Archiv des Autors: Benjamin Stocker

Holzkugel statt «Fidget Spinner»

Sie sind zurzeit in aller Hände, die Fidget Spinner. Die kleinen Handkreisel also, die zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden, während die Flügel durch ein leichtes Antippen mit der anderen Hand zu rotieren beginnen. Das ganze soll entspannend wirken. Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, einen Fidget Spinner auszuprobieren. Aber ehrlich gesagt, entspannend wirkte er nicht auf mich! Das leise Sirren des Kugelllagers empfand ich eher als nervöses Geräusch. Hinzu kommt, dass der Fidget Spinner ein Spielzeug aus Plastik ist. Und während eines langen Tages halten wir genügend Dinge aus Plastik in der Hand: Tastatur, Smartphone, Kugelschreiber und Telefon zum Beispiel.

Und nun kommt meine Empfehlung für ein echtes «Gadget» zum Entspannen nach Emmentaler Art: Eine gedrechselte Holzkugel. Es gibt zahlreiche Drechslermeister und Kunsthandwerker, die Holzkugeln in den verschiedensten Grössen und Holzarten anbieten. Natürlich wirken die Kugeln sehr dekorativ. Und wenn man sie ein paar Minuten in der Hand hält und das samtene Holz fühlt, dann hat dies eine entspannende Wirkung. Auch deshalb, weil Holz ein reines Naturprodukt und in uns immer eine gute Stimmung anklingen lässt. Nicht umsonst heisst es ja «Holz macht heimelig».

Holzkugeln

Holzkugeln gibt es unter anderem hier: Holzkreationen von Roland Schenk aus Eggiwil und Beat Wampfler, Drechslermeister aus Wasen, er hat die abgebildeten Kugeln gedreht.

I möcht…

I möcht wider einisch, wenn e warmi Summersunne am Himmel steit,
Es Mätteli finde, wo’s nach früschem Gras u Blueme schmöckt,
Wo me d Beieli ghört summe u am Waldrand d Amsle ghört liede.

I wett chönne härelige u d Wermi am Bode dörfe gspüre,
Möcht d Arme usbreite u über mir der blau Summerhimmel gseh.
U möcht mit all mim Sy ds Wunder vom däm schöne Tag erläbe.

An der Schwelle zweier Epochen

Alte elektrische Schreibmaschine

Vor kurzem fand im Nachbardorf wieder der alljährliche Trödlermarkt statt. Und ja, ich war auch dabei! Nicht, weil ich etwas ganz bestimmtes kaufen wollte sondern mehr, weil es einfach Spass macht, an den Ständen vorbeizuschlendern und beim Betrachten all der vielen alten Sachen mit den Gedanken in die Vergangenheit zu schweifen. Das Angebot war auch dieses Jahr vielfältig und bunt: Alte Bücher, «Grossmuttergeschirr» mit Goldrand, Zinnzuber, Schulphotos aus den 1920er Jahren, schönes Leinentuch, Spielsachen von anno dazumal und tausend Dinge mehr. Kurz: es fehlte an nichts.

Zwischen zwei Ständen, da stand auf einem Holzstuhl eine alte elektrische Schreibmaschine, so wie sie ab den 70er Jahren in Büros üblich war. Ob die wohl noch funktioniert? Und ob sie im Zeitalter des Notebook und Tablet noch einen Käufer findet? Jedenfalls stand sie zwei Stunden vor Marktende immer noch da. Genau so wie die schönen analogen Kameras und der VHS Recorder aus den 80er Jahren. Sie alle sind Zeugen aus einer Zeit, in der analoge Technologie noch das Non plus ultra war, am Vorabend der Digitalisierung.

Wir Leben in einer Epoche, in der Analogtechnik Schritt für Schritt und mit endgültiger Konsequenz abgelöst wird. Die Kinder der Digitalisierung heissen Internet, Smartphone, E-Book und GPS Navigation. Und was wir hier erleben ist erst der frühe Beginn, so wie der Druck der ersten Schriften nach der Erfindung der Druckerpresse im 15. Jahrhundert. Die nächsten Technologien, die unser Leben so wie der Personal Computer oder das Internet verändern werden, sind am Horizont bereits zu erkennen: Autonom fahrende Autos, Lieferdrohnen, die einen bestellten Artikel in Stundenfrist liefern, virtuelle Realität und – irgendwann in naher Zukunft – freundliche Roboter für den Hausgebrauch.

