbreite von 256/64 Kilobit und kostete 39 Franken pro Monat. Für einen ähnlichen Preis, 44 Franken, gibt es heute einen DSL Anschluss mit 10/1 MBit!

SolNet

Ähnlich sieht beim Webserver-Produkt aus. Ein einfacher Webserver hiess damals «El Cheapo» und kostete 250 Franken pro Jahr, Switch-Gebühr exklusive. Dafür gab es lediglich 50 Megabyte Speicherplatz, keine Datenbank und kein PHP. Für 39 Franken im Jahr gibt es heute 3 Gigabyte Disk, MySQL und zwei Script Sprachen. Switch-Gebühr inklusive. Zudem bietet das «Light» Produkt zahlreiche weitere Funktionen, um den Server an spezielle Anforderungen anzupassen. Unlimitierte Mail Accounts zum Beispiel.

Das Internet ist heute auf dem Weg zur Omnipräsenz, Smartphones, Tablets und – ganz neu – Smartwatches machen es möglich, überall und jederzeit online zu sein. Das ist ein Trend, der sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird. Im Jahre 2003 führte der Weg in das Internet in den allermeisten Fällen über den Desktop PC. Das Internet ist eine der grossen, weltveränderenden Errungenschaften der IT. Ihm gingen in den 70er und 80er Jahren der Mikroprozessor, dann der Personal- und Homecomputer voran. Was werden wohl die nächsten grossen Veränderungen sein? Manche meinen, dass VR – Virtual Reality in den nächsten Jahren zum grossen Sprung ansetzen wird. Wahrscheinlicher aber ist, dass der Roboter das Labor und die industrielle Fertigungshalle verlässt und sich demnächst auf den Weg in den Privathaushalt macht. Und auf noch etwas dürfen wir uns vorbereiten: Das Internet wird seine Präsenz im Alltag weiter ausbauen. Mir der vernetzten Armbanduhr und der Datenbrille kennen wir erst zwei von einer ganzen Reihe an Geräten.

Aber ich schweife jetzt ab. Was ich an dieser Stelle noch erwähnen möchte, ist die Langlebigkeit von Software. Wir nutzen heute Funktionen und Module, die vor 12 Jahren entwickelt wurden oder sogar noch etwas älter sind. Damit sind wir beim Thema: wann ist Software über einen längeren Zeitraum wartbar? Die Antwort findet sich schon in den Büchern von Niklaus Wirth aus den 70er und 80er Jahren. Gut strukturieren, überlegt modularisieren. Und natürlich die Kommentare nicht vergessen!