Näschtwermi

«Mini Eltere si armi Lüt gsy, u scho aus Ching hei mir vil müesse wärche. We mir vor Schuel sy heicho, de het es mängisch gheisse: Gschwing angeri Chleider aalege u hälfe im Stall und uf em Acher. Mir hei mängs müesse entbehre. Aber öppis, das hei mir dür all die Chinderjahr immer übercho: Näschtwermi.»

Wiehnachtsgruess

Wie hei mir doch gstuunet, wo mir i d Stadt si cho, zum es Gschänkli choufe. I de Läde, uf de Gasse und uf de Plätz isch es emsigs Tribe gsi. Es wirbligs Dürenang, wie mirs chum schon einisch hei erläbt. I de feschtlich gschmückte Waarehüser isch Wiehnachtsmusig z ghöre gsi, bald jedes Regal isch feschtlich gschmückt worde, zum all dene schöne Sache, wo da sy verchouft worde, e eigete, feschtliche Glanz z’gäh. D Bsuecher im Lade hei zuegriffe u vor de Kasse het es wäg de vile Chöifer e Schlange gäh. U zwüsche all de Girlande, glänzige Chrugele u Wiehnachtsböimli het da u dert e Verchöiferin hinger der Ladetheke müed usgseh, het druf blanget, dass der Füürabe itz de gly chunt.

Läbhaft zue u här gange isch es o uf de Märitplätz. Bim Handwärchermärit isch üs der fein Gschmack vo Öpfelpunsch u Glüehwy i d Nase gstyge. Bi eim Stang het es nach Läbchueche gschmöckt, bim nächschte nach Öpfelchüechli. D Märithüsli sy mit Tannchrys und lüchtende rote Bänder heimelig gschmückt gsy, es isch eim vorcho, wie wenn me über d Schwelle von ere ganz andere Wält trappet wär. Schön drechslereti Holztäller, Gschirr us Ton wo i allne Farbe glüchtet het u weichi Sache us lüchtender Märliwule. Mängs Gschänkli isch hie schön verpackt worde für sy Platz unger em Chrischtboum.

Ungerdesse het es i der Stadt immer meh Lüt gha, es isch hektischer, ds Tämpo schneller worde. Uf em grosse Platz im Zentrum, dert wo jedi Wuche dür ds Jahr Märit isch, het sich itz doch e närvösi Stimmig feschtgsetzt, wie der Winternäbel i der Dämmerig. Lüter isch es worde, mit het guet gmerkt, dass es Mönsche het, wo sich vorgnoh hei, grad a däm Tag no es Gschänkli z organisiere. Aber, wo blybt i all däm Uf und Ab d Wiehnachtsstimmig? Nüt meh isch z gspüre gsy vo Stilli, vo der hälle inere Fröid uf ds Geburtstagsfescht vo Jesus Chrischtus.

Aber denn isch öppis passiert. Uf einisch sy hälli Trompetekläng z ghöre gsy. E Kapälle vo der Heilsarmee het sich unger de Loube uufgstellt u die erste Takte vo «Hört der Engel helle Lieder» gspilt. E klari, strahlendi Melodie het der ganz Platz erfüllt:

«Hirten sagt, was ist geschehen,
was tun uns die Engel kund?
Alles leid kann jetzt vergehen
auf dem weiten Erdenrund.
Gloria in excelsis deo…»

Was doch Musig alles cha verändere, verändere i wenige Ougeblicke! Uf einisch het sich e heilige Rueh über em Platz usbreitet u het däm Hetze u Haschte sanft d Geisle us der Hang gnoh, wenn o nume für es paar Minute. Wie het das guet tah! Mönsche sy blybe stah, hei d Täsche uf e Bode gstellt u mit entspannte Gsichtszüg hei si dene wunderschöne Wiehnachtslieder zueglost. Es isch eim vorcho, als sige die Ängel z ghöre, wo scho vor zwöituusig Jahr zu de Hirte gsunge hei: Fride uf Ärde für alli Mönsche. U während sich d Dezämbernacht langsam über d Stadt gsänkt het, isch gwüss im mänger Seel es Wiehnachtsliecht azündet blybe.

