Archiv der Kategorie: Gotthelf

Woher hat die Emme ihren Namen?

Ein Blick in den Wikipedia-Artikel zur Emme schafft schnell Klarheit: Der Begriff «Emme» hat seine Wurzeln im gallisch-keltische Wort ambis (= Fluss, lat. amnis). Eine endgültige Sicherheit scheint es gemäss dem Online-Lexikon aber nicht zu geben.

Emme bei Zollbrück
Die Emme, aufgenommen in Zollbrück

Eine andere, durchwegs spannendere Antwort liefert uns Jeremias Gotthelf in seiner historischen Erzählung «Die Gründung Burgdorfs oder die beiden Brüder Sintram und Bertram». Die Geschichte ist im Buch «Historische Erzählungen» in der 18 Bände umfassenden Rentsch-Ausgabe zu finden. Die beiden Helden sind Ritter zur Zeit von Pippin II, um das Jahr 700. Auf ihrem Weg in die Schweiz begegnen sie der Druidentochter Emma, die ihren keltischen Naturglauben nicht für das Christentum aufgeben will. Obwohl beide Brüder ihr zugetan sind, werden sie von ihr abgewiesen. Und so schnell wie sie gekommen ist, verschwindet sie wieder in den Tiefen der Wälder, die damals grosse Teile des Schweizer Mittellandes bedeckten. So vergehen viele Jahre. Sintram ist in einer Sarazenenschlacht unter Karl Martell gefallen, Bertram ist Mönch, später Abt geworden. Als Greis begegnet ihm im Wald wieder Emma. Und diesmal weist sie ihn nicht zurück. Und sie hat noch eine bitte an den alten Gottesmann: Er möge sie begraben und über ihrem Grab ein Kreuz aufrichten.

Aber: Sie weist den Vorschlag Bertrams ab, sich taufen zu lassen. Sie will bleiben, was sie immer war. Emme wird in der schönen Sage von Gotthelf zur personifizierten Gestalt des Flusses – und zur Namensgeberin.

Lieder die das Herz erwärmen

Zum diesjähren Kirchenkonzert in Lützelflüh lud das Gotthelf-Chörli wiederum mehrere Gastformationen ein. Zwei Örgelischülerinnen und ein Jodler-Duett zeigten ihr Können.

Zahlreiche Besucher fanden am vergangenen Sonntag den Weg in die herbstlich geschmückte Kirche in Lützelflüh zum Konzert des Gotthelf-Chörli. «Wir singen Lieder, die in diesen zunehmend kalten Tage das Herz erwärmen». Dies versprach Vereinspräsident Fritz Sommer in seiner Begrüssung. Und wie jedes Jahr lud das Gotthelf-Chörli auch zu diesem Konzert Gastformationen ein, diesmal das Jodlerduett Melanie Gerber und Annelies Mosimann, sowie die Örgelischülerinnen Sara und Jolanda Gerber, die von Marianne Kämpfer geschult werden. «Wir engagieren alljährlich Nachwuchsmusikerinnen und -musiker, um ihnen einen Auftritt vor Publikum zu ermöglichen», erklärte die Jodlerin Johanna Hofstetter. Eines der ersten Lieder, das die Chorleiterin Rosmarie Gerber anstimmte, heisst «Es schöns Deheime» und stammt aus der Feder von Ueli Moor. Die feine, aber doch urtümliche Melodie, die den Wert eines intakten Zuhauses besingt, wurde vom Gotthelf-Chörli mit schön tragenden Bässen und klaren, erlebt wirkenden Jodlerstimmen vorgetragen. In den Reihen des Chörlis freut man sich über Neuzugänge. Das jüngste Mitglied, Eveline Hofstetter, singt im Tenor und die Chancen stehen gut, dass sie bald die Jodlerinnen verstärken wird.

Aus Schüleraufsätzen zitiert
Seit mehr als zehn Jahren führt Pfarrer Stephan Bieri geistreich durch das Konzertprogramm, auch an diesem Sonntag erfreute er das Publikum mit berndeutschen Gedichten, träfen Anekdoten und mit Auszügen aus Schüleraufsätzen. Er kündigte auch das Jodlerduett Annelies Mosimann und Melanie Gerber an, das bekannte Werke von Adolf Stähli und Franz Stadelmann vortrug. Melanie Gerber ist Jodlerin aus Überzeugung. Nachdem sie viele Jahre in einem Kinderjodlerchörli engagiert war, plant sie nun mit ihrer Ausbildnerin Annelies Mosimann den ersten grossen Auftritt an einem Jodlerfest.