Wir haben schon einiges davon selbst miterlebt. Etwa, als wir voller Spannung die erste CD in den soeben erworbenen CD Player einlegten. Und dann über die Tonqualität staunten! Kein Rauschen, kein Knistern, nichts – nur die reine Musik! Und dann das erste Mal den Homecomputer einschalteten und von einem freundlich blinkenden Cursor auf dem Bildschirm begrüsst wurden. «Nun mach mal was» war seine Botschaft, währenddem wir etwas ratlos im Handbuch blätterten… Und er schien noch etwas sagen zu wollen: Folge mir in die Zukunft!

Die Brücke zu Lützelflüh

Im kommenden Jahr wird das Brückenbuch des bekannten Lützelflüher Historikers Max Frutiger 40 Jahre alt. Das ist mehr als Grund genug, dieses schöne Buch wieder einmal zu lesen! Die Lektüre des umfangreichen und reich illustrierten Bandes ist so lohnend wie am ersten Tag.

Die Brücke zu Lützelflüh

Frutiger, Max: Die Brücke zu Lützelflüh (vergriffen)

Lehnen wir uns einen Moment zurück und stellen wir uns vor, was dieses Bauwerk, das mehr als 300 Jahre alt wurde, alles erlebt hat. Während des Bauernaufstandes von 1653 ertönten hier die Rufe von Meldereitern, der Widerhall der klopfenden Pferdehufe auf den Planken war zu hören. Obmann Niklaus Leuenberger selbst war es, der dem Wachtmeister Ulrich Kipfer vom Waldhaus bei Lützelflüh die Order gab, Wachtposten aufzustellen. Der Wachtbefehl des Berner Bauernanführers vom 19. März ist erhalten geblieben und im Buch abgedruckt. Kipfers Wache funktionierte sehr gut, wie ab Seite 80 nachgelesen werden kann. Ein Bericht hält fest, dass als Handwerker und Bettler verkleidete Soldaten das Schloss Brandis zu erreichen versuchten. Die Brücke konnten sie passieren, aber als sie das Dorf erreichten, wurden sie von einem Posten aufgegriffen. Als die drei Verkleideten keine «Passporten und Passzedel» vorweisen konnten, drohten ihnen die Wächter mit erhobenen Halparten und Knüppeln. Und schickte sie weg: «Oh ihr Schelmen, machend üch wider zrugg»

Die Brücke erlebte 140 Jahre später den Kriegslärm vom Einfall der Franzosen, wie Max Frutiger schildert. Der Historiker dokumentiert detailliert und bildhaft die unheilvollen Geschehnisse dieser Zeit und wie die Bevölkerung unter den plündernden und marodierenden französischen Husaren zu leiden hatte: «Scheu und verängstigt sahen die Dorfbewohner die Franzmänner über die Brücke ziehen, diese fremden Teufel, die so komisch welschten, dass man sie nicht verstand». Die Angst war nicht unbegründet, wie der Chronist mit zahlreichen Beispielen belegt!

Die Brücke von Lützelflüh wurde im Jahr 1584 erbaut, es herrscht in dieser Zeit das «Brückenfieber» im Emmental. Die Bevölkerung in der Region nimmt zu, Handel und Gewerbe fordern schnellere und sichere Zufahrten in die Täler. Und Brücken sollen von Fuhrwerken überquert werden können. Zuvor gab es meist nur einfache Stege für Fussgänger, wenn überhaupt! Meist wurde die Emme, die damals ein viel flacheres Ufer hatte, über eine Furte überquert. Gerade für Ross und Wagen war dies gefährlich, Unfälle mit schwerwiegenden Folgen waren keine Seltenheit!

Zeitungsartikel im Buch

Fundstück: Im antiquarischen Buch tauchte ein Zeitungsartikel aus dem Erscheinungsjahr auf.