I wünsche euch es frohs, gsägnets Wiehnachtsfescht und es glücklichs nöis Jahr! U danke, dass Dir mi Blog bsuechet.

«Vom Vatter vo allne Liechter»

Itz isch si wider da, die schöni Adväntszyt. Wenn es am Abe vernachtet, de lüchte Stärne, Liechterchettine, schön gschmückti Chrischtböim u Latärne i der Dunkelheit. U de brönne d Cherzli uf em Adväntschranz u hinger de Fänschter. D Adväntszyt isch d Zyt vor Stilli, aber o d Zyt vo der Heiteri. Grad itz, wo d Winternächt läng u chalt wärde, sueche mir Mönsche ds Liecht. Liecht heisst ire länge Winternacht ja o Wermi u Geborgeheit.

U wenn me vom schön gschmückte Dorf es Stück ewägg chunt u die heimelige Wiehnachtsliechter i der Färni schwecher wärde, de lüchtet am Himmel es angers Liecht; eis, wo jede Abe nöi erstrahlet u wo mir i dere hektische Zyt so gärn vergässe. Es isch der Stärnehimmel, wo i der klare Winternacht bsungers häll lüüchtet, tuusig mal tuusig Liechter glitzere i der unändliche Wyti vom Himmelszält. I ha e Momänt zum Himmel gluegt u de a die schöni Stell im Jakobus Brief müesse däiche: «Alles Guete u alles Vollkommene chunt vo obe, vom Vatter vo allne Liechter». Bi ihm git es kei Schatte meh, sis Liecht het kei Aafang u o keis Ändi. Und im Psalm 147 steit, dass Gott alli Stärne zellt het u jedem e eigete Name het gäh.

«...Da chunt en Ängel vo Gott, em Herr, zue ne, und e hälle Schyn vo Gott lüüchtet um sen ume.»  (Ds nöie Teschtamänt, Lk. 2,9)

«…Da chunt en Ängel vo Gott, em Herr, zue ne, und e hälle Schyn vo Gott lüüchtet um sen ume.» (Ds nöie Teschtamänt, Lk. 2,9)

U da bim Blick uf d Stärne chunt mir no öppis i Sinn. Si lüüchte jede Abe vo nöiem, mängisch düechts eim grad, es sig jedesmal no schöner. Iiverstange, mängisch gseht me se nid, Wulche u Näbel versperre d Sicht. Aber d Stärne si doch da u lüchte, ganz glich, ob mir häre luege oder nid. Wie schön wär das, wenn o mir Mönsche o so chönte sy wie die Stärne da obe. Es Liecht sy für angeri. Ganz glich, ob si das de o merke u estimiere. Liecht sy, u alles so erwarte, wies chunt.

Ds Liecht vo Gott isch ewig u strahlet üs a, so wie d Stärne i der Nacht. A jedem nöie Tag, ganz glych, ob mir üs dessi achte. Es isch ds glyche Liecht, wo d Hirte i der heilige Nacht erlüchtet het, wo ihne e Ängel isch erschyne. «Heit kei Angscht», het dä Ängel zu de Hirte gseit. Wieso het dä Himmelsbotschafter grad das als erschts zu dene eifache, bescheidene Mönsche gseit? D Antwort finge mit bi dere Stell, wo der Fischer Petrus erläbt, wie Jesus es Wunder vollbringt u so vil Fische gfange wärde dass es fascht ds Netz verschrysst. Itz erscht erchennt der Fischer Simon, dass Jesus Gottes Sohn isch. Wenn Mönsche Gott so diräkt begägne wie denn der Petrus, de packt se d Angscht! So isch es gwüss o de Hirte ergange. Drum seit der Ängel itz zuene: Heit nid Angscht!