Letztes Konzert: 15. November, 20.00 Uhr, Kirche Seeberg

Jetzt lese ich endlich Gotthelf!

jeremiasgotthelf

Jeremias Gotthelf

Nun sind seit der Eröffnung des neuen Gotthelf-Zentrums schon zwei Monate vergangen. Erfreulicherweise fand dieses Ereignis grosse Beachtung in den Medien, sogar Zeitungen aus dem Ausland widmeten dem Zentrum im Pfarrhaus zu Lützelflüh einen Artikel. Gotthelf ist wieder ein Thema. Viele interessieren sich wieder für die Bücher des berühmten Volksdichters. Das Werk von Jeremias Gotthelf ist umfangreich: die Volksausgabe aus dem Rentsch Verlag (heute Orell Füssli) zählt 18 Bände, einige später erschienene Ergänzungsbände nicht mitgezählt.

Wer heute eine komplette Gotthelf-Ausgabe bestellen möchte, erlebt aber eine Enttäuschung: von der 18-bändigen Rentsch-Ausgabe sind nicht mehr alle Bücher erhältlich. Wer die Ausgabe komplett haben will, muss einen Abstecher in das Antiquariat machen. Dort sind immer wieder Teile dieser Ausgabe zu haben. Buchantiquariate sind wahre Fundgruben für vergriffene Bücher: was manchmal Jahrzehnte unbeachtet in einem Regal oder in einer Kiste (!) lagerte, landet zuletzt im Buchantiquariat. Neben der berüchtigten «Prachtsausgabe» sind hier immer wieder Teile oder Gesamtausgaben aus dem Francke- oder Rentsch-Verlag zu finden. Beliebt sind nach wie vor die von Emil Zbinden illustrierten Bände der Büchergilde Gutenberg.

Erfreulicherweise gibt es aber kleinere Ausgaben, die eine Auswahl der berühmtesten Geschichten enthalten. Der Verlag Tredition Classic bietet eine 15-bändige Ausgabe mit den berühmtesten Werken des Pfarrers aus Lützelflüh. Genug spannende Literatur für viele Abende also! Ebenfalls eine aussagekräftige Auswahl bietet der Reclam Verlag im Taschenbuchformat. Einen gelungenen «Einstieg» offeriert die vor kurzem erschienene zweibändige Ausgabe aus dem Weltbild Verlag: «Die schönsten Erzählungen». Enthalten sind in der farbig und schwarz-weiss illustrierten Ausgabe berühmte Erzählungen wie das «Erdbeer-Mareil», «Hans-Joggeli, der Erbvetter» oder «Michels Brautschau». Wer diese berührenden Geschichten gelesen hat, wird bald auch nach den grossen Erzählungen verlangen. Hier sei wieder auf den Tredition Verlag verwiesen.

Gotthelf ist wieder im Gespräch, das ist auch daran zu erkennen, dass es Neuerscheinungen gibt. Etwa die Zusammenstellung von Peter von Matt: «Wilde, wüste Geschichten». Wie der Titel es bereits verrät, enthält das Buch Geschichten, in denen es «strub» und grob, zuweilen sogar unheimlich zu und her geht. Nicht mehr ganz taufrisch ist das von Gerhard Schütz veröffentlichte Romanfragment aus dem Gotthelf-Jahr 1997: «Herr Esau oder Geld und Zeitgeist». Das ursprünglich zweibändige Werk aus dem Nachlass von Jeremias Gotthelf liegt hier in einer gekürzten, mit Lesehilfen versehenen Fassung vor.

Nabu und Let Me Print
Wer auf buch.ch oder bol.ch stöbert, wird bald auch Bücher von Jeremias Gotthelf finden, die von den Verlagen «Nabu» und «Let Me Print» verlegt werden. Hier handelt sich nicht um Neuauflagen der Werke Gothelfs. Vielmehr haben diese beiden Verlage alte, meist aus dem 19. Jahrhundert stammende Bücher gescannt und verkaufen davon Bücherdrucke. Bei Nabu wird darauf hingewiesen, dass einzelne Seiten Fehler und Flecken enthalten können oder aus anderen Gründen nur noch teilweise lesbar sind. Die Idee, alte, nicht mehr erhältliche Bücher wieder auf dem Büchermarkt zugänglich zu machen, ist umstritten. Wer Gotthelf-Werke aus diesen Verlagen bestellen will, sollte dies mit der nötigen Vorsicht tun.