Im Kapitel «Der Eggiwylfuehrme und syner Gspane» wird von den Wassergrössen berichtet, die das Emmental immer wieder erlebt habt. In der Sprache Gotthelfs berichtet der Historiker, was geschieht, wenn die Emme anschwillt und zu einem tosenden Sturmwasser wird. Ungestüm, wild, tosend und brüllend zieht sie verwüstend durch das friedliche grüne Tal! Eggiwylfuehrme nennt sie seit der Zeit der Flösser der Volksmund, wenn sie mit lautem Geschiebe das Tal hinunter fährt! Wie Max Frutiger festhält, hat die Brücke zu Lützelflüh alle Fluten überstanden. Wohl wurde sie immer wieder beschädigt und bei der grossen Wasserkatastrophe von 1837 fast mitgerissen (Vorschieben der Brücke auf einem Joch). Allein sie bestand auch diese Wassernot, die gemäss Frutiger zu den grössten gehörte, den das Emmental je erlebt hat.

Im 19. Jahrhundert, die Brücke war damals schon mehr als 200 Jahre alt, gab es wiederholt Bestrebungen, sie durch einen Neubau zu ersetzen und die Verwaltung an den Kanton zu übertragen. Aber erst kurz vor der Jahrhundertewende waren die neuen Pläne spruchreif und alle Verträge für einen Neubau unterzeichnet. An die Stelle der ehrwürdigen alten Holzbrücke trat eine Eisenkonstruktion, die schon nach 70 Jahre wieder abgerissen werden musste, weil sie rostete! Im Bericht des damaligen Gemeindeschreibers Carl Haldimann klingt auch etwas Wehmut mit, wenn er den Abbruch der Holzbrücke wie folgt protokolliert: «Für spätere Überlieferung wird hier an dieser Stelle davon Akt genommen, dass die im Jahr 1584 (…) erbaute hölzerne Brücke zu Lützelflüh vom 18. bis 22. Dezember 1902 abgebrochen worden ist». Ferner schreibt er, dass eine wohlgelungene Photografie der Brücke dem Archiv zur Aufbewahrung übergeben wurde.

Holzbrücke LützelflühEinfahrt der Brücke bei der Kulturmühle

Ganz abgebrochen? Nicht ganz, eine Einfahrt der Brücke ist erhalten geblieben und diente als Remise. Sie steht heute bei der alten Mühle (heute Kulturmühle) in Lützelflüh. Wenn Du, lieber Leser, vorbeikommst, halte einen Moment inne und höre auf die alten Erzählungen, an die sich dieses einzigartige Bauwerk erinnert. Vielleicht daran, wie sie regelmässig von einem berühmten Schriftsteller und Pfarrer überquert wurde, der in der Dunkelheit auf der Hut sein musste, weil ihm die Nachtbuben nachstellten…

Das Buch von Max Frutiger erschöpft sich nicht mit dem ausführlichen Bericht über die Brücke. Der Historiker geht detailreich auf das Zollwesen ein, schildert das gefährliche Leben der Flösser und weiss vieles über die «Schächeler» zu erzählen. Die Menschen also, die im Emmenschachen ein meist karges Leben führten und mit den Fährnissen des Wetters zu kämpfen hatten. Und damit, dass sie bei den Bauern auf der sonnigen Terasse keinen guten Ruf hatten! Aber: «Nirgends wandte sich die Lage, im grossen gesehen, so zum Guten wie in den Schächen», folgert Max Frutiger, wenn er die Entwicklung der letzten hundert Jahre betrachtet. Das Kapitel wird abgerundet mit den Illustrationen einiger Schachenhäuser wie dem «Micheli-Hüsli», von denen die meisten leider verschwunden sind.

Das Buch ist leider vergriffen. Mein Exemplar stammt vom Buchantiquariat Libretto in Langnau. Das Antiquariat ist beim Auffinden weiterer Ausgaben gerne behilflich. Ein Band ist zurzeit auf dem Emmental Shop vorhanden. Zum Thema Holzbrücken ist 2016 ein neues Buch von Hanspeter Buholzer erschienen: Holzbrücken im Emmental. Blogbericht, Artikel in der Wochen-Zeitung

Frühlingserwachen


Leuchtende Forsythien, Knospen, die sich öffnen und blühen wollen, das erste Schaumkraut. Immer mehr Frühlingsboten erwachen und künden von der schönen Jahreszeit. Auf einem Spaziergang von Rüderswil nach Mützlenberg und über die Burg zurück konnte das frische Erblühen schön beobachtet werden. Das Foto entstand auf dem Hinter-Blindenbach. Ganz rechts ist im Wald die Burgruine zu sehen. Der Weg, der an ihr vorbeiführt, endet am unteren Ende des «Schlyferstutz». Von dort führt die Hauptstrasse wieder nach Rüderswil oder nach Zollbrück, Lauperswil und Langnau.