Gottes Liecht het die Hirte umstrahlt, es isch das Licht gsi, wo Jesus sälber immer wider het gred dervo. Är isch ds Liecht wo zu üs uf d Ärde isch cho. Wenn mir üs zu Jesus halte, de trifft üs das Liecht wo o für die Hirte e feischteri Nacht zum hälle Tag het gmacht. Gwüss hei sy dervo brichtet, solang si hei gläbt. Ds Liecht vo Jesus ufnäh, heisst, es offnigs Härz ha für ihn, so wie die Hirte uf e Fäld i der heilige Nacht. Sie hei em Ängel gloubt u hei gseit, «chömit, mit wei ga luege, was da passiert isch!» Ds Liecht vo Jesus erfüllt üs, wenn mir a jedem nöie Morge Gott drum bitte, üs der Wäg zu Jesus z’zeige.

Offe sy für das wo Jesus het gseit, heisst, dass sys Liecht üs erfüllt; u dass mir für angeri Mönsche chöi es Liecht sy. Mit dene Gedanke füehrt der Wäg zrügg i ds Dorf, i ds Adväntsliecht, U plötzlich lüchte all die Stärne u Liechterchettine grad no einisch so schön. Wil si es Zeiche derfür sy, dass dä, wo alles Liecht erschaffe het, i der Chrischtnacht Mönsch worde isch.

Kerzenziehen

Heute und auch noch Morgen können in der Freizeitstätte Kerzen gezogen werden. In der schön eingerichteten Werkstatt im alten Ilfis-Schulhaus wird in diesen Tagen emsig von diesem Angebot Gebrauch gemacht, das auf die kommende Weihnachten einstimmt. Kinder stehen andächtig um die Behälter mit flüssigem Wachs in verschiedenen Farben und widmen ihre ganze Aufmerksamkeit dem Eintauchen des Dochtes das Wachs. Einmal in das Kerzenwachs, dann dreimal in’s Wasser, so steht es auf einem Hinweisschild über dem Wachsbehältern. Wer sich an die Regel hält, hat schon bald eine schöne und schlanke Kerze, die in vielen Farben leuchtet.

Kerzenziehen

Kerzenziehen in der Freizeitstätte Langnau

Ist die Kerze gross genug, dann kann sie auf vielfältige Weise verziert werden. Vielleicht mit einem bunten Stern, der aus dem abgeschnittenen Rest der Kerze geformt wird. Vielleicht auch mit einem Engel oder mit einem der kleinen grünen Christbäume aus Wachs, die die Mitarbeiterinnen zuvor abgefertigt haben. Mach eine der Kerzen wird wohl schon bald daheim auf dem Tisch angezündet werden. Oder sie wird schön verpackt und liegt dann als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.

Weitere Gelegenheit zum Kerzenziehen: Weihnachtsmarkt Raufli

Es Gschänkli us em Ämmitau

In der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Matthäus lesen wir von drei Weisen, die den Weg nach Betlehem fanden, als Maria in einem ärmlichen Stall am Rande des Dorfes ihrem ersten Kind das Leben schenkte. Am Nachthimmel leuchtete ein heller Stern als sichtbares Zeichen für alle Menschen, dass der lange erwartete Messias geboren ist. Die Himmelserscheinung war es, die den drei Sternkundigen den Weg wies, in der Bibel werden sie auch Könige genannt. Und eine spätere Tradition gibt jedem von ihnen einen Namen: Kaspar, Melchior und Balthasar. Als die drei Weisen den Stall mit Maria, Josef und dem Kind fanden, brachten Sie kostbare Geschenke mit: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Soweit wir uns erinnern können, begleitet dieser schöne Brauch das Weihnachtsfest, Menschen beschenken sich, um der Wertschätzung, die sie füreinander empfinden, Ausdruck zu geben. Und als Erinnerung an das grosse Geschenk, das Gott den Menschen gemacht hat. Nach einer Pause gibt es auf diesem Blog wieder ein paar Ideen für Weihnachtsgeschenke. Wie schon in älteren Beiträgen steht auch diesmal das regionale Handwerk im Vordergrund.