«Wilde, wüste Geschichten»

Es ist, als ob der berühmte Emmentaler Dichter in der Einleitung zu seiner Erzählung «Käthi die Grossmutter» den Blick für die Schönheit des Bernerlandes weit öffnen will. Mit seiner mächtigen und bildhaften Sprache schildert Jeremias Gotthelf in den ersten Zeilen dieser berührenden Geschichte die Entstehung der Schweizer Bergwelt. Mit begnadetem Talent schildert der Dichgterpfarrer die Urgewalten, die vor Jahrmillionen das Alpenmassiv formten und mit den Kräften des Himmels und der Erde das uns vertraute Land aus Bergen und Tälern entstehen liessen. Gewiss ist es nicht zuweit hergeholt, wenn Gotthelfs Einleitung zu Käthi, wie auch zu anderen Erzählungen, mit der strahlenden und virtuosen Ouverture einer grossen Oper verglichen wird: Gotthelf weisst uns zu Beginn einer Geschichte auf das Grosse, Unendliche, weitet unseren Blick, um ihn dann auf das menschliche Geschick zu richten.
Mächtig und kraftvoll ist die Sprache des Dichters, wenn er vor unseren Augen ein Felsmassiv emporwachsen lässt, wenn er schildert, wie ein Sturm über das Land zieht, wie Blitze aus dunklen Wolken zucken und ein bedrohlicher Donner durch die Täler rollt. Doch dann wendet sich alles: von der grossen Genesis gelangt Gotthelf in unsere Zeit, richtet seinen Augenmerk nun auf einen lieblichen, von der Sonne durchströmten Frühlingstag. Auf seinem Weg von der Stufe zur Ewigkeit ist der Dichter auf den grünen Hügeln und Wäldern des Emmentals angelangt, am Ort des Geschehens. Hier wandelt sich die Sprache Gotthelfs, nun schildert der Pfarrer von Lützelflüh gefühlvoll und mit dem Duktus eines Romantikers den Ort der folgenden Geschichte.

Gotthelf findet stets die richtigen Worte, was er beschreibt gewinnt an Farbe, nimmt vor unserem geistigen Auge Form an, wird lebendig, weitet unseren Blick für das, wovon Gotthelf uns erzählt. Da sind die feinen und detailreichen Beschreibungen der Natur in «Geld und Geist», dort ist das gefühlvolle Spätwerk, das Erdbeerimareili, das etwas geheimnisvolles hat und mit verklärten Zügen an ein Märchen anklingt. Da sind die gewaltigen Erzählungen von ehernen Helden in glänzender Rüstung, bereit zum Streit, so wie in der historischen Erzählung «Der letzte Thorberger» oder in «Der Knabe des Tell ». Am Ende der wirklichen Welt angekommen, reicht uns Gotthelf die Hand, um uns nun auch in das Reich der Mythen und Sagen zu führen. Epische Züge weist Gotthelfs Sprache auf, wenn er von Sintram und Bertram erzählt, zwei Brüdern, die in strahlendem Harnisch gegen Drachen und mächtige Heere kämpfen.

Im neu erschienen Buch «Wilde, wüste Geschichten» sind Erzählungen und Kalendergeschichten zusammengefasst, in denen es im wahrsten Sinne des Wortes «strub» zu und her geht. Dabei wird ein weiter Bogen gespannt, der die Vielseitigkeit von Gotthelfs Werk veranschaulicht: Sagen und Legenden, Raubritter und Gespenster, aber auch das Geschehen in einer kleinen, ärmlichen Behausung. Alle haben eines gemeinsam, es geht dabei wild und wüst zu und her.

Ein Pfarrer, der wüste Geschichten schreibt? Der Herausgeber Peter von Matt weist in seinem Nachwort darauf hin, dass dies durch aus kein Widerspruch sein muss. Im Gegenteil. In einem Brief, den Gotthelf 1838 an seinen Cousin Carl Bitzius schrieb, äussert sich der Dichter unmissverständlich: «So ist mein Schreiben gewesen auch ein Bahnbrechen, ein wildes Umsichschlagen nach allen Seiten hin, woher der Druck gekommen, um freien Platz zu erhalten.»

Gotthelf-Kenner dürften die meisten gebotenen Texte kennen, dennoch ist das Buch auch für sie eine Bereicherung: es enthält die Urfassung des «Kurt von Koppigen» und die Erzählung vom Harzer Hans, die in der Rentsch-Ausgabe nicht zu finden ist. Wild uns wüst, wie oft geht es unter Menschen so zu und her, obwohl zu einem besseren Geschick nicht viel erforderlich wäre: ein Bäcker von Zürich übervorteilt seine Kunden und als sein Betrug auffliegt, zündet er die Stadt an, statt sich zu besinnen. Grob, laut und polternd sind auch die beiden Kurzgeschichten von Bänz am Weihnachtsdonnstag. Der Knecht kündigt seine Stelle und vertut sein Geld in den Wirtshäusern. Er betrinkt sich, wird laut und grob, schimpft über alles und jeden bis er unsanft vor die Tür gesetzt wird. Zuletzt endet er als Bettler und Dieb, der seine Kinder schlägt. Wilde, wüste Geschichten! Auch Kurt von Koppigen hätte wohl so geendet, wenn nicht ein übersinnliches Erlebnis in einer kalten Winternacht im Wald ihn zum Guten verändert hätte. Nur eben, es war nicht ein Engel mit leiser Stimme, der ihn sanft an der Schulter berührte. Es war ein ziemlich ruppiges Erlebnis, das den Raubritter dazu brachte, sich zu bekehren…

