Videostar in 10 Sekunden

Die Kulturfabrik Kofmehl ist ein Begriff, weit über die Regionsgrenzen hinweg. Das Kulturangebot, das sich an ein junges Publikum richtet, ist abwechslungsreich, vielfältig und knallbunt. Einfach Kult eben. Und dass es nie langweilig wird, dafür sorgt das Team rund um Pipo Kofmehl, dem Gründer und Leiter des trendigen Kulturzentrums. Mit immer neuen und ausgefallenen Ideen sorgt der Kulturpatron für Gesprächsstoff und interessierte Besucher in der Kulturfabrik. Als vor wenigen Jahren die Fotoautomaten in der Bahnhofunterführung ausgemustert wurden, sorgten Pipo und sein Team dafür, dass diese einem neuen Verwendungszweck zugeführt werden konnten. Im Fotomat können sich nun alle kostenlos fotografieren lassen. Wie immer sie wollen, auch zu viert oder zu fünft in der Kabine. Hauptsache, es macht Spass. Hinterher können die Bilder dann im Internet bewundert werden.

Und nun präsentieren die Solothurner Trendsetter ein neues Gimmick: Den Videomaten. Dieser steht in der Bahnhofpassage beim Ausgang zur Stadt. Und damit er nicht übersehen wird, präsentiert er sich in den Farben pink, rot und violett. Das Funktionsprinzip ist denkbar simpel und wird direkt auf dem Videomat erklärt: Zuerst auf den Knopf drücken; dann ein “geiles Video machen!” Aber Achtung: Nur 10 Sekunden lang. Die Filme werden sofort auf der Homepage der Kulturfabrik gespeichert und können dort abgerufen werden.

Jodlerklub Heimberg ist online

Seit wenigen Tagen informieren die Jodler aus dem Berner Oberland im Internet über ihren Verein und über die Aktivitäten rund um das Jahr. Auf einer übersichtlichen und sehr sauber gestalteten Seite kann sich der Besucher nicht nur über die bevostehenden Termine des Klubs informieren, sondern auch etwas über die Vergangenheit erfahren. So ist in der Chronik eine Urkunde aus der Gründerzeit zu sehen.

Im Jahre 1989 haben die Heimberger Jodler einen Tonträger produziert. Da lag es nahe, diesen ebenfalls auf der neuen Homepage vorzustellen. Und die Heimberger tun dies gründlich: zu sämtlichen 14 Titeln auf der CD gibt es Hörproben!

Homepage des Jodlerklub Heimberg: www.jodler.ch/heimberg/

Herbstwald

Felder und Weiden sind noch grün, leuchten in milden Farben unter dem tiefblauen Spätsommerhimmel; noch sind die Tage hell und warm, noch erstrahlt die Welt voller Freude im Sommerlicht unter einer goldenen Sonne. Nur in den Kronen der Bäume am Waldrand sind die ersten Zeichen des nahenden Herbstes zu sehen. Rot, gelb und braun färben sich die Blätter, bevor der Wind sie davonträgt und sie für einen Moment durch den Himmel schweben, ein frischer Herbstwind mit ihnen spielt, bis sie endlich auf dem Erdreich liegen bleiben. Die Melancholie des nahenden Herbstes ist überall spürbar, doch noch ist es hell, noch ist das Konzert der Waldbewohner zu hören, noch einmal dreht sich die Erde um das Wunder eines milden Sommertages.

Ich gehe in den Wald hinein, tiefer und tiefer. Bald ist rings um mich her alles grün, die Schönheit und der tiefe Frieden der Waldwelt gibt Weite und Raum. Zwischen den Bäumen gibt es viele Wunder zu entdecken. Da der Keimling einer Tanne, der sich hinter einem grossen Farnkraut verbirgt, seine jungen, zärten Ästchen suchen das Sonnenlicht und breiten ihre Zweige aus wie ein junger Vogel seine Flügel, bevor er sich das erste Mal in die Lüfte erhebt. Dort eine Gruppe von Pilzen, die sich im Unterholz verstecken. Und dann finde ich einen dicht bemoosten Platz, der von jungen, tiefgrünen Tannen umgrenzt ist. An einer Stelle ist eine Lücke offen geblieben, ein schmaler Pfad führt hindurch an einen Ort, der durch die vielen Äste nicht mehr zu sehen ist, in das Verborgene, Geheimnissvolle führt. Plötzlich ist alle Geschäftigkeit des Tages in weite Ferne gerückt und es ist, als öffne sich das Tor in ein Zauberreich, in eine Welt der Wunder und Träume, in der alles möglich ist, in der bedeutungslos wird, was uns im Getriebe des Tages wichtig erscheint.

Wer möchte nicht einen Schritt tun durch dieses Tor oder wenigstens für einen Moment die Hand ausstrecken, um nur das kleinste Wunder aus dieser Welt zu sehen oder zu fühlen. Und wenn ich mich dann wende um den Weg weiterzugehen, dann lebt in den Gedanken der Blick in die Zauberwelt fort, einen Moment wenigstens.

Die persönliche Nachrichtenzentrale

Wer sich im Internet über das aktuelle Tagesgeschehen informieren will, findet ein riesiges und täglich wachsendes Angebot: jeder Verlag und jedes Medienunternehmen, jede Zeitung oder Radiostation unterhält ein Nachrichtenportal. Oft auch mehrere, jedes auf eine bstimmte Interessengruppe zugeschnitten. Hinzu kommen Foren, fachtechnische Portale wie Slashdot oder Pro-Linux und eine explosionsartig wachsende Blogger-Gemeinde. Der Leser steht nun vor der schwierigen Aufgabe, aus diesem Ozean an Informationen das herauszufischen, was ihn interessiert. Sind die gewünschten Seiten gefunden, besteht der nächste Schritt darin, Ordner mit Lesezeichen dieser Seiten zu erstellen, so dass die gewünschten Inhalte auch am nächsten Morgen wieder abgerufen werden können. Damit tauchen aber schon die nächsten Probleme auf: ob auf einem der bevorzugten Nachrichtenportale etwas neues zu lesen ist, lässt sich nur durch das Öffnen der Seite herausfinden. Ein mühsamer Prozess, sobald die Zahl der Seiten wächst. Ausserdem sind die Lesezeichen im eigenen Webbrowser gespeichert. Wer viel unterwegs ist, wird damit nicht glücklich werden.

googlenews.png

Google News

Schon vor einigen Jahren lancierte deshalb der Suchmaschinenexperte Google einen eigenen News-Dienst. Das besondere daran: Google verfassst die Nachrichten nicht selbst sondern holt sie direkt bei den Agenturen und Mediehäusern ab und teilt sie in Regionen und Ressorts ein. Der Leser kann nun selber entscheiden, was er angezeigt haben will. Google News ist zudem in länderspezifischen Versionen erhältlich. Ein Aufruf von news.google.ch zeigt ein auf die Schweiz zugeschnittenes Angebot an. Wer ein eigenes Google-Konto hat, kann sogar selber über die Ressorts und deren Anordnung auf der Seite bestimmen.