Kunsthandwerk aus der Drechslerei Aebi

Drechslerei Aebi Die hölzernen Kunstwerke der Drechslerei Aebi konnten schon am Weihnachtsmarkt in Huttwil bewundert werden. Zum umfangreichen Sortiment gehören Kerzenständer in verschiedenen Formen, Schalen, Holzpilze, Spiralkugeln und vieles mehr. Es ist feinste Drechslerkunst, verbunden mit Kreativität und viel Erfahrung in der Bearbeitung verschiedener Hölzer. Geschenke aus Holz sind etwas besonderes, sie fühlen sich angenehm an; nie gibt es zwei Stücke, die genau gleich sind. Und während ein schönes Geschenk aus Holz mit den Jahren seine Farbe verändert, bleibt etwas anderes immer gleich: die Freude, die solche Geschenke bereiten.

Gschänkidee usem Ämmitau

Gschänkidee

Wussten Sie schon, was ein «Eggiwilerli» ist? Oder ein Emmentaler Bettmümpfeli? Beides sind regionale Delikatessen, die in einem neuen Online-Shop angeboten werden. Die «Gschänkidee» von Karin Friedli ist einer der grössten Inernet-Läden mit Produkten aus dem Emmental. Zu finden gibt es eine erstaunliche Vielfalt erlesener Delikatessen, aber auch Kunsthandwerk, Gebrauchsartikel und schöne Spielsachen aus Holz. Alle Produkte werden detailliert vorgestellt – und schöne Fotos machen den Besucher «gluschtig». Speziell vorgestellt wird zurzeit das Haflingerzentrum in Trachswald. Gerade für den kommenden Winter gibt es spezielle Angebote. Zum Beispiel eine romantische Kutschenfahrt durch das winterliche Emmental.

Schlaraffenland

SchlaraffenlandMitten im Dorf Rüderswil befindet sich das Schlaraffenland. In dem hübsch und einladend gestalteten Lokal hält der Name, was er verspricht: Das Schlaraffenland ist ein Paradies für alle, die gerne kulinarisch verwöhnen und sich verwöhnen lassen. Zum reichhaltigen Sortiment gehören neben regionalen Produkten auch Delikatessen aus fernen Ländern, exotische Tees und Gewürze.

Im Nebelschleier verborgen

Die späten Herbsttage sind auch im Emmental begleitet von Nebenschwaden, die in den frühen Morgenstunden über den Eggen und auf den Schattseiten der Hänge liegen. In der ersten Morgendämmerung, während das Tageslicht am Horizont aufleuchtet, steigt der Nebel auf und hüllt den jungen Tag in ein weisses, schimmerndes Licht. Nur ein heller Lichtkreis am Himmel verrät, wo die Sonne auf ihrer Bahn am Himmel steht. Sie will nun aber ihr Recht haben und sucht sich einen Weg durch die dichte Nebelwand. Und noch bevor sie am Zenit steht, dringen ihre ersten warmen Strahlen durch den kühlen Herbstnebel. Dann zieht sich der silbergraue Herbstbote in die schattigen Täler und Gräben zurück; an den Ort, den das goldene Licht der Sonne nicht vor der Mittagsstunde erreicht. Hat die Sonne auch diese Gebiete mit ihren Strahlen erleuchtet, bleibt dem Nebel in den letzten Wochen des alten Jahres eine letzte Zuflucht in den Wäldern und Gräben.

Und dann, wenn die Sonne zu ihrem Recht kommt, hängen nur noch vereinzelt Nebelschwaden über den Matten und Dörfern. Nun geschieht etwas geheimnissvolles, denn der Nebel verhüllt einzelne Wälder hier, Teile eines Weilers dort. Und im schwächer werdenden Wasserdunst bricht sich das Sonnenlicht und scheint in sichtbaren Strahlen, wie von einer Engelshand gelenkt, über dem Lauf der Emme. Wer sich etwas Zeit nimmt zum Beobachten, kann mit ansehen, wie einzelne Höfe oder Hügelzüge plötzlich aus dem Nebel auftauchen und schon im nächsten Moment im sanften Licht der Spätherbstsonne erstrahlen. Und dann schwebt wieder der Nebel lautlos in das Bild und verhüllt alles, bald ist nichts mehr zu sehen.