Eine Erzählung des Buches wurde erst in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts publiziert, weil darin der Bauernkrieg thematisiert wird: Berner Patrizier, die das Landvolk während und nach dem Krieg von 1653 quälten und ausplünderten, wurden nach ihrem Tod zu einer grauenvollen Strafe verurteilt. Ale arme Seelen wurden sie vom Stadtfriedhof in ein Bergtal weggeführt, um dort von den Rotentaler Herren – bösen Geisten aus der Vergangenheit – gemartert zu werden! Eine schauerliche Geschichte. Aber Gotthelf wäre eben nicht Gotthelf, wenn er nicht spätestens am Ende so einer Geschichte auch den Weg zum guten weisen würde: wer zum Wohle seiner Mitmenschen sich einsetzt, hat vor den Rotentaler Herren nichts zu befürchten.

Gotthelf-Zentrum feierlich eröffnet

Am vergangenen Freitag wurde mit einer Einweihungsfeier das neue Gotthelf-Zentrum in Lützelflüh eröffnet. «Was lange währt, wird endlich gut», dieser Satz war mehr als einmal zu hören, denn das Zentrum kann auf eine achtjährige, bewegte Entwicklungsgeschichte zurückblicken. Angefangen hat alles mit einer Idee, die zwischen den Gedenkjahren 1997 und 2004 gereift ist: ein Begegnungszentrum und Museum im Pfarrhaus Lützelflüh. Die ersten Projektpläne hatten es indes schwer und fanden wenig Unterstützung: überdimensioniert und finanziell auf unsicheren Beinen, so lautete damals die Kritik. Unter der Leitung von Heinrich Schütz wagten die Initianten 2006 einen Neuanfang und führten das Projekt erfolgreich zum Ziel. Am Freitag, den 10. August 2012, traten die ersten Gäste über die Schwelle des Zentrums.

Gotthelf-Zentrum

Die ersten Besucher vor dem Gotthelf-Zentrum

Ein Museum zum anfassen
Das Gotthelf-Museum, das sich im Erdgeschoss des Pfarrhauses befindet, besteht aus fünf Räumen, einer davon beherbergt eine Wechselausstellung, die zur Eröffnung der Wassernot von 1837 gewidmet ist. Eine museale Stimmung will sich aber nicht einstellen und das ist ganz in der Absicht des Projektteams: Gotthelf soll er-lebt werden können: mit sehen, hören und mit berühren. Es soll ein lebendiges und vielseitiges Bild des streitbaren Dichterpfarrers aus Lützelflüh vermittelt werden. So wird der Museumsbetrieb bereichert mit Vorträgen, Lesungen und anderen Veranstaltungen. Zu diesem Zweck wurde im Dachgeschoss ein Raum eingerichtet, der auch gemietet werden kann. Gotthelf war eine sehr vielseitige Persönlichkeit, auch das soll im Museum erfahrbar sein. Vorgestellt wird nicht nur der Schöpfer von 13 Romanen, die Weltruhm erlangt haben. Der Besucher lernt Gotthelf auch als politisch engagierten Pfarrer kennen, als Gesellschaftskritiker, der sich nicht scheute, die Probleme beim Namen zu nennen – und als Pädagogen, der sich ein Leben lang für die Verbeserung der Schule einsetzte.

Auf den Spuren des Dichters
Wer das Museum betritt, trifft zuerst auf ein Zimmer, in dem rote Attrappen von Gotthelfs Büchern aufgestapelt sind. Sie vermitteln ein Bild vom umfangreichen Werk des Pfarrers. Alle Romane und zahlreiche kleinere Schriften und Erzählungen stapeln sich auf grauen Korpora. Diese wiederum enthalten Schubladen, welche Informationen zum Leben von Jeremias Gotthelf preisgeben. Aber wie entstand dieses grosse, epische Werk? Eine Antwort auf diese Frage findet der Besucher im nächsten Zimmer, in dem ein Nachbau von Gotthelfs Schreibtisch steht. Wer will, darf sich an den Tisch setzen und sich ins Gästebuch eintragen.
Ein weiterer Ausstellungsraum führt in die Moderne zurück: Auf Touchscreens können die Texte Gotthelfs gelesen werden. Zusätzlich lässt sich das Gelesene mit Szenen aus den berühmten Filmen von Franz Schnyder oder mir Hörspielen vergleichen. Gotthelfs Schriften inspirieren Menschen immer wieder und ihre Popularität ist ungebrochen.