Das ist eine feine Sache, hat aber wiederum einen Haken: zwar kann der Benutzer auf einer einzigen Seite bestimmen, zu welchen Ländern und Themen er News wünscht; die Quellen dieser Artikel bleiben aber stets dieselben. Ein Beispiel: wenn der Internet-Auftritt der bevorzugten, kleinen Regionalzeitung vom Suchmaschinenprimus nicht als News-Quelle ausgewertet wird, bleibt eine Suche auf Google-News erfolglos.

Vor ca. einem Jahr lancierte Google ein Programm, das auf den Namen «Google Reader» hört und beim Erscheinen in den Medien wenig Beachtung fand. Eigentlich ist das schade, denn der Google Reader (GR) ist ein exzellentes Werkzeug, um die verschiedensten Nachrichten aus Blogs, Foren und Nachrichtenseiten zusammenzustellen und nach persönlichem Geschmack zu ordnen. Und das ist noch lange nicht alles: GR kann beispielsweise anzeigen, welche Artikel neu sind und noch nicht gelesen wurden, ähnlich dem Posteingang eines Mailprogrammes. Neue Artikel werden zu hierarchischen Gruppen zusammengefasst und in einem eigenen Fenster angezeigt, so dass der Benutzer sich sofort ein Bild über das Geschehen machen kann; durch eine raffinierte Anordnung geht die Übersicht auch dann nicht verloren, wenn die Anzahl der neuen Meldungen wächst! Ist der Bedarf an News gesättigt, können auch alle neuen Artikel als gelesen markiert werden. Besonders interessante Beiträge können mit Schlagworten versehen und später leicht wieder gefunden werden. Und da alle Einstellungen im persönlichen Google-Konto gespeichert werden, kann der Google Reader überall in der Welt aufgerufen werden.


Google Reader (Ausschnitt)

Wie schafft Google Reader das? Ganz einfach, mit Hilfe eines standardisierten Protokolles, das in einem normierten Format Auskunft über die Meldungen einer Webseite gibt. Jeder Beitrag wird mit Titel, Lead, Publikationsdatum und einigen weiteren Attributen in eine Datei geschrieben. Diese Datei kann nun in einer anderen Webseite integriert oder direkt von einem Benutzer ausgewertet werden. Das Verfahren nennt sich in der Fachsprache Syndikation (Verbreitung) und es gibt mittlerweile verschiedene Standards für die Syndikation von Webseiten-Inhalten. Der populärste heisst RSSReally Simple Syndication (wirklich einfache Verbreitung) und es gibt kaum ein Newsportal, das RSS nicht unterstützt. Einige Webbrowser wie Firefox 2.x zeigen in der Adresszeile das RSS-Symbol an, sobald eine Webseite geöffnet wird, die einen oder mehrere RSS-Feeds (Lieferant) anbietet. Ein einfacher Klick auf dieses Symbol genügt, um einen der angebotenen Feeds als dynamisches Lesezeichen zu speichern. Manchmal ist das Leben auch in der Informatik einfach…

128px-feed-iconsvg.png

RSS Feed Icon

Doch wie gelangt der RSS-Feed nun in den Google Reader? In den meisten Fällen genügt ein Klick auf «Abonnement hinzufügen», gefolgt von der Eingabe der gewünschten Seite, zum Beispiel: http://www.golem.de. Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, muss die genaue Adresse des RSS-Feeds einer Seite gefunden werden. Suchen Sie auf der Seite nach den Begriffen «RSS», «Feed» oder nach dem RSS-Symbol. Auf der Homepage der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist ein Link RSS oben rechts auf der Seite problemlos zu finden. Er führt wie erwartet zu einer Auswahl verschiedener RSS-Feeds.


RSS Feed auf der NZZ Homepage

Der Link wird nun am einfachsten wie folgt in den Google Reader übernommen: 1. Mit der rechten Maustaste (oder der linken, falls Sie Linkshänder sind…) auf den Link klicken und dann im Menu die Option «Link Adresse kopieren» wählen. Damit befindet sich die genaue Adresse des Feeds in der Zwischenablage. 2. Im Google Reader auf «Abonnement hinzufügen» klicken und den Link aus der Zwischenablage einfügen, am einfachsten mit der Tastenkombination Ctrl+v. Mit einem dieser beiden Verfahren können nun alle gewüschten Feeds in den GR übernommen werden.
Anschliessend werden die Abonnemente in Gruppen eingeteilt, damit die Übersicht nicht verloren geht. Auch dies ist mit dem Google Reader recht einfach zu bewerkstelligen: Zuerst links in der Übersicht auf den gewünschten Feed klicken und dann im Menu «Feed-Einstellungen» (oben über dem Artikelfenster) die Option «Neuer Ordner» wählen. Damit kann der Name einer Gruppe gewählt werden, der dann der Feed zugeordnet wird. Beim nächsten Feed wird dann nur noch die gewünschte Gruppe aus der Liste ausgewählt. Feeds können auch mehreren Gruppen zugewiesen werden.

Und nun: viel Spass beim Zusammenstellen Ihrere persönlichen Nachrichtenzentrale.

Alphorntrio Steiweid auf Telebärn

Das Alphorntrio Steiweid, das vor bald drei Jahren gegründet worden ist und seither für die verschiedensten Veranstaltungen aufgespielt hat, wird bald auch im Fernsehen zu sehen sein. Fritz Aeschbacher, Niklaus Leuenberger und Benjamin Stocker werden an der Musig-Stubete von Telebärn das Stück “Horngräbler” des bekannten Alphornkomponisten Hans-Jürg Sommer spielen. Die Sendung wird am Montag, den 19. November um 19.30 Uhr ausgestrahlt. Eine Wiederholung erfolgt am 20. November zwischen 04.30 und 11 Uhr.

10. Musig-Stubete im Homberg

Zum zehnten Mal fand auf dem Hof der Familie Zumstein-Schmid bei schönstem Spätsommerwetter die Musig-Stubete statt. Um das Jubiläum gebührend zu feiern, boten die Veranstalter einen bunten Strauss an volkstümlichen Darbietungen. Die heimeligen Klänge im idyllischen Homberg zogen viele Besucher an, die sich an Jodelliedern, Alphornmelodien, Tänzen und verschiedenen Musikdarbietungen erfreuten.