Jesus und die Ewigkeit

Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon, 1979. Quelle: jesus.ch

In idylischer Umgebung, auf einer Anhöhe über dem Dorf, steht die kleine Kirche von Rüegsbach. Umgeben ist sie von Fruchtbäumen, Gärten und alten Emmentaler Bauernhäusern. Wer die Eichentüre öffnet und das Gotteshaus betritt, entdeckt neben einer aus Stein gemeisselten Kanzel und einer gezimmerten Empore auch einen Spruch an der Wand, der aus dem Hebräerbrief stammt: «Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit» (Heb. 13,8). Diese Aussage hat etwas sehr tröstliches, denn sie bedeutet, dass Jesus sich nicht verändert; wir können uneingeschränkt auf das vertrauen, was er uns verspricht. Gerade in unserer Zeit der raschen Veränderungen schenkt die Zusage von Jesus Zuversicht und inneren Frieden, der in einer schnelllebigen Zeit so wichtig ist.

Jesus drückt sich an einer anderen Stelle im neuen Testament ganz unmissverständlich aus: «Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen» (Mk 13,31). Und weiter: «Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit». Damit ist nicht der irdische Tod gemeint, dem niemand entrinnen kann. Jesus weist auf die Zukunft jedes einzelnen Menschen hin. Wir sterben zwar, aber wenn wir an ihn glauben, dann werden wir zu einem ewigen Leben auferstehen. Auch zu Martha sagte er genau dies, als Martha, verzweifelt über den Tod ihres Bruders zu ihm kam: «Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben» (Joh. 11.25-26). Und dann folgt die Frage, die Jesus Martha stellt, mit der wir aber letztendlich alle gemeint sind: «Glaubst du das?».

Und da ist noch etwas, das von grosser Bedeutung ist, ich meine damit ein Wort das gerne im Text übersehen wird: Ewigkeit. Mehr als fünfzig Mal ist dieses Wort im neuen Testament zu finden (Luth.84). Und Paulus spricht es an mehreren Stellen doppelt aus: «Von Ewigkeit zu Ewigkeit». Wenn wir dieses Wort hören, denken wir gerne an etwas, das uns unendlich erscheint. Etwa in einer klaren Sommernacht der Sternenhimmel. Oder vielleicht an die hübsche Geschichte von einem Hirtenjungen der Gebrüder Grimm. Dieser wird von seinem König gefragt, wie viele Sekunden die Ewigkeit hat. Und der so antwortet: Stell Dir vor mein König, ein kleiner Vogel wetzt alle hundert Jahre einmal seinen Schnabel an einem Berg. Wenn der Berg dadurch abgetragen ist, dann ist die erste Sekunde der Ewigkeit vergangen.

Mit Beispielen und Vergleichen können wir uns ein Bild davon machen was Ewigkeit sein könnte. Mehr vermögen wir nicht. Jesus wusste es ganz genau, sonst hätte er nicht davon gesprochen. Und wenn nun bald Ostern kommt und wir uns an schön gedeckten Tischen zum Feiern versammeln, dann wäre doch der Moment gekommen, wieder an Jesus zu denken. Und daran, weshalb er starb. Er hat uns damit ein neues Leben geschenkt. Eines für die Ewigkeit.

Aufgaben verwalten mit Any.Do

Zur Verwaltung anstehender und zu erledigender Aufgaben genügt schon ein einfaches Blatt Papier und ein Bleistift. Es kann aber auch ein digitaler Aufgabenplaner verwendet werden. Der bietet viele praktische Zusatzfunktionen und Automatismen.