Neue Gesamtausgabe geplant
Wer nach dem Besuch des Museums Lust auf mehr bekommen hat, erlebt in der Buchhandlung aber eine Enttäuschung: die Gesamtausgabe in 18 Bänden aus dem Rentsch-Verlag (heute Orell-Füssli) ist grösstenteils vergriffen. Nur noch einzelne Bände sind erhältlich. An der Uni Bern wird nun an einer neuen, wissenschaftlichen Gesamtausgabe gearbeitet. Das Monumantalwerk soll 67 Bände umfassen und erst nach mehr als 20 Jahren abgeschlossen sein. Gemäss Christoph Pappa, dem Leiter des Stiftungsrates, ist aber auch ein neuer «Volksgotthelf» geplant.

Link zum Gotthelf-Zentrum: www.gotthelf.ch
» Bericht in der Wochen-Zeitung

Gotthelf-Märit 2012

Gotthelf Markt

Wenn der Frühling dem Sommer die Hand reicht und die warmen, langen Sommertage alles Leben erfreut, dann ist auch die Zeit für den Gotthelf-Märit im Sumiswald gekommen. Schon zum 16. Mal findet dieser historische Markt im Emmentaler Dorf statt und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Besucher aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland machen sich auf den Weg ins Emmental und geniessen während einem Tag die einzigartige Atmosphäre des Gotthelf-Märits. Wie jedes Jahr gibt es Handwerke, Bräuche und Kostüme aus vergangener Zeit zu sehen. Jodler, Alphornbläser, ein Kinderchörli und die Musikgesellschaft Sumiswald sorgen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Wer dem Markttreiben für einen Moment entfliehen will, kann in der Kirche mitten auf dem Gelände Unterhaltung der stillen Art finden. Lorenz Mühlemann und Thomas Keller, zwei berühmte Zitherkünstler, geben hier ein Konzert. Auf ihre Kosten kommen auch Freunde des urchigen Schwingsportes. Auf dem Marktgelände findet ein Jungschwingertag statt, an dem sich 250 Nachwuchsschwinger ein Stelldichein geben und «zämegryffe&raquo, für viele schöne Preise!

Der Gotthelf-Märit ist ein Erlebnis für alle Sinne, ein lebhaftes Marktreiben, bei dem es viel zu sehen, hören und erfahren gibt. Für das leibliche Wohl sorgen neben zahlreichen anderen Ständen auch der Winzer Pierre-Alain Chevalley und seine Familie aus Rivaz im Lavaux-Gebiet. Besucher werden hier mit einem guten Glas Wein und feinem Fisch vom Genfersee verwöhnt. Apropos Marktstände: es hat für alle etwas: Kunsthandwerk, Emmentaler Spezialitäten, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Antiquitäten, Süssigkeiten und vieles mehr!

«Chömet, lueget, gniesset, choufet…», der Gotthelf-Märit in Sumiswald findet dieses Jahr am Samstag, den 9. Juni 2012 statt.

Homepage: http://www.gotthelf-maerit.ch

Gotthelf Märit 2011

«Haare, barte, Rügge chraue…» Über Aufmerksamkeit konnte sich die Frau vor der Konditorei zum Beinhaus nicht beklagen. Zu den langen Kleidern trug sie ein «Fürtuch», einen runden Hut und eine «Redli-Brille». Mit kräftiger Stimme pries sie ihre Dienstleistungen an. Einige Märit-Besucher machten spontan mit und liessen sich von der bodenständigen Fachfrau den Bart schneiden, die Füsse waschen oder die Haare kämmen. Und während auf der gegenüberliegenden Strassenseite die «Wöschwyber» ihrer Arbeit nachgingen, wetteiferten sie so mit der Coiffeuse aus Gotthelfs Zeiten, die nebst ihrem Können auch ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellte…

Auch 2011 gibt es am Sumiswalder Gotthelf-Märit viel zu sehen und zu erleben. Zwei Jodlerklubs, eine Örgeligruppe, die Musikgesellschaft und das Kinderchörli Unteremmental verwöhnen die Besucher mit Gesang und Musik der traditionellen und volkstümlichen Bernerart. Auf der Kreuzmatte gibt es dieses Jahr ein Plausch-Platzge. Was ist denn platzgen, mag nun ein Nicht-Berner fragen. Ganz einfach; platzgen ist ein alter Wurfsport, beim dem die Platzge möglichst nahe an einen Schwirren/Stock geworfen werden muss. Wer’s genau wissen will zum üben, findet die Spielregeln auf www.platzgen.com.

«Chömit, luegit, stuunit …u choufit!». Der Gotthelf-Märit 2011 verspricht erneut ein Fest zu werden für alle Sinne. Und wer im im regen Märit-Leben eine Pause machen will zum etwas essen und trinken, wird nicht enttäuscht werden. An zahlreichen Ständen werden die Besucher mit Köstlichkeiten aus der Region versorgt. Das gehört sich so im Emmental! Apropos Region; Gastregion ist dieses Jahr das Winzerdorf Rivaz am Genfersee. Hier können die bekannten und beliebten St-Saphorin- und Dézaleyweine degustiert werden – und damit echte Genferseeatmosphäre aufkommt, werden schmackhafte Fische aus dem Lac Léman serviert.