«Was genau ist eigentlich eine Stubete?» fragte zu Beginn der Unterhaltung Walter (Wale) Lüthi, der eloquent und mit viel Witz durch das Programm führte. Er gab darauf die Antwort gleich selbst: Stubeten sind uralt, sie führen uns in die Zeit zurück, als es weder Fernseher noch Radio gab und die Menschen in ihren Häusern selbst musizierten, gerne und oft wurden dazu auch Nachbarn eingeladen. In der Stube wurde dann gesungen, musiziert, es wurde getanzt mach einer wusste eine Geschichte zu erzählen. Aus diesen geselligen Abendsitzen entstand die Stubete, so wie wir sie heute kennen.

Walter wusste weiter zu erzählen, dass in dieser frühen Zeit oft das Geld für Musikinstrumente fehlte. Also wurden zum Musizieren all die Dinge verwendet, die zu jedem Haushalt gehörten: Waschbretter, Löffel aus Holz, Schwingbesen und Holzstöcke. Natürlich wurde sogleich auf der Bühne demonstriert, wie das etwa getönt haben könnte: Zusammen mit der Trachtengruppe Arth Goldau musizierten die Örgelifründe Buchsibärge wie damals, als das Wohnzimmer noch mit Gaslicht oder Kerzen erleuchtet wurde und das Schwyzerörgeli ein kostbarer Besitz der Familie war.

tg-arth-goldau.jpg

Trachtengruppe Arth Goldau

Ein Höhepunkt der Stubete war der Auftritt der Trachtengruppe Arth Goldau. Ein Geislechlepfer kündigte den Auftritt der jungen Tänzerinnen und Tänzer stilgerecht an, die paarweise die Bühne betraten. Die Darbietung der Trachtengruppe begeisterte die Zuschauer. Die Tänze der Gäste aus der Zentralschweiz waren voller Lebensfreude und Energie, eine echte, erlebte Demonstration des Schweizer Brauchtums mit viel Ausstrahlung und Charme.
Die Nachwuchs-Örgeler aus Oschwand bekamen dann Gelegenheit ihr Können zu zeigen und sieliessen sich nicht zweimal bitten. Die jungen Musikerinnen beherrschen nicht nur das Spiel mit dem Örgeli, auch eine Violine kam zum Einsatz und moderne Gesangseinlagen bereicherten das Programm. Der sympathische Auftritt der Nachwuchsmusikerinnen wurde mit einem langen und herzlichen Applaus belohnt.

Beim Auftritt des Jodlerklub Herzogenbuchsee waren neue Gesichter auszumachen. Seit wenigen Wochen steht Lea im Jodlerkreis und meisterte ihre Feuerprobe als 1. Jodlerin mit Bravour! Auch Hansueli, der den 2. Tenor verstärkt, gab sich keine Blösse, trat mit festem Schritt auf die Bühne und sang wie ein alter Routinier. Mit Lea und Hansueli zusammen sangen die Jodlerinnen und Jodler aus Herzogenbuchsee vertraute und beliebte Melodien. Besonders der «Steimanndli-Jutz» von Andre von Moos fand Beifall, aber auch die Lieder von Adlf Stähli oder Oskar Friedrich Schmalz sind immer ein sicherer Wert!

Alphornklänge am Jodlertreffen

An Jodlerfesten ist es seit vielen Jahren üblich, dass Alphornbläser, Fahnenschwinger und Jodler gemeinsam auftreten. An regionalen Treffen waren die Jodler bisher unter sich. Das muss nicht so sein, dachten sich die Unteremmentaler Jodler und luden vor zwei Jahren erstmals ihre Verbandskameraden zum Treffen ein.

ag3sized.jpg

Alphornbläsergruppe Sumiswald

«Es wäre doch schön, wenn wir auch an den regionalen Jodlertreffen miteinander auftreten, schliesslich gehören wir zusammen.» So argumentiert der Präsident der unteremmentalischen Jodlervereinigung, Ernst Gerber. Er war es auch, der vor drei Jahren die Alphorngruppe Sumiswald und zwei Fahnenschwinger engagierte. «Das Intermezzo mit Alphörnern und Fahnen passte und wurde von den Jodlern sehr gut aufgenommen» weiss Ernst Gerber zu berichten und infolge des guten Echos waren es auch heuer die Hörnler und Fähnler, die beim Apéro und während den Konzertpausen das Publikum unterhielten. Besonders bei Gästen stösst die Bereicherung des Programmes auf Zuspruch. Ihnen wird gewissermassen ein «Vollprogramm» wie an einem Jodlerfest geboten.

Auch im kommenden Jahr sollen am unteremmentalischen Jodlertreffen die Alphornbläser und Fahnenschwinger wieder Teil des Programmes sein. Und die Idee hat bereits Schule gemacht, wissen die Organisatoren des Treffens zu berichten: auch im Oberemmental waren die urchigen Hörner und kunstvoll geschwungenen Fahnen dieses Jahr anzutreffen.

Bäri’s Milchfahrt

Es isch scho am Abe zue gange und die guldigi Herbschtsunne het sich em Bärg zue gneigt, wo im Winterholz der Bäri us der Chuchi cho isch und sich es Plätzli uf der Bsetzi gsuecht het, wo vo der Sunne ufgwermt worde isch. Vo der Büri het dä gmüetlich und guetmüetig Bärner Sennehund grad e feine Happe übercho und verdoue cha me bekanntlich bim löie am beschte. Wo der Bäri für sis Vorhabe es passends Plätzli gfunde het, leit är sich z’fride a Bode, hebt der der Chopf no einisch uf zum gseh, ob d’Büri nö öppis für ihn het, oder ob ächt nid grad öpper zum Hus zueche chunt. So-ne Bäri het ja o e wichtigi Ufgab uf dere Wält: är isch der Wächter vom Buurehuus, vo der Wirtschaft rund ume Hof u vo de Mönsche wo dert läbe u wärche. Ufmerksam hockt är vor der Stör u git Acht, was da der lieb läng Tag gscheht. D Buurelüt wärde fröidig begrüesst, wenn si vom Fäld hei chöme, Frömdi wärde mit ere gsunge Portion Misstroue, aber doch nid ufründlich gmuschteret und ganz höch im Kurs stöh natürlich d’Chind. Für die het üse lieb Bäri immer Zyt, chunt cho z’springe u wädlet fröidig mit em Schwanz, wenn Fränzi und Sämi öppis vo ihm wei, mit ihm spile, ihm erzelle, was si alles erläbt hei i der Schuel, oder ihm ihres Leid wei chlage.