Wir benötigen sie vor allem dann, wenn wichtige Ereignisse bevorstehen: Eine Geburtstagsfeier, Weihnachten oder ein anderes Ereignis zu dem alles mögliche geplant werden muss. So ist eben das Leben, es lässt sich nicht immer planen, aber wer einen Plan hat, ist im Vorteil. Wie reagieren wir auf Unvorhergesehenes? Etwas, das plötzlich alle schön gefügten Pläne auf den Kopf zu stellen droht? Im Vorteil sind die Menschen, die in so einer Situation flexibel sind und zu improvisieren verstehen – aber den Plan dabei trotzdem nicht vergessen. Wie es schon Epiktet sagte: Wenn du auf einer Schriffsreise bist und das Schiff in einem Hafen einen Zwischenhalt macht, dann geh ruhig von Bord und sieh dich etwas um, vielleicht findest Du am Strand eine schöne Muschel. Aber, vergiss nicht rechtzeitig wieder zurück auf das Schiff zu gehen. Denn die Reise geht weiter.

Durchstreichen macht Spass!
Doch nun zum Thema. Gemeint sind natürlich die Merkzettel oder «Todo» Listen, wie wir sie auch gerne nennen. Auf sie notieren wir alles, was wir vor dem geplanten Ereignis noch zu tun haben. Oder auch im ganz normalen Alltag! Geeignet ist dazu ein einfaches Blatt Papier. Oder – besser – ein Notizbuch. Denn Notizblätter haben die unangenehme Eigenschaft, im alles entscheidenden Moment zu verschwinden! Einkäufe machen, etwas abholen, Briefe schreiben, usw. All das wird aufnotiert und, sobald erledigt, durchgestrichen. Gerade das Durchstreichen vermittelt ein gutes Gefühl – schon wieder ist etwas erledigt!

An dieser Stelle muss auch ein wichtiger Aspekt der Aufgabenliste erwähnt werden: Sie funktioniert nur dann, wenn wir diszipliniert damit umgehen. Es muss alles eingetragen werden, was zu zu tun ist, sonst nützt die Liste nichts! Dasselbe gilt übrigens auch für die Agenda.

Notieren, teilen, terminieren
Wer es gerne digital hat, kann auch eines der zahlreichen Programme (auch Apps «Apps») verwenden, die sich dazu sehr gut eignen. Die meisten sind sogar kostenlos nutzbar und bieten zahlreiche Zusatzfunktionen. So können Einträge auf der Liste mit Notizen ergänzt oder auf einen bestimmten Zeitpunkt terminiert werden. Oder sie lassen sich mit anderen Personen teilen. Willkommen in der Welt der sozialen Netze.

Am Markt gibt es zahlreiche Anbieter für Aufgabenplaner. In bezug auf den Funktionsumfang sind sie sich sehr ähnlich, nur bei der Präsentation der Daten und bei der Bedienung gibt es teils gravierende Unterschiede. Einige bieten Ihre App für verschiedene Betriebssysteme (Android, iOS, browserbasiert) und manche sehen die Todo-App lediglich als Teil eines umfangreichen Planungssystems. Für mich war es von Anfang wichtig, dass das Programm einen möglichst einfachen und intuitiven Aufbau hat und sehr leicht bedient werden kann. Denn wenn es kompliziert und langsam ist, hat man irgendwann den «Verleider» und verlässt sich lieber wieder auf das Notizbuch. Ferner war es mir wichtig, dass ich den Planer auf dem Smartphone und auf dem PC in gleicher Weise nutzen kann. Ich habe mich deshalb für Any.Do entschieden. Dieser Aufgabenplaner besticht durch sein übersichtliches Konzept, bei dem stets die Information im Vordergrund steht. Ausserdem können mit Any.Do Aufgaben strukturiert und in verschiedenen Listen abgelegt werden, schon nach wenigen Wochen erkennt man, wie wichtig dies ist!

Any.Do im WebbrowserAny.Do im Webbrowser

Spartanisches Layout
Any.Do gibt es für Android, iOS und als Webbrowser Anwendung resp. Erweiterung. Das gut daran ist, dass Any.Do immer das gleiche, typische Aussehen hat, das Layout ist spartanisch gehalten, neben den Aufgabenlisten werden stets nur die wichtigsten Bedienelemente angezeigt. Damit wird das angenehme Gefühl vermittelt, dass es zwischen Mensch und Information gar kein Programm gibt!