Gotthelf-Märit 2011: 11. Juni in Sumiswald

Heiraten wie zu Gotthelfs Zeiten

Keine andere Feier kennt soviele Bräuche, Traditionen und Regeln wie das Hochzeitsfest. Das war früher nicht anders, unsere Vorfahren legten sogar noch mehr Wert auf deren Beachtung. Zuviel Übermut beim Feiern konnte aber auch vor dem Chorgericht enden! Wir blenden zurück und stellen einige alte und vergessene Hochzeitsbräuche und Rituale vor.

Zuerst sah man die beiden mehr als einmal zusammen am Tanzsonntag, dann hiess es, der Gerber Hans sei bald jede Woche nahe bei der Grossmatt gesehen worden. Und zuletzt verbreitet sich das Gerücht, demselben hätten am Samstag Abend ein paar Nachtbuben aufgelauert. Allein der Hans sei schlauer gewesen, hätte einen Umweg genommen und sei dank dieser List nicht die nächtliche Falle getrappet! Und nun war es also gewiss, dass aus den beiden, aus Grossmatt’s Annalies und Gerber Hans ein Paar wird. Schliesslich seien die Eltern der beiden mehrmals zusammengekommen. Und das hat etwas zu bedeuten!

In früheren Jahrhunderten war das Heiraten ein Ereignis, das die ganze Familie etwas anging. Verhandelt werden musste etwa, was den beiden in die Ehe mitgegeben werden soll, was die Braut als Morgengabe erhielt und was der Braut zum Trossel gespendet wird. Oder wie der Hausstand des jungen Paares organisiert werden soll. Das mag in unseren Ohren wenig romantisch klingen. Aber noch im 19. Jahrhundert war Heiraten Familiensache. Besonders auf dem Lande. Manche Ehe war mehr auf Familieninteressen denn auf Liebe gegründet. Aber eben nicht alle. Liebe ist die stärkste Macht auf Erden. Und so erfahren wir aus vielen alten Geschichten und Überlieferungen, dass junge Liebespaare ihre eigenen Wege gingen. Etwa in der schönen Überlieferung von der Tochter des Signauer Bärenwirtes. Sie verschmähte gegen allen väterlichen Willen den hochnäsigen Junker Ernest und wagte sich sogar mitten in das Kampfgeschehen von 1798 im Grauholz, um ihren Geliebten zu retten. Oder in Gotthelfs handfester Erzählung von Michels Brautschau. Diesem passieren auf der Suche nach einer geeigneten Partnerin die unmöglichsten Missgeschicke. Hätte er auf nur den Rat seiner Kindermutter gehört, es wäre ihm einiges erspart geblieben!

Viele alte Hochzeitsbräuche sind heute verschwunden oder nur noch in Bruchstücken erhalten. In Gotthelfs Meisterwerk «Geld und Geist» will Resli Annemarei als Ehepfand seine Taschenuhr geben. Diese lehnt jedoch ab, das sei viel zu auffällig. Also tauschen die beiden einen Berner Batzen. Diesen kann Annemarei in der Hand halten und ansehen, wann immer es will, ohne dass jemand etwas ahnt. Diese Anekdote mag seine Wurzeln im alten Ehepfand oder Ehepfennig haben. Das Ehepfand war kein gewöhnliches Geschenk, es war rechtlich bindend und somit von grosser Bedeutung. Ehepfänder waren von verschienster Art, neben Münzen und Silberringen sind auch Nasenlumpen und andere Dinge bezeugt. 1743 soll in Herzogenbuchsee ein Mädchen nur eine Baumnuss als Ehepfand erhalten und wurde deswegen ausgezäpfelt. Wir wissen auch, welche Ehepfänder im Haslital Sitte waren: die angehende Braut erhielt vom Bräutigam ein Brusttuch und überreichte dem Auserwählten im Gegenzug einen breiten Ledergürtel.