Foto: EIK vom RATSHERRENHOF

Ja liebe Läser, Du hesch scho richtig ghört. Grad e Hund isch bsunders empfänglich für üses Fröie u Lide. Der Bäri merkt scho vo witem, ob öpper heiter oder truurig isch und wenn Fränzi mit Bäri brichtet, de isch es, als ob är jedes Wort verstaht. Ufrächt hockt är da, spitzt sini Ohre, hebt der Chopf uf u luegt das Mönschechind mit grosse, ufmerksame Ouge a, so dass ihm ja nüt entgeit, dass ihm o die fiinschti Gmüetsregig nid unentdeckt blibt.

Gmüetlich het sich also jetz der Bäri uf der Bsetzi gsädlet, het die warmi Herbschtsunne i sis Gsicht la schine und scho gli druf d’Ouge zuegmacht. Und im Gmüet vo däm guete Hund het sich all das schöne vo däm milde Tag gspieglet: e blaue, wulchelose Himmel, es fiins u warms Lüftli, wo d’Bletter im Chriesiboum het la raschle, ds Singe vo de Spatze i der Hoscht und rings um ihn ume zfrideni Lüt, wo’s guet meine. Unter enand, mit der Wält, aber o mit ihm, em Bäri. Was wott so-n-e Sennehund da no meh? Es glückliches Tier isch är gsi und alls wär richtig gsi für-n-e Abe, wo ganz u gar nach Bäri’s Sinne gsi isch. Ja, wenn es da nid plötzlich e Tumult gäh hät vor em Hus.

Vom Stall här isch es luts Schimpfe u Zetere z’vernäh gsi u Bäri het grad gwüsst, wär dr Urheber vo dene ugattlige Wort isch. Es isch kei gringere gsi als der Heiri, der alt Chnächt vom Hof. Usgrächnet dä! Der Heiri isch drum nid grad der bescht Fründ gsi vom Bäri. Scho meh als einisch het är ihm e ufründliche Mupf gäh, wo-n-är ds Gfüehl gha het, der Bäri sig im Wäg. Und obwohl e Bärner Senn nid nachtragend isch, so vergisst är doch nid, wenn ihm öpper öppis z’Leid wärchet oder mit ihm branzet. Der Heiri chunt also us em Stall und es isch nid schwär gsi zum merke, dass sis Gmüet am choche u brodle isch. Dä Heiri isch o süsch nid grad e ruhige Gsell gsi, het bald jede Tag öppis z’muggle gha. Ja sogar wo-n-är elter worde isch, het es o nid besseret mit em ufbegähre! Derzue cho isch, dass dä Heiri nid grad es gselligs Wäse gha het u drum vo vilne Lüt als Sonderling agluegt worde isch. Derzue het är am Abe nach em Wärche immer e Chappe treit, wo ihm sini Verwandte us Basel bi me Bsuech vor es paar Jahr gschänkt hei. Es isch e dunkelgrüeni Filzchappe gsi, mit schwarzem Dechli vorab und ere dicke, dunkelrote Gordle z’rungsetum. Wenn dr Heiri das Prachtstück uf si Chopf gsetzt het, de het är usgseh wie-n-e alte, witgreiste und ruuche Seefahrer. Aber zum Gspass hei ihm d’Lüt us em Dorf nume «Kapitän» gseit.

«Das isch nid mi Sach! nid mi Sach – für settigs bi-n-i z’alt! Das isch em Bueb si Arbeit!» het der Heiri jetz ufbegährt und e ärnschti Mine derzue gmacht. Druf chunt o der Buur vom Winterholz, der Fritz us em Stall und jetz wird klar, um was es da geit: d’Milch mues i d’Chäsi gfüehrt wärde und Nachbers Chrigeli, wo mit dere Ufgab betrout isch, lit mit ere Grippe im Bett. Und wil o süsch grad niemer da isch zum die Bränte i d’Hütte z’träge, isch der Buur uf d’Idee cho, dass der Kapitän ja chönti gah. Dä het sich aber mit Händ u Füesss dergäge gwehrt. Das schicki sich nid, dass e alte Ma wie är no mit der Bränte mues ga loufe, het der Heiri gmeint. Aber es het alles nüt abtreit. Scho chunt der Buur mit der volle Bränte vor e Stall u seit zum Kapitän: «Seh! Heb häre, i wott der se ahäiche!»
Aber der Heiri het sich no nid welle abfinde mit sim Schicksal. Är, es alts, hagers Manndli, mit dere grosse, schwäre Bränte am Rügge! Und d’Hütte isch e gueti Wägstunde entfärnt gsi. Em Heiri isch es angscht u bang worde wo-n-är a dä wit Wäg dänkt het und a d’Lüt, wo gwüss ihri Schadefröid wärde ha, wenn är mit der Milchbränte i d’Hütte chunt. Nei! Da mues es doch e Uswäg gäh! Verzwiflet het der Heiri nach eme Mitteli gsinnet und wo d’Bränte scho am Rügge hanget und ihm d’Schultere abezieht, chunt ihm die erlösendi d’Idee: Im Tenn steit scho sit mängem Jahr es alts Hundewägeli, so wie si früecher no brucht worde si: usgseh het es wie-n-es Leiterwägeli, aber vore bi der Achs het’s es eifachi Deichsle gha zum e Hund ispanne, däm si Ufgab isch es de gsi, das Gfährt z’zieh!
Das isch d’Lösig! het der Heiri sich dänkt, leit d’Bränte wider ab und isch im nächste Momänt scho im Tenn verschwunde, zum das Möbel ga reiche! Wo-n-är zrugg chunt und em Fritz vo sim Vorhabe erzellt, luegt dä ihn nume unglöibig a: «Der Bäri? Üse Bäri wotsch Du vor das alte Gstelasch spanne? Nei, Heiri!» Fritz schüttlet der Chopf und wott em Heiri dä Plan usrede. Aber dä isch scho uf d’Bsetzi use zum der Bäri ga reiche. Dä arm Bäri weis zerscht gar nid, wie ihm gscheht: da chunt der Kapitän, nimmt ihn bim Halsband und mit eme nid grad heimelige «Chum Bäri, chum!» geit är mit ihm em Stall zue. Erscht wo der Heiri der Bäri zwüsche d’Deichsle bugsiert, ahnet es däm Hund, was der Chnächt mit ihm vorhet. Ganz verunsicheret und ufgregt luegt der Bäri hin und här, suecht der Fritz, wie wenn är wett säge: «So hilf mir doch». Der Abe het doch so schön agfange und jetz so öppis!
Und scho isch der Heiri derbi, der Hund mit Rieme a d’Deichsle z’binde, wo der Fritz wider derzue chunt. Der Bäri wird ganz unruhig, hebt der Chopf uf und luegt Fritz mit grosse, erwartigsvolle Ouge a. Dass der Buur da isch, git ihm nöie Muet. Der Bäri wädlet mit em Schwanz und zieht uf all Syte a sim Gstell, zum em Fritz z’zeige, wie unwohl äs ihm i dere unbequeme Deichsle inne isch! No einisch probiert Fritz der Heiri vo sim Vorhabe abzbringe. Der Bäri zieht vom Heiri ewägg zum Buur u hofft no immer, us dere ugfehlige Lag befreit z’wärde. Doch es het alles nüt abtreit, der Fritz het em alt Chnächt si Wille glah, hebt d’Bränte uf ds Wägeli u laht der Heiri mit sim Gfährt zie.