Aber über der Nebeldecke erstrahlt immer noch die Sonne, so wie auch in einer trüben Nacht der Sternenhimmel über uns steht, selbst dann wenn wir ihn nicht sehen. Wie schön das alles ist, wird einem gerade dann bewusst, wenn es sich verbirgt.

Schon wieder eine Hochzeit in Magdala

Ein mysteriöser Text aus einem Buch aus dem 6. Jahrhundert soll beweisen, dass Jesus Christus mit Maria Magdalene verheiretet war und Kinder hatte. Wie glaubwürdig ist das neue Buch «The lost Gospel» von Barrie Wilson und Simcha Jacobovici?

Dieser Tage macht ein neues Enthüllungsbuch von sich reden, das einer Theorie neuen Auftrieb geben will, die so bekannt wie vieldiskutiert ist. Barrie Wilson und Simcha Jacobovici wollen in einem Kodex aus dem 6. Jahrhundert Beweise entdeckt haben, dass Jesus Christus mit Maria aus Magdala verheiratet war und Kinder hatte. Die beiden Autoren nennen sogar die Namen dieser Kinder: Manasse und Ephraim. Ihre Erkentnisse seien das Ergebnis einer sechs Jahre dauernden Übersetzungarbeit an einem Pergamentkodex, der sich seit dem 19. Jahrhundert in England befindet.

Jesus und Maria Magdalena
Jesus erscheint Maria aus Magdala, Gemälde von Alexander Iwanow

Kommt Ihnen das irgendwie vertraut vor? Genau, wir hatten das schon einmal vor einigen Jahren, als ein Roman von Dan Brown für Furrore sorgte. In seinem Bestseller «Sakrileg» stellte Brown dieselbe These auf, berief sich dabei aber auf gnostische Papyri. Es dauerte indes nicht lange, bis Fachleute Browns Thesen gründlich ad absurdum geführt hatten, allen voran Alexander Schick mit seinem Buch «Das wahre Sakrileg». Wie sieht es mit der Wissenschaftlichkeit von «The lost Gospel» aus? Die Thesen von Jacobovici und Wilson muten abenteuerlich an: sie wollen entdeckt haben, dass der jüdische Roman «Joseph und Asenath» in Wirklichkeit eine verklausulierte Lebensgeschichte von Jesus Christus ist. Das Manuskript aus dem 6. Jahrhundert sei eine Kopie eines Originals aus dem 1. Jahrhundert, heisst es weiter. Einen stichhaltigen Beweis für diese Behauptung liefern die Verfasser indes nicht. Und die Erkenntnis, dass die jüdischen Doppelnovelle (Wikipedia) eine verschlüsselte Jesusbiographie ist, beruht einerseits auf einigen wenigen Schilderungen, die an Passagen aus dem neuen Testament erinnern können, andererseits auf einer bekannten Verschwörungstheorie. Diese will es, dass der römische Kaiser Konstantin Bibeln, die nicht seinen Vorstellungen entsprachen, verbrennen liess. Daraus lässt sich leicht die Behauptung ableiten, Schriften seien versteckt und dann vergessen worden, zuletzt aber wieder aufgetaucht. In Wirklichkeit tat Konstantin der Grosse genau das Gegenteil. Er unterstützte die Bildung eines Kanons und ordnete an, neue Bibeln herzustellen.