Listen schaffen Ordnung
Damit es losgehen kann, muss zuerst ein Any.Do Konto erstellt werden, alternativ kann auch mit einem Google oder Facebook Konto eingeloggt werden. Anschliessend zeigt Any.Do sofort eine Übersicht der Listen an: Geschäftlich, Privat, Einkaufen, Bücher die ich lesen möchte, usw. Wer will, kann nun als erstes neue Listen erstellen oder diejenigen löschen, die ihm nicht zusagen. Ich habe für mich einige Projektlisten erstellt und einen «Sandkasten», in dem ich Any.Do ausprobieren kann! Das Eintragen von Aufgaben geht mit Any.Do sehr einfach: Zuerst eine Liste auswählen, dann das Plus-Symbol klicken, den Text eingeben – fertig. In vielen Fällen kann die Listenwahl auch entfallen. Any.Do speichert die Aufgaben nun in einer zentralen Datenbank, womit sie auf allen Geräten, auf denen man sich mit demselben Konto anmeldet, angezeigt wird. Eine prima Sache!

Any.Do Aufgabe

Details einer Aufgabe

Das wichtigste zuerst
Wars das schon? Nein, denn nun kann man sich Gedanken über die Priorität machen: Any.Do hat dazu ein sehr simples, aber wirkungsvolles Konzept entwickelt. Jede Aufgabe kann für Heute, Morgen, Später (in zwei bis drei Tagen) oder Irgendwann terminiert werden. Any.Do zeigt dann jeweils am Morgen eine freundliche Erinnerung mit den Aufgaben des laufenden Tages an. Wer es genauer haben will, kann eine Aufgabe minutengenau festsetzen, für den der berühmten Blumenstrauss beispielsweise, der zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeholt werden will. Mit Any.Do kann dass Datum und die Zeit einer Aufgabe bestimmt werden, worauf das Programm rechtzeitig daran erinnert, das Abholen ja nicht zu vergessen!

Erinnerung im Supermarkt
Any.Do bietet bezüglich der Erinnerungen auch eine standortbezogene Option auf dem Handy, was sich gerade beim Einkaufen als sehr praktisch erweist: Ein zu beschaffender Artikel wird mit der Adresse des Supermarktes versehen, wo er zu haben ist. Sobald man dort ankommt, zeigt Any.Do abermals eine Erinnerung: Schnürsenkel nicht vergessen! Wie funktioniert das? Ganz einfach, Any.Do kann den aktuellen Standort ermitteln, wenn die GPS Antenne des Handy aktiv ist und mit Hilfe des Google Kartendienstes auch die Adresse dieses Standortes abfragen. Ist es eine COOP Filiale? Gut, dann los.

Workflow für kleine Gruppen
Was kann Any.Do noch? Eine wichtige Funktion, wie ich meine, sind die Notizen, die zu jeder Aufgabe eingetragen werden können. Gerade bei Aufgaben, die länger dauern, ist dies sinnvoll. So habe ich, als ich mein Chromebook zur Reparatur einsandte, alle Infos wie die Seriennummer oder die Ticket ID in einer Aufgabe «Reparatur» notiert. So kann ich mit Any.Do jederzeit und bequem den Status der Reparatur abfragen.
Weiter offeriert Any.Do einfache Workflow-Funktionen und unterstützt damit Projekt- und Teamarbeit. Aufgaben können mit anderen Benutzern geteilt werden, so dass auch diese Zugriff haben. Sie können Notizen einsehen und haben die Möglichkeit, einer Aufgabe Dokumente jeder Art anzuhängen. Damit können sehr einfach und schnell Dokumente innerhalb einer Arbeitsgruppe geteilt werden.

Vergesse ich nun nichts mehr? Nein, denn dafür gibt es nie eine Garantie, auch nicht mit Any.Do. Aber Any.Do erleichtert das Verwalten und organisieren der anstehenden Aufgaben auf eine sehr praktische und angenehme Weise. Denn wenn ich mein Gedächtnis nicht mit dem Merken von von anstehenden Aufgaben belasten muss, bich ich freier für anderes. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt des Zeitplaners.