So isch also das ungwöhnliche Gspann vom Winterholz furt der Hütte zue. Vorus der Kapitän mit sire rotgrüene Chappe uf em Chopf. Näbe ihm der Bäri, wo sich mit sim Schicksal abgfunde het und si nöi Ufgab als Zugtier so guet het probiert z’erfülle wie ihm das müglich isch gsi. Hinter ihm ds Wägeli mit der Bränte obe druf. Dermit das Milchgfäss bi däm holprige Bode nid furtcha, het der Heiri d Bränte am Wägeli mit me Seili feschtbunde. E genaue Blick het aber grad verrate, dass är’s bim däm Wärch a der nötige Sorgfalt het la fähle. So het die Bränte hin und här gwagglet, wenn ds Wägeli dür-n-es Loch gfahre isch und wenn es e kei Dechel uf der Bränte gha hät, wär d’Milch scho lang gutschwis über d’Bränte use a Bode abe gschwappet!

So hätt doch no alles guet chönne usecho und die Milch gfahre wärde. Aber wie das eso geit im Läbe, das kuriose Gspann het nid chönne unentdeckt blibe. Und es isch entdeckt worde vo eim, wo sich scho meh als einisch über e Heiri luschtig gmacht het. Es isch der Hans gsi, der Sohn vom Grütthof, wo jetz grad gsunntiget vor ds Huus gstande isch und sich für e Wäg i ds Dorf parat gmacht het. Der Hans isch e lüpfige, heitere Bursch gsi, het’s gärn luschtig gha und wenn es nach der Gsangsprob im Jodlerklub später worde isch, de isch är der letscht gsi, wo öppis dergäge gha het. Nume das stichle gäge dä Heiri, das isch wäger nid schön gsi vom Hans. Wo-n-är Heiri mit sim Fuehrwärch entdeckt, lachet är zerscht lut, gsellt sich druf derzue und seit: «Heiri, muesch dim Friburger meh Hafer gäh, dä het afe churzi Bei!»
Dä Hans het natürlich no meh Sprüch parat parat gha, während är das Gspann genau gmuschteret und kommentiert het. Natürlich het der Heiri das nid luschtig gfunde u het probiert z’pariere, aber das isch bin däm läbhafte Hans nicht liecht gsi Und wil si es Stück wit der glich Wäg gha ghei, isch Hans mitmarschiert und het de Lüt erklärt, dass das ds Milchdetaschemänt us em Winterholz sig. Em Heiri isch es jetz nümm wohl gsi, es isch so oder so scho spät gsi und är het gwüsst, dass der Chäser nid gärn wartet. Der Bäri het nüt vo sich la merke, aber är het der Chopf abe ghebt und nume hie und da ufgluegt, was gattigs. So isch dä Zug jetz also scho sälb z’dritt em Dorf zue. Der Hans het si Fröid gha und öppe sogar e Jutz la ga. Em Heiri isch das gar nid rächt gsi, är het em Hans agha, ihn doch ruhig z’lah und isch bald toube worde, wil der Hans partout nid abgsetzt het!

Und wo das Grüppeli am nächste Buurehus verbi cho isch, het sich no es grössers Dürenang akündiget. Vor der Stör isch drum grad ds Vreni, die jüngeri vo de beide Töchtere vom Hof gstande und het ihres Tageswärch im Garte gmusteret. Das merkwürdige Gspann wo da isch cho z’loufe u chlappere het Vreni gwundrig gmacht. Rasch u halb im Versteckte richtet sich Vreni zwäg, bindet sich es früsches Fürtuech um u geit dene beide Mannevölcher entgäge zum ga gschoue, was es da nöis git. Ds Wägeli mit em Bäri vordra het ihns aber in Würklichkeit e ke Bohnestil interessiert, vom Heiri wei mir gar nid rede. Nenei, das Spektakel isch für ds Vreni nume e willkommene Vorwand gsi, mit em Hans e chli z’schäkere. Chum isch Vreni a Ort u Stell, wird das Fuehrwärch scho wider versuumet. Und während dermit em Bäri e churzi Pouse gönnt isch, demonstriert der Hans Vreni das Gfährt u tuet’s im Scherz aaprise als ganz es moderns und fürnähms änglisches Rytwägeli: «Wettsch einisch ufhocke? Chum, i will Di druf lüpfe» seit Hans jetz zu Vreni u setzt scho a, das hübsche Meitsch bi de Arme z’näh. Das hät är drum gärn gmacht. Denn obwohl das Vreni e währschafti Buuretochter gsi isch, so het äs doch o öppis fiins a sich gha, so öppis, wo d’Buebe bsunders gärn hei ame Meitschi.
«Jä, masch mi de glüpfe», git Vreni jetz kokett zrugg und luegt dä Hans mit grosse, glänzige Öigli a. Derzue strahlet das Meitschi wie d’Sunne am Himmel u macht e ke Schritt zrugg, wo der Hans ganz nöch zu ihm häre steit.

Jäh het aber jetz der Heiri die beide vom schätzele abhgalte, «dir heit mi jetz gnue derangschiert!» rüeft är lut, zieht d’Muulegge abe und grift a d’Deichsle. S Zeiche für e Bäri, dass es jetz leider verbi isch mit der Pouse. Derzue si bereits d’Lüt vo Vrenis Hof vor d’Stör gstande zum luege, was do vor sich geit. Am Heiri isch es gar nümme bas gsi, är het vor sich hi brummlet, d’Chappe vorabe i ds Gsicht zoge u het entschlosse witer welle. Är het jetzt sälber zwyflet, ob das mit däm Wägeli e gueti Idee gsi isch.
Dä arm Heiri isch drum sis ganze Läbe elei gsi u het nid chönne wüsse, dass zwöi jungi Lütli gärn no e Momänt zäme blibe, wenn die erschti Liebi erwacht u keimt wie e früschi Chnospe im Früehlig. Hans het witerhin d’Flanke vom Wägeli deckt und Vreni het o grad e Vorwand gfunde, no e Chehr mitzloufe.