Im 544 Seiten starken Buch, das zurzeit nur in englischer Sprache vorliegt, lässt eine weitere Behauptung aufhorchen: Jesus Christus müsse als Rabbiner verheiratet gewesen sein, heisst es da. Diese These wird immer wieder aus dem Vorratslager der Sensationsmacher hervorgekramt. Trotzdem ist und bleibt sie falsch. Alexander Schick geht in seinem Buch explizit darauf ein. In seiner Zusammenfassung zu den grössten Irrtümern im Roman «Sakrileg» schreibt er: Es ist unwahr, dass jeder jüdische Rabbi verheiratet sein musste. Wir wissen aus zeitgenössischen Berichten, dass es gerade in strengen frommen jüdischen Kreisen (wie bei den Essenern) viele unverheiratete Männer gab.. Dass «Joseph und Asenath» in Wirklichkeit Jesus und Maria Magdalena gewesen seien, zieht auch Kurioses nach sich. Denn bei der Hochzeit von Joseoph und der Tochter des Potifar war der Pharao persönlich anwesend. Dann müsste konsequenterweise der Herrscher vom Nil auch Jesus und Maria seine Aufwartung gemacht haben.

«The lost Gospel» setzt eine Tradition fort, die mit Baigent und Leigh (Verschlusssache Jesus) vor zwei Jahrzehnten medienwirksam begann und mit Browns Sakrileg eine furiose Fortsetzung fand. Eigentlich unterscheidet sich das neue Werk von seinen Vorgängern nur darin, dass es vermutlich nicht an die bisherigen Erfolge wird anknüpfen können. Dazu hat die Grundthese des verschlüsselten Buches einfach zu wenig Substanz. Der Kodex mit der Kennzahl 17,202 in der British Library ist nicht «mysteriös», so wie Wilson und Jacobovici im Vorwort schreiben. Er ist schon mehrfach von Philologen übersetzt worden und bestens bekannt. Ferner ist der Tumult rund um Dan Brown noch nicht vergessen, Fachleute und Journalisten, aber auch die Leser selbst sind vorsichtiger geworden.

Wenn der «Hype» sich wieder einmal gelegt hat und es stiller wird, dann bleibt die eine Erkenntnis: Die Bibel hat nichts von ihrer Glaubwürdigkeit verloren. Während «The lost Gospel» wohl schon bald wieder vergessen sein wird, büsst die Bibel als wahrer Bestseller nichts von ihrer Faszination ein. Heute wie vor 2000 Jahren. Es bleibt dann wieder Zeit, um sich an das zu erinnern, was die Bibel von Jesus sagt. Er kam in unsere Welt, um uns das ewige Leben zu schenken. Gott ist Mensch geworden – das ist die ganz grosse Sensation.

Es herbschtelet

So churze d’Tage, si wärde langsam chelter u ds Jahr isch alt worde. Bim vernachte gruppe sich d Hüehner uf em Stängeli zäme u ds Büssi hocket vor em Fäischter, möcht gärn es Plätzli a der Wermi ha. Es vernachtet, am klare Himmel lüchte u glitzere d Stärne u wenn us Nacht u Morgenäbel e nöie Tag erwacht, de lit e wisse Ryf uf Fäld u Wald. Är möcht üs gwüss mahne, dass scho gli der erscht Schnee e wissi, chüehli Dechi über ds Land leit.

Herbstwald

Uf chüehle Füess, mit ere Chrone us farbigem Loub u mit all de guete Gabe, wo ds Jahr üs het gschänkt, so chunt der Herbscht derhär und lachet üs fründlich a. U nid wyt hinger ihm, zwüsche all de guldige Farbe und em milde Sunneliecht si lyslig d Schritte vom Winter z’ghöre.

Besuch bei den Grabhügeln

Das Waldstück, in dem die Keltengräber zu finden sind, lässt beim ersten Anblick nichts Auffälliges erkennen. Wer den Weiherweg entlang geht, kann sich hier an einem schönen Mischwald erfreuen, so wie überall im Wald zwischen Subingen, Deitingen und Inkwil: Zwischen den hohen Laub- und Nadelbäumen wachsen junge Tannen und aus alten Baumstümpfen ragen schlanke und feingliedrige Farnkraute hervor. Der Boden ist bedeckt mit Gräsern, Herbstlaub und leuchtend grünem Moos. Doch dann bemerkt der Besucher instinktiv, dass hier ein aussergewöhnlicher Platz ist. Denn auf einmal sind zwischen den Baumstämmen Grabhügel zu entdecken. Kleinere, die überwachsen kaum mehr zu erkennen sind, aber auch mächtige, bis zu drei Meter hoch. Sie alle sind in der frühen Eisenzeit errichtet worden, vor 2600 Jahren. Der Betrachter befindet sich plötzlich mitten im ältesten Friedhof des Kantons Solothurn.