14 Jahre @SolNet

Sicherheit im Netz ist zu einem Dauerthema geworden. Wie können Server und wichtige Infrastrukturen, aber auch der persönliche PC zuhause besser geschützt werden? Ein wichtiger Aspekt ist gewiss der, das Thema Sicherheit nie aus den Augen zu verlieren. Sich also regelmässig zu fragen, ob alles getan wurde, um Sicherheit zu gewährleisten. Und jede Veränderung sicherheitstechnisch zu überdenken.

Im Bereich Webserver hat es im vergangenen Jahr einige Verbesserungen in diesem Bereich gegeben. Neben sicherem FTP (SFTP) bieten wir auch Webserver Zertifikate an, die einen Zugriff mit HTTPS ermöglichen. Damit ist es Dritten, die Zugriff auf die Übertragung haben, das Mitlesen nicht mehr möglich. Das Ausspähen von Passwörtern oder anderen schützenswerten Daten ist damit unterbunden. Aber, was genau so wichtig ist: Auch das Verändern der Übertragung ist nicht mehr möglich. Diese Dienstleistung bieten wir kostenlos mit Hilfe des Zertifikatdienstes «Let’s Encrypt» an.

Heute sollte jeder Besitzer einer Webseite die verschlüsselte Übertragung unterstützen. Sanften Druck machen seit kurzem die Browser Hersteller. Bereits jetzt zeigen Firefox und Chrome Warnungen an, wenn unverschlüsselte Seiten nach E-Mail Adressen oder Passwörtern fragen. In nächster Zukunft werden diese Warnungen noch prominenter angezeigt werden. Und irgendwann werden Seiten ohne HTTPS, die Formulardaten anfordern, ganz gesperrt sein.
Was bei E-Mail recht ist, sollte bei Webseiten billig sein. Wir scannen jetzt alle Webseiten nach Schadsoftware und informieren die Kunden, wenn wir etwas entdecken. In den vergangenen Monaten haben wiederholt «Spambots» Probleme gemacht. Das sind Scripts, die auf einer Webseite durch Schwachstellen eingeschleust werden und dann den Webserver missbrauchen, um SPAM zu versenden. Damit ist nun Schluss!

Eine Software hat mich 2016 viel beschäftigt, es ist ein genialer und multifunktionaler Proxy: HAProxy. Man kann damit verschiedene Protokolle nicht nur umleiten, sondern auch analysieren und verändern. Bei einem HTTP Request beispielsweise ist es möglich, neue Felder im HEAD-Bereich einzufügen oder bestehende zu verändern. HAProxy kann umleiten verteilen und – wichtig für die Sicherheit – abstrahieren. So können beispielsweise Mailserver hinter den Proxy gestellt werden um diese besser zu schützen.

Das Internet ist mittlerweile omnipräsent, ich bemerke das besonders dann, wenn ich am Morgen auf dem Arbeitsweg in den Zug einsteige. Die Fahrgäste sind mehrheitlich mit ihrem Smartphone beschäftigt. Es ist erstaunlich, wie sich dieses Bild in den vergangenen zehn Jahren verändert hat (das erste IPhone wurde 2007 präsentiert). Als ich um diese Zeit zu pendeln begann, waren Bücher ein beliebter Zeitvertreib beim Reisen. Gut, auch mit dem Smartphone lässt sich sehr bequem ein Tolkien oder Follett lesen.

Smartphones sind schneller, besser und vielseitiger geworden. Nur das Grundprinzip ist dasselbe geblieben: Alle Interaktionen finden auf einem kapazitiven Bildschirm statt. Wird sich das ändern? Ja, es wird. Displays, deren Grösse angepasst werden kann, dürften schon dieses Jahr marktreif werden. Und was passiert dann? Dann wird der «Screen» das Blickfeld noch mehr vereinnahmen… Und dann, da bin ich als Softwareentwickler sicher, werden Gesten selbst dann erkannt, wenn sie nicht direkt auf dem Display stattfinden. Wenn Sie also auf der Strasse auf jemanden aufmerksam werden, der eine Pantomime aufzuführen scheint, dann seien Sie unbesorgt, er liest nur seine E-Mails!