Und denn, chum isch das Wägeli wider in Fahrt gsi, isch es passiert! Es sich gsi, als ob plötzlich der Heiri vo me Tüüfeli gstoche worde wär. Die zwöi müesse ja nid meine, dass är keni Vörteli weiss, zum se beid mitenand los z’wärde. Är richtet si Chappe wider zwäg, macht wie sini Begleiter es fröhlichs Gsicht u fragt Vreni: «Säg Vreni, isch es luschtig gsi am Tanzsunntig? Was isch das für-n-e Burscht gsi wo dert mit Dir dräiht het? Dä kenne i ja gar nid?»
Jetz hättet dir das Vreni sölle gseh. Si gsundi Gsichtsfarb het sich plötzlich veränderet und isch ganz rot worde. Derzue het äs e Haltig agnoh wie e Tiger us Afrika, wo grad asetzt zum Sprung uf sis Opfer. «Was verzellsch Du da?! I bi ja gar nid ga tanze a säbem Sunnti!» git ds Vreni puckt ume u wirft em Hans e verunsicherete Blick zue. Aber der Kapitän het das nid welle la gälte; är het nochegsetzt, het witer nach däm Bursch gfragt; wo de dä här sig und so witer. Und wil der Heiri si Rolle so guet gspilt het, isch das Vreni i d’Sätz cho! Und wil är nid uf e Wäg gluegt het, trappet der Heiri plötzliche i-n-es Loch im Bode u stolperet uf einisch gäge ds’Vreni wo immer touber worde isch. Un das merkt’s nid u meint, der Heiri well ihm öppis tue. «Wosch mi la si!» rüeft äs u packt der Kapitän bi der Chutte.

Gloubit jetz nid, das Vreni sig öppe stritsüchtig, nenei, ds Gunträri isch der Fall. Äs isch es bravs u freins Meitschi gsi. Aber dänkit doch o, wie es da däm Vreni het müesse z’Muet si. I sine Gedankewält si die schönschte Bilder gwachse, gformt vom gröschte Künstler uf dere Wält, der Liebi. U jedesmal, wenn Hans Vrenin so heiter u früsch aglächlet het, de si die Bilder i däm Meitschihärz no schöner und strahlender worde. Es het vor sich es prächtigs Schloss mit guldige Türm und farbige Fahne u Banner gseh. Und der Hans isch si Prinz gsi. U jetz faht da eine, so-ne Gstabi, a däm Schloss voller Wünsch u Tröim afa rüttle u schüttle! Und scho faht das schimmernde Troumschloss afa wanke, feschter un feschte, droht zletscht afa i z’gheie! Da cha doch es Vreni nid eifach zueluege, da mues grettet wärde, gwehrt si.

«He!» rüeft im nächste Momänt der Hans zu Heiri, «wosch ächt Du das Meitsch sofort loslah!» und grift sälber derzwüsche wie-n-e Schwinger. Was im folgende genau passiert isch, wüsse mir leider nid z’brichte, mir hei nume erfahre, dass die drü so unglücklich zämegriffe hei, dass si plötzlich ds Glichgwicht verlore hei und mit em Hans vora gäge ds Wägeli gheit si. Und will d’Bränte uf em Wägeli nid guet isch feschtbunde gsi, kippt si abem Wägeli abe u gheit mit eme luute «Platsch» i ds Gras ine. Natürlich het der Bränte-Deckel nid verhebt, isch sälber im Boge dervo gfloge und die ganzi Milch isch i d’Weid usegloffe! Es Unglück! Der Bäri het es zerscht gmerkt, o är isch erschrocke, zieht d’Ohre a Chopf u bället es paar mal der Hans a.
U der Heiri? I der Angscht weis är nid was mache, jammeret ob der verschüttete Milch u was der Meischter da wird säge! Und gwüss müess är grad stah für dä agrichtet Schade! Und wie der Heiri so mit sim Schicksal wäberet, chunt ihm wider e Idee. Wäm het är das alles z’verdanke? Wäre louft scho meh als e halb Stunde mit u tuet ihn hüdele? Wär? Niemer anders als dä Hans!
«Das isch Di Schuld Hans, ganz elei Di Schuld. Die Milch muesch Du ersetzte!»
«Ho! das wei mir luege», git der Hans ume, «was cha-n-i derfür, wenn Du d’Bränte nit chasch feschtmache uf dim Wägeli?»
I sire Angscht und Verzwiflig grift jetzt der Heiri zue und packt der Hans am Chrage. Aber oha, das isch nüt z’mache gsi. Schliesslich isch der Hans e junge, chreftige Bursch gsi, der Heiri es alts, abegwärchets u chrumms Manndli und so het’s müese cho, dass der Heiri der Hans i Schwingergriff nimmt aber nüt ma usrichte.

Während däm ganze Tumult isch der Bäri i sim Gschirr gstande u het zuegluegt. Für ihn isch es nid ganz liecht gsi, z’verstah, was die Mönsche da astelle, wo doch süsch immer so vernünftig wei si. Aber das, was jetzt passiert isch, däm het o dä brav Bäri nümme chönne zueluege. Ja gwüss isch der Kapitän nid si bescht Fründ. Aber ihn i dere schwirige Situation elei z’loh, nei, das verma der Bäri nid. Und wil ds Wägeli jetz ohni Bränte vil liechter worde isch, cha der Bäri e Satz näh und em Hans e tüchtige Mupf gäh. Dä weiss nid, wie ihm gscheht, rüeft vor luuter Überraschig «Hu!», gheit i ds Gras u zieht der Heiri, wo ihn no immer umgrift mit sich abe.
Und s’Vreni? Äs hät’s am liebschte gha, wenn dä Striit sofort ufghört hät. Drum nimmt äs sich es Härz, geit derzwüsche u probiert die beide Manne z’trönne.
Eigentlich hätt dä Chnöiel so chönne glöst u die Sach wider i d’Ornig bracht wärde. Aber es alts Sprichwort seit, das o mues uströschet si wenn agleit worde isch. Und richtig. Präzis eso isch es passiert. Dert wo Hans, Vreni und Heiri sich im Hoselupf probiert hei, isch d’Kante vo me chline Pörtli gsi, wo i-n-es alts Sagibächli gmündet het. Und als ob das Port e Aziehigschraft hätt wie-n-es Magnet, si Heiri, Vreni und Hans plötzlich das Pörtli ab purzlet und mitenand im Bächli glandet. Natürlich het es wider e Platsch gäh, fasch so lut wie denn, wo d’Bränte usglärt worde isch.
Ds Wasser het die erhitzte d’Gmüeter chönne abchüele. Vo unde bis obenus nass hei sich die drü us em Bächli ghulfe u enand ganz verdatteret agluegt. Der Heiri isch nach der verlorne Milch u de nasse Chleider z’grächtem i ds Eländ cho, der Hans het nid gwüsst, was säge und em Vreni isch es um’s briegge gsi!