In Brienz und Umgebung gab es die «Chränzlete». Dabei wurden von der Hochzeitsgesellschaft am Abend vor der Trauung Kränze aus Zypressen, Nelken und Rosmarin geflochten. Die Aufgabe des Bräutigams war es, mit einem weissem Schurz die Gäste zu bewirten. Zum Höhepunkt der Feier gehörte der Moment, bei dem der Bräutigam seiner Braut den Kranz vom Kopf nahm. Ein Zeichen dafür, dass sie von den Ledigen in die Gemeinde der Ehefrauen übertritt. Apropos Bräutigam: schon im 19. Jahrhundert war es Usus, dass sich die Ledigen vor der Hochzeit im Wirtshaus zum Singen und Tanzen trafen. Den «Polterabend» gab es also schon damals. Gesungen wurde auch nach der Hochzeit, wenn die frisch Vermählten auf dem Heimweg waren. Dabei gaben ihnen Mädchen und Burschen mit Musik und Gesang das Geleit zum Brautbett. Allerdings war dieser Brauch verpönt. 1754 wurden drei Jugendliche vor dem Chorgericht mit je 10 Schillingen Busse bestraft, weil sie an einem Niedersinget teilnahmen und 1810 wurde der Brauch polizeilich verboten. Auch Jeremias Gotthelf fand keinen Gefallen daran. 1824 bezeichnete er als Vikar von Utzenstorf den Niedersinget als «einen der verderblichsten Missbräuche». Aber auch der überaus schlicht und unschuldig wirkende Brautkranz war ein Reizthema, durfte er doch nur von Jungfrauen getragen werden. Hochzeiterinnen, die schon Kinder hatten oder schwanger waren, mussten sich mit einem Strohkranz begnügen.

Noch heute werden im Emmental am Vorabend der Hochzeit Böllerschüsse abgefeuert. Was aber kaum jemand mehr weiss: schon in alten Zeiten wurde vor der Hochzeit zuerst mit Trychlen, später mit Feuerwaffen tüchtig Lärm gemacht. Damit sollte drohendes Unheil vom Brautpaar ferngehalten werden. In Meiringen fand dieser Brauch gar Eingang in die Kirche! Dort machten die ledigen Burschen durch Stampfen mit genagelten Schuhen einen ohrenbetäubenden Krach, nachdem der Pfarrer die Brautleute verkündet hatte.

Manche Bräuche gehen vergessen, andere wandeln sich und bleiben so erhalten. Wieder andere entstehen ganz neu, wie etwa das Fahren der Brautleute mit eleganten Sportwagen oder Oldtimern. Über alle Zeiten erhalten hat sich das Spalierstehen, das eine festliche Ehrbezeugung für das Brautpaar ist. Mit liebevoll geflochtenen Bögen aus Blumen und Bändern wird dem Jungen Paar der Weg in das gemeinsame Leben geebnet. Die Geste ist aber auch ein Zeichen dafür, dass das Paar auf seinem Weg nicht alleine ist. Ein schöner Brauch also!

Kehren wir noch einmal zu Gotthelf zurück. Die Erzählungen des grossen Volksdichters berichten auch von den verschiedensten Gewohnheiten und Bräuchen aus vergangenen Jahrhunderten. Im letzten Kapitel von «Uli der Knecht» gewährt Gotthelf dem Leser den Einblick in eine kirchliche Trauung seiner Zeit, in die von Vreneli und Uli. Mitten in der Nacht fahren die beiden mit dem Wagen los, denn der Weg zu Ulis Heimatgemeinde ist weit. Unterwegs beobachten Sie einen Schwarm Tauben, von denen zwei ganz weiss waren und direkt auf sie zuflogen. Das Paar deutete dies als ein gutes Omen. So kamen sie nach Ufligen und bald waren die hellen Kirchenglocken zu hören, die das Paar zur Hochzeit riefen: «Uli fasste sein Vreneli bei der Hand und wanderte mit ihm der Kirche zu. Feierlich tönten die feierlichen Klänge im Herzen wieder, denn der Siegrist läutete ordentlich die Glocken (…)» In der Kirche trafen die beiden eine Taufgesellschaft an, auch dies wurde aus gutes Zeichen gedeutet. Und dann war der grosse Moment da, der Pfarrer trat hinter dem Taufstein hervor, das Hochzeitspaar gab sich die Hände und knieete nieder: «und von ganzer Seele, ganzem Gemüte und allen Kräften beteten und gelobten sie, was die Worte sie hiessen (…).»

So berichtet Jeremias Gotthelf von einer alten Trauzeremonie. Und er vergisst nicht, auch die Gefühle des Paares zu beschreiben, als es nach der Trauung die Kirche verlässt, um Hand in Hand einem neuen, gemeinsamen Leben entgegen zu gehen: «es war einem jeden, als hätte es einen grossen Schatz gewonnen für’s ganze Leben.»

Gotthelf-Märit 2010

«Chömet, lueget, stuunet…». Wer im vergangen Jahren den Gotthelf-Märit in Sumiswald besucht hat, denkt sicher gerne an die erlebnisreichen Stunden bei schönstem Sommerwetter im «bhäbigen» Emmentaler Dorf zurück. Besucher aus der ganzen Schweiz liessen es sich nicht entgehen, an diesem Tag den traditionellen und bekannten Erlebnismarkt zu besuchen und zwischen den Ständen den Handwerkern, Schwingern oder «Wöschwyber» bei der Arbeit zuzusehen.