Grabhuegel Heidenmoos

Die 20 frühkeltischen Grabhügel sind ca. 600 Jahre vor unserer Zeitechnung entstanden. Es sind Urnengräber, die der Hallstatt Zeit zugerechnet werden. Dies obwohl die gefundenen Urnen auch auf eine protokeltischen Zivilisation hindeuten, denn die Hallstatt Zeit steht für einen Wechsel vom Urnengrab zur Erdbestattung. Schon im 19. Jahrhundert wurden erste Gräber geöffnet. Neben den Urnen mit Asche wurden dabei auch die Überreste menschlicher Knochen, Gebrauchsgegenstände und fein gearbeiteter Schmuck gefunden. Vielleicht glaubten die Angehörigen an ein Weiterleben nach dem Tod und legten den Toten diese Gaben in das Grab. Oder sie folgten einfach einem schönen Brauch, der auch in unserer Zeit noch lebendig ist: Dem Verstorbenen wird etwas, das ihm besonders lieb war, mit auf den Weg in die Ewigkeit gegeben. Gefunden wurden auch Veilchensamen, es gab wohl schon damals die schöne Sitte, mit Blumen an die Verstorbenen zu denken.

Wer einen Moment innehält, kann sich anhand der Funde mit etwas Phantasie vorstellen, wie es an diesem Platz zu jener Zeit ausgesehen haben mag. Der Ort war nicht bewaldet, er war dafür geprägt von den teils mächtigen Grabhügeln, von denen die grössten mehr als drei Meter hoch gewesen sein dürften. Sie waren 10-30 Meter breit und mit Steinen eingefasst. Es darf ferner davon ausgegangen werden, dass sie geschmückt waren. Und es ist zu vermuten, dass Familien die Gräber über mehrere Generationen nutzten. Dafür spricht, dass Keramik mit verschiedenen, modeanhängigen Verzierungen gefunden wurde.

Wer waren diese Frühkelten? Wo sie siedelten ist bis heute nicht bekannt. Sicher ist nur, dass sie tüchtige Handwerker und Künstler waren, denn ihre Erzeugnisse weisen auf eine hohe Kunstfertigkeit hin. Und da auch Schmuck aus Bernsteinperlen gefunden wurde, kann angenommen werden, dass es Handelsbeziehungen zu fremden Ländern gab. Und deswegen auch gewisse Kenntnisse über diese fernen Regionen, denn Handelsreisende wussten etwas zu erzählen! Während die Gräber in Subingen errichtet wurden, stand Athen am Vorabend seiner kulturellen Blüte und Vormachtsstellung als Seenation in der Region. Und zwischen sieben Hügeln in Italien wuchs zu dieser Zeit eine Stadt heran, die während Jahrhunderten die Geschicke Europas bestimmen sollte: Rom. Die Tiber-Stadt war es auch, die ein halbes Jahrtausend später Gebiete der heutigen Schweiz besiedelte und prägte. Ganz in der Nähe der Gräber sind die Überreste eines römischen Gutshofes zu finden. Das 6. Jahrhundert war eine Zeit, als Europa sich anschickte, in seiner heutigen Form zu entstehen.

Quellen:
Subingen: Wegweiser 1977 – 1981
Der älteste Friedhof des Kantons Solothurn
Fotos

Apfelernte

Apfel

Dieser schöne Apfel wurde auf der Hoschtet von hof3 fotografiert. Dort fand am vergangenen Samstag eine öffentliche Apfelernte statt. Rund 20 Freiwillige fanden sich am Morgen zwischen den Apfelbäumen ein und ernteten einen Tag lang bekannte, wie auch unbekannte und seltene Äpfelsorten. Alle Helfer durften drei Kilogramm Äpfel mit nach Hause nehmen. Bericht in der Wochen-Zeitung.