«Jä, was isch jetz das für-n-e Fuehr?» tönt es plötzlich vo obe am Port. Es isch der Vater vom Hans gsi, wo sich ou uf e Wäg i ds Dorf gmacht het. Ja, wie söll me sich da e Reim drus mache: das komische Milchwägeli mit em Bäri vore dra, die verschütteti Milch u zletscht die drei nasse Gstalte. «Was isch da gange?» fragt der Vater jetz u macht derzue es ärnschts Gsicht.
Als erschts isch der Hans füre gruppet. Är het trotz de nasse Chleider der Humor schnäll wider gfunde und em Vater erklärt, das ghöri zum iturne für d’Jodlerprob. Aber oha lätz! Em Vater isch es nid um ds Gspasse gsi, schliesslich het o är die verschütteti Milch gseh. Der Heiri wo no sini Chappe het müesse zäme sueche, het druf chönne erkläre, was alles passiert und wie är jetz im Eländ isch u weder i no us weis!
«Ja Heiri, da muesch Dir öppis la ifalle, was mir der Milch passiert isch», seit jetz der Vater, «aber i hätt da vellicht e Idee». U denn het der Vater erklärt, wie alli us däm Dilemma wider usechöme:
«Die verschütteti Milch wird vo mir ersetzt. Und Du wirsch se zahle, Hans! Schliesslich isch es o di Schuld! Das söll Di lehre e chli sparsamer z’si mit em zinggle und helke. U du Heiri, muesch bruchsch e ke Chummer z’ha. I wott em Fritz scho erkläre, was mit der Milch passiert isch. Uf all Fäll geisch mir nid öppe der Bäri ga verchlage! So. Und jetz göht alli schnäll hei, dass Dir i trocheni Chleider chömit, süsch git es no e Ercheltig.»
Der Vater het’s also mit allne guet gmeint. Und es hett für alli trotz däm Abendtür no e z’fridne Abe chönne gäh. O ds Vreni het scho es paar Schritt gmacht uf e Heiwäg. Doch denn blibt äs stah, chehrt sich no einisch um und wott es partout nid ha, dass Hans u Heiri der Heiwäg i dene nasse Chleider müesse aträtte. Schliesslich isch Vreni’s Hof am nöchschte gläge und äs cha die beide wohl i öppis trochnigs ichleide. Das wär de no! So si also Heiri u Hans zu Vreni, während der Vater der Wäg zum Dorf unter d’Füess gnoh hät.

Und ob Dir’s jetz gloubet oder nid. Us dere Gschicht, wo ja o e Striit derzue ghört het, si zwe nöi Fründschafte entstande. Am andere Tag isch der Bäri wider so zfride uf der Bsetzi ghocket wie am Vorabe, bevor die Gschicht mit der verunglückte Milchfahrt los gange isch. Aber es isch gsi, als ob d’Sunne jetz grad no einsich so schön, mild und warm uf d’Ärde schint und em Bäri isch es rundum wohl gsi derbi. Irgendwie het är gwüsst, dass das si erschti, aber o grad letschti Fahrt mit däm unbequeme Wägeli isch gsi. Der Bäri isch abgläge, het d’Bei gstreckt und d’Sunne i sis Gsicht la schine. Är het d’Ouge zuegmacht und nume hie u da blinzlet, wenn ihm e Sunnestrahl i d’Ouge glüchtet het. Ab und zue het är e töife Bärsch tah und dermit si Erliechterig und sis Wohlsi zeigt.
Und jede Tag isch ihn der Kapitän mindeschtens einisch cho strichle u het «brave Bäri» zu ihm gseit. Der Heiri het drum nid vergässe, wär ihm i sire grosse Not z’Hülf cho isch. Niemer anders als der Bäri! Das het sogar derzue gfüehrt, dass der Kapitän wider chli gselliger worde isch. Heja, är het doch müesse erzelle, wie är mit em junge Grüttbur gschwunge het. U grad so, wie em Jeger si erleit Rehbock immer grösser wird, wenn är vo der Jagd erzellt, so isch o die Gschicht vom Kapitän immer heldehafter worde. Ja, der Kampf vom Herkules gäge d’Gigante isch da grad nüt dergäge gsi.

Und die anderi Fründschaft? Da isch Fründschaft eigentlich nid s richtige Wort. Es isch Liebi gsi, wo da bi Vreni un Hans erwachet isch und scho am andere Früehlig het es e prächtigi Hochzyt gäh. Und wo das glückliche Paar us der Chile cho isch, isch o der Kapitän parat gstande, im schöne Halblein, derfür ohni Chappe. Links vo ihm der Bäri und an der andere Hand es nagelnöis Wägeli, druff obe e glänzigi, mit Blueme gschmückti Milchbränte.

Jodeln und Singen aus Leidenschaft

heinigerfritz.JPG

Fritz Heiniger

Fritz Heiniger gehört zu den Gründern des Jodlerchörli Eriswil und steht auch nach 50 Jahren noch als Aktiver im Jodlerkreis. Er ist Ehrenmitglied, Veteran und weiss zu erzählen, dass es die Eriswiler Jodler eigentlich schon länger als 50 Jahre gibt.

Fritz, bitte erzähle uns wie Du damals zum Jodlerklub kamst
Ich habe schon 1953 mit ein paar Kameraden gejodelt. Zuvor waren wir Mitglieder im Männerchor. Doch dann erwachte in uns das Interesse für das Jodlerlied und als 1954 die neue Chäshütte eingeweiht wurde, bildeten wir einen Jodlerchor und umrahmten die Einweihungsfeier mit einigen Liedern. Von da an war es eine ausgemachte Sache, dass wir dem Jodlerlied treu bleiben.

Und warum bist Du heute immer noch dabei?
Die Freude am Singen und Jodeln und wegen der Kameradschaft. Vor allem die Kameradschaft ist für mich wichtig.

Was war in den ersten Jahren des Chörli anders als heute?
Nach der Probe klopften wir im Wirtshaus noch einen Jass. Das gibt es heute nicht mehr. Und natürlich ging ich damals gerne weg und hatte nichts dagegen, wenn es nach der Probe etwas später wurde…

Gibt es ein spezielles Ereignis aus der Gründerzeit, an das Du Dich immer wieder erinnerst?
Da gibt es viel zu erzählen. Als wir uns zur Gründung des Chörli versammelten, fand jemand einen Zweierbatzen (20 Rappen) am Boden, diese Münze wurde natürlich sofort zum Grundstock der Vereinskasse erklärt. Auch die erste Teilnahme an einem kantonalbernischen Jodlerfest ist unvergesslich. Auf der Rückreise wurden wir auf dem Brünig von einem Unwetter überrascht. In einem Wirtshaus tranken wir einen Kaffee und warteten, bis das Wetter sich beruhigt.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Jodlerchörlis?
Dasselbe, was sich wohl alle Mitglieder wünschen: dass wir junge Mitglieder finden, die mitmachen und sich für das Jodlerwesen einsetzen. Das die Kameradschaft und der gute Geist in unserem Klub erhalten bleiben und dass das Jodlerchörli weiterbestehen wird.

