Wie von Engelshand geschmückt

Ich brauche einen Freund, denn aus eigener Kraft kann ich mich nicht aufrichten. Einem Baum oder einer Mauer gilt mein Sehnen, etwas, woran ich mich aufrichten, dem Himmel entgegen wachsen kann. Und habe ich meinen Freund gefunden, so halte ich zu ihm, lasse erst von ihm ab, wenn ich welke. Ich bin ein Sinnbild der Treue.

Ich bin kein Schmarotzer, habe ich doch meine eigenen Wurzeln, ich bin ein Bewegungskünstler, kann jedes Hindernis überwinden, finde gar einen Weg durch das dichteste Unterholz; kann mich dicht am Boden halten, bevor ich meine Zweige und Blätter dem lichten Äther zuwende. Ich kann bis zu den Wipfeln der höchsten Bäume klettern, kann selbst werden wie der Stamm eines kräftigen Baumes. Aber doch sind meine jungen Blätter immer klein, und zart, geschmückt wie von Engelshand. Und dann richten meine Blätter sich auf über dem grünenden Dach des Waldes, blicken in die blaue Ferne und hören den Ruf der Vögel.

Bacchus hat mich so sehr geliebt, dass er mich auf seinem Haupte trug, in der Hand den Becher mit sprühendem Wein. Wer mich trägt, dem schenke ich Erkenntnis und Wahrheit. Wer mich trägt, hat einen wahren Freund, denn ich bleibe auch dann grün, wenn der Winter sein Reich aufrichtet. Ich bin wie die Treue.

Manchmal sind die allerschönsten Dinge verborgen im Unscheinbaren.

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About bstocker

Vielen Dank, dass Sie mein Weblog besuchen. Betrachtungen, Sinnsprüche, kurze Geschichten und Berichte aus der Alphorn- und Jodlergemeinde. Dies werden Sie auf meinem Blog finden. Dazu hin und wieder technische Artikel aus dem Bereich Informatik. Leider darf ich nicht über alle Aspekte meiner Arbeit berichten. Politische Wortmeldungen und Kritik werden Sie auf meinem Blog vergeblich suchen. Das heisst nicht, dass ich keine politische Meinung habe, oder unkritisch bin. Ich denke aber, dass es genug Leute gibt, die kritisieren und politisieren, so dass ich mich getrost anderen Dingen zuwenden kann. Wie die Adresse es bereits verrät, gehört das Singen im Jodlerklub zu meinen Hobbies. Mit viel Begeisterung blase ich das Alphorn und spiele hin und wieder Theater. Echte Volksmusik ist viel besser als der Ruf, den sie hat und Jodeln ist mehr als die Summe der Witze, die darüber gemacht werden. Von Beruf bin ich Informatiker mit Schwergewicht Softwareentwicklung und Prozessautomatisierung. Mein Arbeitgeber ist ein ISP in Solothurn.

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