Hirz bewirbt Joghurt mit Alphornklängen

Hirz Ohyo Werbung
Hirz «Ohyo» Werbespot (Screenshot: www.hirz.ch)

COOP, TGV Lyria, Singapore Air und Switzerland Cheese Marketing AG. Sie alle nutzen das Alphorn als Werbesujet, oder taten es in der Vergangenheit. Und nun gesellt sich auch der Joghurthersteller Hirz dazu. Mit einer umfangreichen Werbekampagne wird derzeit die neue Joghurtlinie «Ohyo» beworben. Als Werbeträgerin konnte die bekannte Alphornbläserin Eliane Burki gewonnen werden. In einer blühenden Bilderbuchlandschaft auf einer Alp geniesst sie das neue Joghurt, dann sind plötzlich Alphornklänge im Hintergrund zu hören. Es versteht sich von selbst, dass die Virtuosin im nächsten Augenblick selbst ein paar Töne auf dem Hirteninstrument spielt.

«Tell war kein Österreicher»

In den drei ersten Jahren nach der Fusion konnte sich Radio Tell erfolgreich als volkstümlicher Spartensender etablieren. Nun soll der Musikstil in kleinen Schritten erweitert werden.

Radio Tell, das ist der Spartensender der ausschliesslich Schweizer Volksmusik im Programm hat: Jodellieder, Blasmusik, Ländler und Alphornklänge. Gemäss Alex Dal Farra von DMD2 ist dies eine schmale Sparte. Dennoch schalten Tag für Tag 35’000 bis 40’000 Hörer zu. Das ist ein beachtlicher Wert! Vor allem wenn man bedenkt, dass Radio Tell mit einem minimalen Budget auskommen muss, das Werbung kaum erlaubt. Um die Bekanntheit zu erhöhen, setzt der Sender deshalb auf die Präsenz bei volkstümlichen Veranstaltungen wie Jodlerfesten oder Blasmusiktreffen. Dort sollen für den Trägerverein, der Geld für den Sendebetrieb sammelt, neue Mitglieder gewonnen werden. 350 Mitglieder zählt der Verein zurzeit, im vergangenen Jahr konnten 66’000 Franken an Spenden eingenommen werden. 85% dieser Spendengelder werden für den Betrieb von Radio Tell eingesetzt.

George und Oesch’s die Dritten
An der letzten Mitgliederversammlung des Trägervereines kündigte Alex Dal Farra eine wichtige Neurung an: Der Musikstil des Senders soll in kleinen Schritten erweitert werden, der Radiomacher sprach von «homöopathischen» Dosen. Und er nannte einige Beispiele: Der urtümlichen Volksmusik Nahestehende wie Oesch’s die Dritten oder George («Hie bini deheim») könnten das bestehende Musikprogramm ergänzen, um damit neue Hörer zu gewinnen. Es ist den Verantwortlichen bewusst, dass dies eine Gratwanderung ist, denn die bestehenden Hörer sollen durch die Öffnung nicht vergrämt werden.

Eine klare Grenze
Bei den 42 Stimmberechtigten kam der Vorschlag mehrheitlich gut an, zumal Alex Dal Farra eine klare Grenze zog: Alpenländische Volksmusik aus dem Ausland wird auch weiterhin nicht auf Radio Tell zu hören sein. «Tell war kein Österreicher», ergänzte der Programmleiter scherzhaft.

Aus einer Fusion entstanden
Radio Tell – Heimatklang der Schweiz, wie der Sender mit ganzem Namen heisst, ist der Zusammenschluss aus zwei Radioprojekten. Am 1. März 2014 fusionierten Radio Heimatklang und Radio Tell zu einem volkstümlichen Sender. Radio Heimatklang hat seine Wurzeln in NEO2, das wiederum auf Radio Emme zurückgeht. Radio Tell hat seine Wurzeln im Buureradio von Toni Brunner, mit der finanziellen Unterstützung durch die Migross nahm der Sender 2012 den Namen «Radio Tell» an. Empfangen werden kann Radio Tell über Satellit, Kabelnetz oder über Swisscom TV. Über DAB+ ist der Sender nur in einigen Regionen zum empfangen. Selbsterständlich steht der Sender via Web oder Android/IOS App zur Verfügung. Infos. www.radiotell.ch.