Zämestoh und zämeha

I däm Jahr cha ds Jodlerchörli Eriswil sis 50-jährige Bestehe fire. Und genau das hei d’Jodlerfroue u Manne us em heimelige Eriswil gmacht. Sie hei jubiliert, hei gfiiret und e Aabe gstaltet wo üs allne no lang in schöner Erinnerig wird blibe. Es paar Impressione und Idrück vo däm glungene Jubiläum.

Uf em schön gschmüchte Platz vor der Feschthütte het sich am Abe d’Feschtfamilie versammlet zum Apero. Da het es natürlich vil z’brichte gäh, alti Kamerade hei sich wider troffe, Erinnerige a vergangeni Zyte si wach worde und wär nöi uf e Platz cho isch, isch fröidig begrüesst worde. «Weisch no, wie das denn in Zermatt gsi isch», fragt jetzt der Ruedi der Ernst. Es si beides Gründer vom Verein und si erinnere sich bi me Glesli Wi a erscht Usflug vom Chörli. Uf Zermatt isch es denn gange: «und dert obe isch öppis passiert, wo mir üs nid dänkt hätte», fahrt dä langjährig Ehrejodler witer: «wo mir eis gsunge hei, si plötzlich e Huufe Lüt derzue cho, mänge Fotiapparat het ufblitzt, alli hei öppis wälle wüsse u wo mir witer welle hei, isch e länge Trübel vo Lüt hinter üs nochecho!»
Gwüss hät es no mängs z’brichte gäh a däm wunderschöne Spätsummerabe, aber scho isch der Präsident uf e Platz cho und het die Feschtgmeind i ds Zält bittet. Der Znacht wär parat.


Erinnerungen Drei Gründerväter im Gespräch

Hüt wei mir fiire, hei sich d’Eriswiler gseit, wei luschtig si und zäme e schöne Abe verbringe, wei singe u jutze. U was meinit Dir, liebi Läser? Isch das dene Jodlerlüt glunge? Ja, es isch und no vil meh als das. E heitere u läbige Abe voller Begeischterig für üses schöne Jodlerlied u üses Bruchtum isch es worde. Nachdäm d’Eriswiler Jodlerinne u Jodler mit idrucksvolle Darbietige der Abe eröffnet hei, isch alles gspannt gsi uf d’Gaschtformatione. U scho steit der Jodlerklub Lungere uf der Bühni u stimmt a zum erschte Naturjutz. Häll und klar ertöne d’Jodlerstimme vo de Manne u Froue us der Zentralschwiz u mir gseh die prächtige Bärge, der Ufzug uf d’Alp und dä schön Früehligstag, wo da besunge wird, bildhaft vor üs!
U denn het alles gwartet uf d’Gescht us Maria-Zell. Ja, Dir heit richtig ghört, drei Manne us Öschtrich i ihrne charaktervolle Landestrachte si a däm Jubiläum derbi gsi! Per Internet hei si us Eriswil e Afrag übercho, ob si möchte a der 50-Jahr Fiir derbi si. «Ja, da sind wir dabei!» hei sich die drei behärzte Sänger us em berüehmte Walfahrtsort gseit u hei o der 800 Kilometer läng Wäg i ds’Ämmital nid gschoche. Christian, Günther und Peter bilde zäme der «Dreiergesang», wo ds Publikum mit alte Steyrer Volkslieder erfreut. Die Sänger us üsem öschtliche Nachbarland heis verstande, d’Jodlerfamilie mit ihrem schöne u harmonische Terzettklang z’begeischtere. U scho gli isch vilne klar worde, dass es zwüsche dene schöne Melodie und em Schwizer Jodlerlied meh Verbindends als Trönnends git: Beidi singe vo-me schöne Plätzli i de Bärge, vom troute Elterehus u vo der Heimat, wo üs lieb u wärt isch.

Em erschte Konzärtteil isch e würdevolli Fiir gfolgt, d’Gründer vom Chörli si uf d’Bühni bittet und em Publikum vorgstellt worde. Der Hodel Walter het die verdiente Jodler vorgstellt u vo mängem e heiterei Anekdote z’erzelle gwüsst. So isch der Ruedi, wo 42 Jahr im Klub mitgmacht het, e begnadete Karrikaturist gsi. Är het ds Talänt gha, vor jedem wichtige Uftritt sine Kamerade d Nervosität z’näh. Un das het är so gemacht, weiss der Walter witer z’brichte: Im Schuelzimmer het der Ruedi e Chride ergriffe und es luschtigs Manndli a d’Wandtafele zeichnet. Das het immer e Buggel gha, derzue e längi Nase mi ere grosse Warze obe druf! Us der Nase si grosse Tropfe gflosse u hei am Bode es Seeli bildet.

D’Lischte vo de Gratulante, wo druf uf d’Bühni cho si, isch läng gsi. Vo der Unterämmitaler Jodlervereinigung het ds Chörli e prächtigi Treichle dörfe entgäge näh. D Marianne Weingart vom BKJV het es Zynnchännli u die beschte Wünsche vom Bärner Verband überbracht. I ihrer Red a d’Feschtfamilie isch d’Marianne uf es Inserat z’spräche cho, wo si im Feschtführer gfunde het, «früsch u fründlich» heisst es dert. Isch de üses Jodlerwäse nid genau eso, het d’Marianne druf gfragt. Und: «wie chönt das doch anders si, da doch üses Jodlerlied so vil begeischtereti Ahänger u Fründe het.» Und werum isch das so? fragt d’Marianne witer u git d’Antwort grad sälber: «i der Jodlerfamilie cha jede so si, wie är isch, chöi alli so singe, wie’s ihne ds Härz aseit, wie sis gwanet si.» Das isch der Zouber vom Jodlerlied: Är lit i der Eifachheit und i der Urtümlichkeit begründet. Für ihri schöni Asprach a d’Jubilare het d’Marianne wie alli Gratulante u Gratulantinne e härzliche Applous übercho!

Nach em Feschtakt isch no einisch gsunge u gjutzet worde. Mängi schöni Melodie u mänge strahlende Jutz hei ds Zält erfüllt u wärde i üsne Härze no lang witerklinge, grad so wie mir vili schöni Erinnerige a das glungne Fescht wärde mitnäh. Danke de Jodlerinne u Jodler us Eriswil für das wunderbare Fescht!

Hinweis: Fotos von der Feier gibt es hier. Ein offizieller Bericht wird demnächst in der Jodlerzeitung veröffentlicht werden.