Auch dieses Jahr warten auf die Besucher viele Attraktionen. Musikalisch unterhalten werden die Gäste von der Musikgesellschaft Meiringen, dem Gotthelfchörli Lützelflüh, der Alphornbläsergruppe Sumiswald und vom Kinderchörli Unteremmental. Wer sich einen Moment aus dem geschäftigen Märitleben zurückziehen will, findet in der Kirche Ruhe und Entspannung. Dort wird zwischen 11.00 und 15.00 Uhr von Lorenz Mühlemann ein Zitherkonzert gegeben. Wie im vergangenen Jahr werden wieder zahlreiche alte Handwerke gezeigt, Sattler, Korber, Drechsler und vielen weiteren Handwerkern und -werkerinnen zeigen ihr Können.

Bereits zum zweiten Mal vertritt die Weinkellerei Hans Schlatter die Gastregion Hallau aus dem Schaffhauser Blauburgunderland. Am Degustationsstand werden weisse und rote Weinspezialitäten aus dem sonnigen Klettgau präsentiert. Die Spezialitäten aus Hallau ergänzen das reiche kulinarische Angebot am diesjährigen Gotthelf-Märit.

Das Emmental ist eine Region mit vielen Gesichtern. Tradition, Brauchtum und Volkskunst haben aber ihren festen, angestammten Platz und sind lebendig geblieben. Dies beweist neben vielen anderen Veranstaltungen auch der Gotthelf-Märit eindrücklich. Es ist ein Märit für alle Sinne, der einen anregenden Blick in unsere eigene Vergangenheit bietet und unser schönes Brauchtum auch ganz praktisch mit unserer modernen Zeit verbindet.

Gotthelf-Märit 2010: 12. Juni in Sumiswald

Die Augen des Dichters

Oberhalb der Kirche von Lützelflüh steht schon seit einigen Wochen ein riesiges Plakat, auf dem die Augen des berühmten Dichters Jeremias Gotthelf zu sehen sind. Am Abend wird das Plakat beleuchtet, es ist dann an seinem günstig gewählten Platz über dem Dorf besonders gut zu sehen. Dem Betrachter fällt es bereits auf, wenn er über die Anhöhe zwischen Hasle-Rüegsau und dem Dorf des Dichters fährt. Zuerst, noch rund einen Kilometer entfernt, ist es ein grosser, heller Leuchtpunkt am Berg. Erst wenn der Abstand kürzer wird, sind die Augen des berühmten Volksdichters deutlich zu sehen.

Augen Jeremias Gotthelf

So steht das Plakat am Hang über der Kirche, regt zum Hinsehen an, aber auch zum Nachdenken. Gewiss steht die Installation an einem Platz, an dem der Dichter selbst mehrmals vorbei gekommen ist. Vielleicht hat sich Gotthelf auf dem Rainbergliweg umgedreht, um das Dorf sehen zu können, das nun von dem erhöhten Punkt aus zu sehen war. Das Sehen und Erkennen war immer wieder ein wichtiges Thema für Gotthelf. Er selbst ging mit wachen und scharf beobachtenden Augen durch die Welt seiner Zeit. Und durch seine Schriften machte er das, was ihn bewegte auch für andere Menschen erkennbar. Und, wie viel Schönes hält doch das Leben für uns bereit, wenn wir genau hinsehen:

«Die Welt wäre eigentlich voller Freuden, man könnte deren auflesen bei jedem Schritt und Tritt; aber man muss eigene Augen haben, sie zu sehen, man muss eine Art von Glückskind dafür sein.»

Auf einem Plakat über dem Dorf sind die Augen des Mannes zu sehen, für den das klare und vorurteilsfreie Hinsehen und Erkennen so wichtig war. Und wenn wir das leuchtende Augenpaar Gotthelfs sehen, am hellen Tag wie auch in der dunklen Nacht, dann ist dies wie eine Einladung, auch unsere eigenen Augen im Sinne des Dichters zu nutzen. Und dazu gehört natürlich auch das Lesen von Gotthelfs Werken.

Da, wo Gotthelf auf einem Bild über das Dorf blickt, öffnet sich auch eine weite Sicht über das Emmentaler Dorf hinaus; zu sehen sind die weiter entlegenen Ortschaften, die Emmentaler Hügel und am Horizont die schneebedeckte Schrattenfluh, die an manchem schönen Tag weiss und silbern unter dem blauen Himmel leuchtet. Es ist dasselbe Bild, so wie es auch der Poet vor 150 Jahren erblickt haben mag. Aber es ist nicht dasselbe wie damals, ist es doch während all den Jahren von Menschenhand verändert worden. Auch wir selbst verändern uns, bleiben nicht dieselben, während die Zahl der Lebensjahre zunimmt. Am Leben sollen wir reifen und mit immer wieder neuem, an Erfahrung und Weisheit reicherem Sehen unsere Umwelt wahrnehmen – und zum Guten hin annehmen.